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Austria Wien: Ein alter Schwachpunkt als neues Prunkstück

20.08.2012 | 16:56 |  von CHRISTOPH GASTINGER (Die Presse)

Unter Trainer Peter Stöger kassierte die Wiener Austria in fünf Ligaspielen erst ein Gegentor. Nicht nur Markus Suttner sieht einen Wandel der Spielphilosophie. „Wir spielen wieder unseren Fußball.“

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Wien. Wien ist – zumindest nach fünf gespielten Bundesligarunden – die Fußballhauptstadt Österreichs. Weil die Verantwortlichen in Salzburg noch immer keinen Masterplan erarbeitet haben, wie ihre Euromillionen erfolgsbringend einzusetzen wären, duellieren sich Rapid und Austria an der Tabellenspitze. Nachdem die Hütteldorfer am Samstag beim 3:0 gegen Sturm vorgelegt hatten, zogen die Favoritner am Sonntag mit dem 1:0 bei Ried nach.

Es sind Spiele wie jenes im Innviertel, die eine Mannschaft gewinnen muss, will sie nach 36 Runden in der Tabelle ganz oben stehen. Im fünften Ligaspiel der Saison ließ Violett zum vierten Mal keinen Gegentreffer zu. Zum Vergleich: In der Vorsaison waren es insgesamt 44, im Schnitt kassierte man also mehr als ein Gegentor pro Spiel. Mittlerweile hat die Austria neue Werte entwickelt. Die Defensive ragt als Prunkstück heraus.

„Spielen wieder unseren Fußball“

Markus Suttner ist ein wesentlicher Baustein der defensiven Ordnung. Im Gespräch mit der „Presse“ ortet der Linksverteidiger einen Wandel der Spielphilosophie. „Wir spielen wieder unseren Fußball, basierend auf Ballbesitz und Technik“, erklärt der 25-Jährige. Die Zeiten, in denen die Austria unter Trainer Ivica Vastić stur mit hohen Bällen ihr Glück versucht hat, sind vorbei. Nachfolger Peter Stöger hat dem Team, ohne es personell entscheidend zu verändern, neues Leben eingehaucht. Unter ihm vereinbart die Austria defensive Kompaktheit mit offensiver Effektivität. „Wir vergeben jetzt nicht mehr so viele Großchancen“, sagt Suttner. „Ein Spiel wie in Ried hätten wir voriges Jahr noch verloren oder maximal einen Punkt geholt.“

Stöger erweist sich für die violette Führungsriege bislang als Glücksgriff. Obwohl hinter Franco Foda in der Trainer-Causa ursprünglich nur zweite Wahl, leistet der 46-Jährige erstklassige Arbeit. Keine Spieler, die auf der Bank oder der Tribüne sitzend zum verbalen Rundumschlag ausholen. Keine Fans, die ob einer defensiven Spielausrichtung auf die Barrikaden gehen und für Unruhe im Verein sorgen. Der Erfolg ist Stögers Bestätigung. „Er tut uns gut“, berichtet Suttner. Ein Trainerwechsel sorge eben immer für frischen Schwung.

Stöger ist mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden. „Dass wir so starten, war zu erhoffen, aber nicht unbedingt zu erwarten“, bemerkt der Trainer nach dem dritten Auswärtssieg im dritten Spiel. Seit Einführung der Dreipunkteregel war der Austria selbiges noch nie zuvor gelungen. Das offensive 4–3-3-System erweist sich speziell auswärts als ausgesprochen wirksam. Der beste Beweis dafür war der 3:0-Derbysieg gegen Rapid. Der Hauptgrund für die Auswärtsstärke ist rasch erklärt. Suttner: „Wenn wir zu Hause spielen, steht die Gastmannschaft tiefer, fällt es uns schwerer zu kombinieren. Treten wir auswärts an, will auch der Gegner gewinnen. Dann bieten sich uns mehr Räume.“

Kampfansage nach Hütteldorf

Die ohnehin stets hohe Erwartungshaltung in Favoriten ist nach dem starken Saisonstart gestiegen. Eine weitere Saison ohne Europacup-Teilnahme ist für den Anhang undenkbar. „Mit jeder Woche, in der man oben steht, erwarten die Leute mehr“, weiß Alexander Grünwald, Torschütze beim 1:0 in Ried. In der kommenden Spielzeit schickt Österreich fünf Vereine in das Europacuprennen, Meister und Vizemeister treten in der Qualifikation zur Champions League an. „Da wollen wir dabei sein“, betont Suttner stellvertretend für sein Team.

Das gleiche Ziel verfolgt man auch im rund 13 Kilometer entfernten Hütteldorf. Dass aktuell beim Stadtrivalen und Tabellenführer sehr vieles sehr gut funktioniert, ist den Violetten „eigentlich egal“, wie ÖFB-Teamspieler Suttner festhält. Eine Kampfansage hat er für Grün-Weiß dann aber doch übrig. „Wir haben Rapid 3:0 geschlagen. Also werden sie in der Tabelle nicht da vorn bleiben.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.08.2012)

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11 Kommentare

Der Vorteil eines großen Kaders...

Austria und Rapid haben etliche gleichgute Spieler in ihren Kadern. Da kann ständig rotiert werden und ausgeruhte Leute ins nächste Match geschickt werden. Für die Austria war´s direkt ein Segen, daß Vastic NICHT die EL-Quali schaffte. Genau genommen wäre der Ivo aber eh nie Kampfmannschaft-Trainer geworden, wenn´s nicht der ausdrückliche Wunsch eines einflußreichen Sponsors im Vortand gewesen wäre. Aber inzwischen hat selbst der eingesehen, daß man Erfolg nicht kaufen kann.

Gast: zzzuuu
20.08.2012 10:10
3 3

Auf Tuchfühlung?

Wissen Sie nicht was auf Tuchfühlung bedeutet?

Die beiden Mannschaften sind Punktegleich und nur durch ein paar Tore getrennt.

Wenn das Tuchfühlung ist, na bravo.

Spart euch mal die Peinlichkeit des copy&paste von APA Artikeln oder stellt den Sportteil überhaupt ein.

Qualitätszeitung, lächerlich.

Re: Auf Tuchfühlung?

Nörgler :-)

Antworten Antworten Gast: zzzuuu
20.08.2012 13:43
0 0

Re: Re: Auf Tuchfühlung?

:-(

das ist ein Witz

bei der Hitze um 15:30 am Nachmittag zu spielen und den schmarrn noch im ORF zu übertragen

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Re: das ist ein Witz

auch bei optimalen Temperaturen wäre das Spiel nicht besser gewesen!! hab 15 min geschaut , ein Wahnsinn diese Fehlpass orgie !! Deutschland 3,Liga nur bezahlung weltmeisterlich

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Re: das ist ein Witz

der ORF ist der einzige Grund, warum um 16:00 gespielt werden muß

Re: Re: das ist ein Witz

ist es dann kühler?

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Re: Re: Re: das ist ein Witz

außer in Ried ist dann zumindest der Großteil des Spielfeldes im Schatten der Tribünen

6 2

Arme Rieder!

Schade.

Gast: Maximil
19.08.2012 22:08
4 5

Ein Austriasieg...

---durch die Rapidbrille des Presseredakteurs gesehen!