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Rapids Zukunft steht auf dem Spiel

29.08.2012 | 18:28 |  WOLFGANG WIEDERSTEIN (Die Presse)

Das Fußball-Europa-League Rückspiel gegen Paok Saloniki gilt als Hochsicherheitsspiel. Die Hütteldorfer stellen die Fanbetreuung auf neue Beine, Andreas Marek gibt auf.

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Wien. Die Strafe, die die Europäische Fußballunion nach den Vorfällen von Saloniki dem SK Rapid aufgebrummt hat, schmerzt die Verantwortlichen in Hütteldorf. Im Fall von neuerlichen Zwischenfällen droht sogar der Ausschluss vom Europacup. Daher steht beim heutigen Play-off-Rückspiel der Europa League gegen Paok Saloniki im ausverkauften Hanappi-Stadion auch irgendwie die Zukunft von Grün-Weiß auf dem Spiel. Das Match wurde zum Hochsicherheitsspiel ernannt, die Hütteldorfer behaupten, alle Vorkehrungen getroffen zu haben, um einen friedlichen Ablauf zu gewährleisten. Es werde intensive Kontrollen geben, im Einsatz sind knapp 600 Polizisten. Das sind um 30 Prozent mehr als bei einem Wiener Derby.

Die Exekutive erwartet heute rund 1000 Paok-Fans in Wien, ein großer Teil davon dürfte als Risikofans einzustufen sein. Obendrein gibt es Gerüchte, dass sich die Griechen mit Anhängern von Partizan Belgrad verbrüdern könnten. Zwischen diesen beiden Vereinen besteht eine Partnerschaft. Aufseiten von Rapid muss erwähnt werden, dass vereinzelte Fangruppierungen intensiven Kontakt zu den Hardcore-Fans vom „Gate 13“ bei Panathinaikos pflegen. Grün-Weiß verbindet offenbar, das war auch beim Platzsturm im Mai 2011 schon so.

„Künftig werden wir einen harten Weg einschlagen“, kündigte Rapid-Präsident Rudolf Edlinger im Rahmen eines Pressegesprächs am Mittwoch an. „Der Großteil unserer Fans hat sich in Saloniki ordentlich verhalten. Manche aber schaden dem Verein immer wieder. Bewusst oder unbewusst. Sechs verhaftete Rapid-Fans erwartet ein Prozess. Bis zur Urteilsverkündung besteht Hausverbot, im Fall einer Verurteilung wird das in ein langfristiges Stadionverbot umgewandelt.“

Edlinger übte sich bei dieser Gelegenheit zumindest auch ein wenig in Selbstkritik. „Vielleicht waren wir in der Vergangenheit zu tolerant gegenüber manchen Fans. Das wird es in Zukunft nicht mehr geben. Schließlich beobachtet die Uefa auch nationale Spiele sehr genau.“ Von Krawallmachern und Rowdies will der Rapid-Boss jedenfalls nichts mehr wissen. „Wir werden zwar auch weiterhin den Kontakt zu den Fans suchen, aber diejenigen, die Schaden verursachen, werden künftig nicht mehr willkommen sein.“ Und weiter meinte er: „Selbst der Wurf eines Trinkbechers beim Rückspiel gegen Paok könnte schon den Ausschluss aus der Europa League für uns bedeuten.“

 

„Es gibt keine Wunderpille“

Als erste Konsequenz kündigte Rapid eine Neustrukturierung der Fanarbeit an. Clubservice-Leiter Andreas Marek zieht sich in puncto Zusammenarbeit mit der „aktiven Fanszene“ zurück, für diesen Bereich werden ab Herbst zwei neue Mitarbeiter zuständig sein. Marek will in diesem Bereich nur noch beratend tätig sein.

