Wien/Ww. Österreichs Team geht ungeschlagen in die WM-Qualifikation, die am 11. September im ausverkauften Happel-Stadion gegen Deutschland beginnt. „Die Eindrücke vom Türkei-Spiel sind überwiegend positiv“, sagt Teamchef Marcel Koller. „Aber es wartet noch viel Arbeit auf uns.“ Der Start war ideal, „wir konnten die Türken überraschen“. Durch die schnelle 2:0-Führung kehrte allerdings zum Missfallen des 51-Jährigen keine Ruhe ins Spiel der Österreicher ein. „Wir waren in Ballbesitz oft zu hektisch. Das lag aber auch an den Türken, die sehr gut attackiert haben.“ In dieser Phase habe sich seine Mannschaft in ein „Schneckenhaus“ zurückgezogen.
Marcel Koller lobte vor allem die Leidenschaft, die die Mannschaft an den Tag gelegt hat. Bis zum Deutschland-Match gelte es nun, das Auftreten in Ballbesitz zu verbessern. „Ein Defensivsystem zu trainieren ist einfacher als eine perfekte Offensive aufzubauen, weil da das kleine runde Ding dazukommt. Da geht es um Technik, Laufwege und Dribbelkünste.“
Der Teamchef hat die Elf, die gegen Deutschland bestehen soll, zwar noch nicht im Kopf, aber das Türkei-Match hat weitere Aufschlüsse gebracht. Christian Fuchs im linken Mittelfeld habe sich bewährt („Eine Option“), ebenso Suttner in der Viererkette. Auch Martin Harnik in der Spitze hätte seine Sache gut gemacht. „Er kann diese Position spielen, seine Schnelligkeit ist ein Vorteil.“ Als Nummer eins beginnt sich allmählich Robert Almer herauszukristallisieren, auch wenn sich Koller zu diesem Thema noch zurückhaltend äußert.
Gegen Deutschland, weiß der Teamchef, müsse man wieder bei null beginnen. „Aber seit dem ersten Länderspiel hat sich etwas entwickelt. Wir haben jetzt einen Stamm, der gut harmoniert. Wenn es um die Wurst geht, sind die Deutschen immer sehr konsequent. Aber wir können auch kämpfen!“
("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.08.2012)

