Bis zu 1000 Anhänger von Paok Saloniki erwartet die Polizei zum Rückspiel der Europa-League-Qualifikation am Donnerstagabend gegen Rapid im Wiener Hanappi-Stadion. Ein großer Teil davon dürfte als Risikofans einzustufen sein, hieß es am Mittwoch bei der Wiener Exekutive. Der Polizeieinsatz wird sich in etwa in der Größenordnung eines Wiener Derbys bewegen, kündigte Polizeisprecher Roman Hahslinger im APA-Gespräch an.
Zu Zahlen des Personalaufkommens will sich die Polizei vor Hochrisiko-Spielen naturgemäß nicht äußern. Die Spiele Rapid gegen Austria werden jedenfalls immer als Hochrisiko-Begegnungen eingestuft, man kann in der Regel davon ausgehen, dass etwa 800 Beamte dort im Einsatz sind. Für die Begegnung mit PAOK Saloniki könnte die Zahl durchaus darüber liegen.
Beunruhigend ist auch, dass auf Seite des Rapid-Anhangs ebenfalls griechische Fans mitmischen könnten. Die Ultras der Grün-Weißen pflegen seit vielen Jahren eine Fanfreundschaft mit den Hardcore-Fans vom Gate 13 bei Panathinaikos Athen, zu deren wichtigsten Rivalen der Paok-Anhang zählt. Panathinaikos-Fans waren auch beim Platzsturm im Hanappi-Stadion im Mai 2011 bei einem Wiener Derby unter den Federführenden.
Auf Saloniki-Seite gibt es laut Hahslinger wiederum nicht verstummende Gerüchte, dass auch der Anhang von Partizan Belgrad mitkommen könnte, der mit den Paok-Fans eng verbunden ist.
Fan-Treffpunkt der Polizei bekannt
Hahslinger sagte, dass einige Anhänger von Paok Saloniki bereits in Wien seien. Das Gros dürfte aber über Bratislava anreisen, wo einige auch übernachten dürften. Die Polizei will besonderes Augenmerk auf die Ereignisse im Vorfeld des Spiels legen.
Aufgrund der drakonischen Maßnahmen nach den schweren Ausschreitungen in der Vorwoche in Saloniki und der Androhung noch härterer Strafen, sollte im Hanappi-Stadion etwas vorfallen, hofft die Exekutive, dass es in der Arena selbst relativ ruhigbleiben könnte.
Umso mehr sind die Stunden vor und nach dem Spiel eine Herausforderung. Wo sich der Anhang von Saloniki in Wien trifft, ist der Exekutive bekannt. Hahslinger wollte aber nicht bekanntgeben, an welchem Ort das sein wird, um nicht Anhaltspunkte für gewaltbereite Rapid-Fans zu liefern. Schwierig wird auch, die Fangruppen beim Anmarsch ins Hanappi-Stadion auseinanderzuhalten.
Edlinger warnt Rapid-Fans
Rapid-Präsident Rudolf Edlinger hat vor dem Play-off-Rückspiel indes eine eindringliche Warnung an alle Fans im Hanappi-Stadion gerichtet. "Selbst der Wurf eines leeren Trinkbechers könnte den Ausschluss aus dem Bewerb bedeuten", erklärte der 72-Jährige mit Hinweis auf die UEFA-Bestrafung, die unter anderem einen Europacup-Auschluss bei einem weiteren Vergehen beinhaltet.
Außerdem würden weitere Vandalenakte einen Einspruch gegen die UEFA-Sanktionen "fast unmöglich machen", so Edlinger. Bisher wurde der Einspruch aber noch gar nicht eingelegt, weil Rapid noch auf die Zustellung des Urteils warten muss - bis zu drei Tage nach dem Erhalt kann Rapid dann Berufung einlegen.
In die zweite Instanz wird Rapid definitiv gehen - ob im Bedarfsfall auch die dritte und letzte Instanz, der Internationale Sport-Gerichtshof (CAS) in Lausanne, angerufen wird, ist im Moment offen. "Ich schließe es nicht aus, aber da müssen wir zuerst das Urteil in zweiter Instanz abwarten", sagte Edlinger.
(APA)

