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Das grün-weiße Rotationsprinzip

19.08.2012 | 18:22 |  von Wolfgang Wiederstein (Die Presse)

Rapid fliegt mit viel Selbstvertrauen zum Europa-League-Auswärtsspiel bei Paok Saloniki. Austria zieht nach, gewinnt Hitzeschlacht in Ried mit 1:0.

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Wien. In Hütteldorf ist die Welt wieder in Ordnung. Über die klare Niederlage im Wiener Derby spricht bei Rapid keiner mehr, die jüngsten Erfolgserlebnisse wecken Vorfreude auf das Play-off-Hinspiel in der Europa League am Donnerstag in Saloniki gegen Paok. Was bereits in Salzburg recht souverän ausgesehen hat, das wirkte gegen Sturm Graz (3:0) wie die Bestätigung, heuer tatsächlich um den Titel mitspielen zu wollen. Dass Grün-Weiß von der Tabellenspitze lacht, das will Trainer Peter Schöttel zwar nicht überbewerten, unangenehm ist es ihm freilich auch nicht. Jeder Trainer erklärt lieber, warum man siegreich ist – manche Niederlagen geben ohnedies nur Rätsel auf.

Es läuft bei Rapid – und das ist kein Zufall. Der Rekordmeister hat einen ziemlich ausgeglichenen Kader, das eröffnet Peter Schöttel mehr Möglichkeiten. „Wir haben einen Kader“, so Steffen Hofmann, der Kapitän, der einen Treffer zum 3:0 beigesteuert hat, „in dem viele austauschbar sind, aber jeder seine Leistung bringt. Das macht uns unberechenbar.“

Gegen die Steirer fehlten Drazan, Trimmel und nach seinem US-Länderspiel auch Boyd, dafür zog Schöttel den erst 17-jährigen Louis Schaub, Sohn des ehemaligen deutschen Admira-Legionärs, aus dem Hut. „Wir werden noch viel Freude mit ihm haben“, sagt der Rapid-Trainer nach dem Debüt des bislang jüngsten Spielers, der heuer in der Liga eingesetzt wurde. Das Rotationsprinzip geht jedenfalls auf, weil die Mannschaft mitzieht, die Spieler die Entscheidungen des Trainer akzeptieren. Der aus Innsbruck heimgekehrte Ildiz konnte zeigen, dass er ein Versprechen für die Zukunft ist. Ein Assist stand letztlich zu Buche. Und Alar durfte sich über den dritten Treffer hintereinander freuen. „Es macht Spaß, in und mit dieser Mannschaft zu spielen“, so Hofmann. Entscheidend ist, dass Peter Schöttel alle bei Laune hält.

Die Laune nur unwesentlich verbessert hat sich bei den Salzburgern, auch wenn die beiden Norweger Havard Nielsen und Valon Berisha, beide 19, zu gefallen wussten. Trainer Schmidt beklagte sich übrigens über schlechte Behandlung in den Medien: „Alle meinen, RB Salzburg muss alles gewinnen, weil ohnehin alle so viel Geld verdienen!“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.08.2012)

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