Der gebürtige Waldviertler hat zuletzt immer wieder Kritik einstecken müssen. Am neuen Fanprojekt, sagte Marek, werde seit Monaten gearbeitet. Es soll von einem Sozialarbeiter sowie einem Experten in Sachen Sicherheit und Organisation geleitet werden. Die Umstrukturierung wäre auch ohne die Vorfälle in Griechenland gekommen. Den Vorwurf, eine zu tolerante Fanpolitik betrieben zu haben, wies der 50-Jährige zurück. „Es war sicher nicht ,zero tolerance‘, aber viele Dinge haben gut funktioniert. Vielleicht kann man mir vorwerfen, dass ich zu tolerant war, aber es gibt keine Wunderpille.“ Letztlich ausschlaggebend für seinen Rückzug: „Eine Handvoll hat sich abgewendet und will nicht mehr mit dem Verein reden.“ Es dürfte sich dabei um die Gruppierung „Vatos Locos“ handeln. Einige von ihnen haben in Wien Stadionverbot, saßen aber dennoch in den von Rapid gecharterten Flugzeugen. Marek, der sich künftig wieder vermehrt dem Marketing und Ticketing widmen will: „Wir werden auch weiterhin Auswärtsreisen organisieren, aber das Prozedere ändern.“

Um die Krawallmacher vom Toumba-Stadion zu identifizieren, hat Rapid von Paok die Videoaufzeichnungen eingefordert. Bisher ohne Erfolg.

Rein sportlich gesehen muss Rapid einen 1:2-Rückstand aufholen. Die Verletztenliste hat sich um Schimpelsberger (Seitenbandeinriss) erweitert.

Rapid: Königshofer; Trimmel, Sonnleitner, Gerson, Katzer; Heikkinen, Ildiz; Hofmann, Alar, Burgstaller; Boyd. – Paok: Glykos; Etto, Khumalo, Katsikas, Lino; Georgiadis, Fotakis, Kace, Robert; Giannou, Athanasiadis. Hinspiel: 1:2.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.08.2012)

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33 Kommentare
 
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Gast: tom green
30.08.2012 16:00
0 1

panik saloniki

es sind ja in wirklichkeit nicht nur die hardcore-anhänger von partizan beograd und panathinaikos in der stadt!
es wurden von augenzeugen noch viel gefährlichere fanatiker gesichtet:
es sollen auch fans von würmla, gaflenz und kottingbrunn schon im stadtzentrum sein...
gnade gott der schönen wienerstadt!

Antworten Gast: ibinaagast
30.08.2012 16:38
1 1

Re: panik saloniki

Nicht zu vergessen sind die wirklich schlimmsten und gefährlichsten Fans: die von Rapid

Gast: bloßso
30.08.2012 12:05
0 0

Mögen die Spiele beginnen!

"Vor dem Rückspiel in der Qualifikation für die Europa League zwischen Rapid und PAOK Saloniki hat es am Mittwochabend in der Wiener Innenstadt erste Zusammenstöße zwischen Anhängern beider Vereine gegeben. Entsprechende Medienberichte bestätigte Polizeisprecher Roman Hahslinger am Donnerstagvormittag. Demnach kam es zu einer Rauferei unter etwa 50 Fans, die Gläser und Sesseln eines Gastgartens als Wurfgeschoße benutzten.

Dazu wurden einige bengalische Fackeln entzündet. „Als wir gekommen sind, war bereits alles vorbei“, berichtete Hahslinger. Die Polizei hielt kurze Zeit später in der Umgebung eine Gruppe von etwa 20 griechischen Fans an. Es war aber niemandem persönlich nachzuweisen, dass er an Sachbeschädigungen beteiligt war. Die Beamten erstatteten schließlich Anzeige gegen unbekannte Personen wegen Sachbeschädigung und Raufhandels."
- sport.orf.at -

Wenn das schon so anfängt, frag ich mich erst wies vor/während/nach dem Spiel zugeht ...

Die SPÖ-Klubführung ist einfach überfordert!

Wird Zeit, das "Ding" Rapid auf neutralen Boden zu stellen!

Alleine die Verstrickung in das EADS-Eurofighter Konsortium durch Edlinger, Fischer, Darabos und Konsorten war der Jammer schlechthin, das ist nur die sich ständig wiederholdende die Draufgabe!

