[SALZBURG] Vor dem Bundesliga-Schlager am Sonntag in Salzburg hat alles für die Gastgeber gesprochen. Die Bullen sind erfolgreich in die Saison gestartet, sie hielten vor dem Duell mit den Hütteldorfern bei drei Siegen, saisonübergreifend waren es sogar neun, das bedeutete Klub-Rekord. Und Grünweiß hatte die vergangenen acht Spiele in Wals-Siezenheim nicht mehr gewonnen. Der letzte Sieg lag über vier Jahre zurück - 7:0 2008. Die letzte Niederlage des Meisters? 3. März 2012 (0:1 gegen Mattersburg). Letztlich alles nur Statistik.
Die Salzburger dominieren die heimische Meisterschaft seit einigen Jahren, aber die vergangenen Wochen sind doch nicht ganz spurlos vorüber gegangen. Düdelingen bekommt man nicht so leicht aus den Köpfen, das weiß auch Trainer Roger Schmidt. Nur schrittweise gelingt es ihm, der Mannschaft seinen Stempel aufzudrücken. Und der Wolfsberger AC ist als Aufsteiger mit Rapid nicht zu vergleichen. So tapfer die Kärntner auch waren, sie mussten letztlich Lehrgeld zahlen. So wie Mattersburg und Sturm Graz.
Rapid hat turbulente Tage hinter sich. Im Wiener Derby vor einer Woche war man noch chancenlos gewesen, die Trotzreaktion folgte im Europacup gegen Vojvodina Novi Sad. Lange Zeit ließen sich die Serben nicht und nicht in Bedrängnis bringen, letztlich aber siegte man man dank Mithilfe des Schiedsrichters doch noch. Ein Befreiungsschlag, der Kräfte frei machte. Das merkte man auch gegen Salzburg.
Während die Salzburger relativ zurückhaltend in die Partie gingen, um auf ihre Chancen zu warten, wirkten die Rapid-Spieler ungeduldiger. Immer wieder versuchte Steffen Hofmann, der Dreh- und Angelpunkt der Hütteldorfer, brauchbare Offensivaktionen einzuleiten. In der 26. Minute fasset er sich dann selbst ein Herz und riskierte einen Weitschuss. Salzburgs Alexander Walke, sonst ein sichere Rückhalt, konnte den Ball nicht bändigen. Das verflixte Leder sprang dem Deutschen von der Brust - direkt vor die Füße von Deni Alar. Den ehemalige Kapfenberger, der zuletzt in der Europa League zweimal getroffen hat, brauchte nur zum 1:0 abzustauben.
Vom Elferpunkt versagt
Der Rückstand schien die Salzburger nicht zu verunsichern, sie sahen auch keinen Grund, das tempo zu erhöhen oder etwas an ihrer Spielanlage zu verändern. Sie vertrauten auf ihre Serie, hofften auf irgendeinen genialen Spielzug . Dabei hätten sie aber beinahe das 0:2 kassiert. Denn in Minute 49 wagte Steffen Hofmann noch einmal einen härteren Schuss, diesmal rettete die Salzburgern noch die Latte. In der 76. Minute aber half nichts mehr, der eingewechselte Grozurek, für Burgstaller gekommen, besorgte das 2:0.
Fünf Minuten später attackierte Kulovits den Salzburger Stürmer Soriano zu heftig, Schiedsrichter Eisner pfiff Elfmeter. Der Spanier, der bei fünf Saisontreffern hält, trat selbst zur geplanten Exekution an - ballerte den Ball jedoch gefühlte zehn Meter übers Tor.
Aufatmen können Ried (3:1 gegen Wr. Neustadt) und Sturm Graz (4:1 gegen WAC). Die Steirer kassierten zwar das 0:1, zeigten dann aber erstmals Hyballa-Fußball.

