Kiew/RED. Die Ausgangslage war wenig verheißungsvoll, das Resultat konnte sich dennoch sehen lassen. Auch wenn Martin Stranzl und Borussia Mönchengladbach den Sprung in die Gruppenphase der Champions League verpassten, durfte man durchaus optimistisch bilanzieren. „Es war wieder ein kleiner Schritt nach vorn“, sagte ein zuvor stark aufspielender Stranzl, dessen Team bei Dynamo Kiew 2:1 gewann, nach der 1:3-Schlappe im Heimspiel aber nun in die Europa League umsteigen muss.
Dasselbe Schicksal erlitt auch ÖFB-Teamspieler Aleksandar Dragovic mit dem FC Basel. Die Schweizer standen nach dem 1:2 zu Hause auch beim 0:1 in Cluj auf verlorenem Posten. Während die Rumänen bereits zum zweiten Mal in der Gruppenphase der Königsklasse stehen, muss Basel, das im Vorjahr sogar einen Fixplatz hatte, mit rund neun Millionen Euro weniger budgetieren. Auch die Klubkassa der Gladbacher wird nicht so süß klingeln wie erhofft, gewonnen hat man aber scheinbar an Selbstvertrauen.
In Gladbach war man sich sicher: Die „Fohlen“, in den 1970er-Jahren feste Größe des europäischen Fußballs, sind international wieder salonfähig. Stranzl, der für seine Vorstellung in der Innenverteidigung viel Lob erhielt, war von der Mannschaftsleistung überwältigt. „Ich habe mit keiner meiner Mannschaften ein solch dominantes Spiel wie hier in Kiew erlebt“, erklärte der 32-Jährige angesichts von 60 Prozent Ballbesitz. Kein Wunder, dass die Dynamo-Fans ihr Team streckenweise auspfiffen.
Als fatal sollte sich schließlich die 1:3-Niederlage im Heimspiel erweisen. „Nicht die bessere, sondern die cleverere Mannschaft ist weitergekommen“, sagte Stranzl, „wir haben uns im Hinspiel locken lassen und Fehler gemacht. Da müssen wir uns weiterentwickeln und wollen dazulernen.“ Der Saison sieht er optimistisch entgegen: „Es schaut gar nicht so schlecht aus.“
("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.08.2012)

