Dortmund/Wien. „Nach 50 Tagen wieder auf den geliebten Modus Spielbetrieb zu wechseln, das ist eine schöne Aussicht.“ Trainer Jürgen Klopp freute sich merklich auf das Ende der langen Sommerpause. Am Freitag (20.15 Uhr, live ARD) eröffnet Borussia Dortmund zu Hause gegen Werder Bremen die 50. Saison der deutschen Fußballbundesliga. Freuen dürfen sich die Schwarz-Gelben auch über neue Höchstwerte in der Bilanz: Ein Umsatz von 215,2 Millionen Euro und ein Gewinn von 34,3 Millionen Euro sind das Ergebnis aus Meisterschaft und Pokalsieg.
Obwohl der amtierende Doublegewinner der klare Favorit ist, rechnet sich die rot-weiß-rote Dependance in Bremen Chancen auf eine Überraschung vor den 80.000 Fans im Westfalenstadion aus. „Jeder ist zu knacken“, meinte etwa Zlatko Junuzović. Der ÖFB-Spieler freut sich schon besonders auf die Atmosphäre. „Vor so einer Kulisse einzulaufen, ist für jeden Profi das Schönste.“
Auch Sebastian Prödl ist optimistisch: „Wenn wir unsere beste Leistung abrufen, dann können wir auch aus Dortmund etwas mitnehmen.“ Prödl und Junuzović werden in der Startformation erwartet, Marko Arnautović wird dagegen wohl vorerst auf der Bank Platz nehmen müssen.
„Fingerhakeln“ um 40 Millionen
Den größte Titelrivale der Borussen beschäftigt neben dem Meisterschaftsstart noch eine millionenschwere Hängepartie. Der FC Bayern hat sich eben erst dazu durchgerungen, Europameister Javier Martinez von Athletic Bilbao für 40 Millionen Euro nach München zu holen. Doch Bilbaos Klubpräsident Josu Urrutia legt sich quer. Er will den Fanliebling auf keinen Fall gehen lassen. Verständlich, wenn man bedenkt, wie schwer es Bilbao fallen würde, Ersatz für Martinez zu finden. Der Klub aus dem Baskenland beschäftigt aus Prinzip nur Spieler mit baskischer Herkunft.
Der Wechsel, der sowohl der teuerste in der Bayern-Historie als auch der gesamten deutschen Bundesliga wäre, spießt sich zudem an steuerlichen Fragen. In Spanien ist es üblich, Spielern eine bestimmte Summe in den Vertrag zu schreiben, bei deren Zahlung sie den Verein verlassen können. Bei Martinez, der im defensiven Mittelfeld der Münchner den Konkurrenzkampf mit Luiz Gustavo, Bastian Schweinsteiger und Anatoli Timoschtschuk aufnehmen soll, sind das 40 Millionen Euro.
Da Bilbao nicht gesprächsbereit ist, könnte Martinez das Geld von den Bayern bekommen und selbst beim spanischen Ligaverband hinterlegen. Allerdings könnten dann möglicherweise steuerliche Probleme auftauchen – dieses Risiko wollen die Bayern nicht eingehen.
„Sehr, sehr stur“
„Es sieht im Moment nicht so aus, dass der Transfer klappt, weil die Leute in Bilbao sehr, sehr stur sind und offensichtlich alle Möglichkeiten ausnutzen, um den Transfer zu verhindern“, meinte Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der das Geschäft „gern machen“ würde, hat bereits Anwälte eingeschaltet.
2013 wollen schließlich wieder die Bayern als Meister die Bundesliga eröffnen, das Eröffnungsspiel morgen bei Aufsteiger Fürth sollte die Stars vor keine großen Probleme stellen. Für den derzeit verletzten ÖFB-Spieler David Alaba geht es vorerst einmal darum, seinen Stammplatz bei den Bayern zurückzuerobern. „Es geht beim FC Bayern schnell, dass man keine Rolle mehr spielt, und das will ich unbedingt vermeiden.“
("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.08.2012)