Antworten Gast: Celtic Glasgow
30.08.2012 18:51
1 0

Re: Die SPÖ-Klubführung ist einfach überfordert!

sie haben vollkommen recht. Die SPÖ-Klubführung ist nicht nur überfordert, sondern hat bis dato noch immer nichts dazugelernt. Das Spiel Rapid - PAOK hätte müssen im Happelstadion ausgetragen werden. Es wäre wirtschaflich für Rapid wohl besser gewesen vor 50.000 zu spielen als vor 16.800. Es ist typisch für diese Herrschaften. Sie wollen einen Klub wie Rapid finanziell runieren anstatt wirtschaftlich zu sanieren. Als Finanzminister hat Edlinger nichts getaugt und als Rapid-Präsindent ist er eine Katastrophe.

1 2

Ich hoffe

Wasserwerfer, Tränengas und Gummimunition sind ausreichend vorhanden.

Gast: 333
30.08.2012 08:58
1 3

Taschenpfändung

man sollte die Griechen beim betreten österreichischen Staatsgebiet gleich einer Taschenpfändung unterziehen.
Damit wäre der Polizeieinsatz gleich zu bezahlen.

Re: Taschenpfändung

bei deinen rapidlern is ja von vornherein nix zu holen

macht nichts, überhaupt kein Problem in Österreich

Hauptsache Edlinger kann über die Gefährlichkeit der Situation berichten und wird nicht einmal zur Feuerwerkskörper-werfenden-Rapid-Fangemeinde kritisch hinterfragt. Das ist bei Rapid alles lustig und nur ein klitzekleiner (...Fehler wäre schon der falsche Ausdruck) Ups, an dem ja eigentlich nur der ORF schuld ist, weil er die Bilder nicht zensiert hat!

7 0

endlich

seit vielen Jahren schon ist die Situation rund um Rapid eigentlich untragbar. bis jetzt haben die Verantwortlichen aus Angst vor ihren eigenen Fans ja nie was unternommen. ich bin neugierig ob es diesmal was bewirkt oder es mal wieder bei einem Lippenbekenntnis bleibt.........

600 Polizisten .....

.... machen Überstunden, vom Steuerzahler finanziert, um einige Krawallmacher in den Griff zu bekommen.

fussballverbot

ich kann immer wieder nur fordern: Fussballverbot für Österreich - eigentlich auch eine Thema für eine Volksbefragung

Gast: gast:1
29.08.2012 22:32
1 0

Real vs. Barca - JETZT auf ATV

nur zur Info...

(Jetzt = 29.8.2012 ab 22:30 Uhr)

Re: Real vs. Barca - JETZT auf ATV

Ich habe mir das Match angesehen: Ja, das war wirklich "Fußball vom anderen Stern"! 90 Minuten lang ging es im Höllentempo rauf und runter. Dazu wurde brillant gedribbelt und kombiniert. Und Fouls gab es praktisch keine. Zugegeben: Bei zwei Teams, die jedes rd. eine halbe Milliarde Euro "Marktwert" besitzt, darf man solches eigentlich auch erwarten. Dennoch: Auch wenn es sich bei Partien wie diese um einen echten"Fußballfeiertag" handelt: Man sollte einfach nur zusehen und genießen...

Antworten Gast: H. C. bitte kommen
30.08.2012 01:12
0 0

Re: Real vs. Barca - JETZT auf ATV

Hab' keine ORF-Karte, da ich keine GIS zahle. Nichtsdesotrotz danke für den Tipp.

Gast: Kein Genosse
29.08.2012 20:44
8 2

Da wird der Sponsor, Wien Energie, ein bissl mehr zahlen müssen

Das muß ja verstehen, sind ja alles Parteifreunde und sooooo sozial. Als Ausgleich erhöhen sie uns die Strom und Gaspreise.
Freundschaft Genossen!

Antworten Gast: yoshi1
29.08.2012 21:43
2 3

Re: Da wird der Sponsor, Wien Energie, ein bissl mehr zahlen müssen

Es gibt genug Korruption in diesem Land, da braucht man nicht noch neue dazuerfinden.

Re: Re: Da wird der Sponsor, Wien Energie, ein bissl mehr zahlen müssen

Was soll daran erfunden sein? Die WienEnergie ist ein Unternehmen das voll im Besitz des Landes Wien ist, da hilft auch die Pseudo-Dach-AG "Wiener Stadtwerke" nichts. Und sie sind der Hauptsponsor.

Über RedBull, Sturm Graz oder den Stronach regen sich alle auf - "gegen den modernen Fussball". Dabei ist aber gerade das was der SK Rapid samt Anhängerschaft veranstaltet zum Heulen: staatliche Unterstützung das zum Plean is. Deren Sponsoren sind drauf angewiesen sich ihre Brötchen im freien Markt selbst zu verdienen.

Eine Frechheit eigentlich, das staatsnahe Unternehmen sowas überhaupt dürfen.

Mit Sicherheit auch ein Grund wieso es ausgerechnet bei Rapid zu derartigen Ausschreitungen kommt, hätten die nämlich einen Hauptsponsor der sein öffentliches Image pflegen MUSS (weil ihm sonst die Kunden davonrennen), bzw. der darauf achten müsste nicht im negativen medialen Umfeld aufzutauchen, dann wären diese Starallüren der gewalttätigen Fans (Ultras, Unitedwestand, etc.) schon längst abgedreht worden.

Ein Armutszeugnis ist diese Vereinsstruktur und die Handlungsweisen der Geschäftsführer, wenn man bedenkt das dies der Verein mit dem größten Anhängerpotential und Marktwert in Österreich ist!

Um die müssten sich die Sponsoren normalerweise reissen. Stattdessen gibts die Halbverstaatlichung....

das wird lutig

da merkt man eigentlich wie blöd die Uefa ist da lass ich doch gleich das eine spiel unter leeren rängen spielen ... und provoziere eine Ausschreitung erst gar nicht !!!! der einspruch von rapid bringt sowieso nichts ....

Re: das wird lutig

Das eigentliche Problem Rapids besteht jedoch darin, daß die Bewährungszeit bis 2015 währt. Bis dahin ist eine lange Zeit, da kann jederzeit etwas passieren. Natürlich vor allem dann, wenn zu den eigenen gewaltbereiten "Fans" sich auch noch die ebenso gewaltbereiten "Fans" der jeweiligen internationalen Gäste dazu kommen! Da baut sich eine kritische Masse auf, die selbst von personell noch so massiv verstärkte Exektuiveinheiten nicht völlig neutralisiert werden können! Und was das Rückspiel gegen PAOK betrifft: Ich möchte nicht wissen was geschieht, wenn die Griechen verlieren und aus der EuropaLiga-Quali ausscheiden. 1000 Leute können da allerhand verheerenden Unsinn anrichten!

Bratislava

09.35 landet die erste Maschine!! Bratislava hat eine schöne Innenstadt , sollte man sich ansehen ..
Auf geht's Hütteldorf !!

Gast: wenigst
29.08.2012 17:04
0 0

Wenigst wos

Wenigstens werden sie a bissl a Geld zurückgeben.

Antworten Gast: Nix wenigstens
29.08.2012 17:52
3 0

Re: Wenigst wos

Diese Sozialhilfeempfänger? Die werden doppelt so viel Schaden anrichten, keinen Schadensersatz zahlen können und dann Urlaub auf Kosten der Steuerzahler im österreichischem Gefängnis nehmen


Gast: vito c
29.08.2012 14:54
7 1

kosten?

wer bezahlt den wahnsinn eigentlich?

könnte man dieses fan-problem nicht einfach darwinistisch lösen? schlicht dadurch, dass man die leute untereiander machen lässt, bis nur noch einer übrig ist. survival of the fittest.

oder jeder fan muss vor dem spiel 20 km laufen. oder sich sonstwie körperlich verausgaben, um dann einfach so fertig zu sein, dass er eh nimma zuschlagen kann. obwohl, da wäre es dann noch einfacher die leute durch kollektiven einsatz von sedativa ruhig zu stellen. vielleicht hat die moskauer polizei auch noch was von dem narkosegas, mit dem sie ca. 2002 eine geiselname beendete?

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Re: kosten?

Gitter drüber und das Stadion in Thunderdome umbenennen. Und vorher noch die Rechte an Hollywood verkaufen.

 
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