Europa League: Schwer, aber keine große Attraktion

31.08.2012 | 18:32 |  WOLFGANG WIEDERSTEIN (Die Presse)

Rapid bekommt es in der Gruppenphase mit Bayer Leverkusen, Rosenborg Trondheim und Österreich-Schreck Metalist Charkiw zu tun.

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Wien. Es hätte attraktivere Gegner gegeben, vielleicht auch schlagbarere, aber Rapid muss sich dem Los fügen. Viele Anhänger und Spieler hätten sich als Gruppengegner in der Europa League beispielsweise einen FC Liverpool gewünscht, ein großes Kaliber bzw. ein „Kracher“ aber ist nicht dabei. Und dennoch bleiben die Hütteldorfer nur Außenseiter, wie Trainer Peter Schöttel selber zugibt. Er selbst wollte lösbare Aufgaben – geworden sind es Bayer Leverkusen, Metalist Charkiw aus der Ukraine und Rosenborg Trondheim aus Norwegen. Die erste Runde wird am 20. September ausgetragen. Erster Gegner ist der 22-malige norwegische Meister.

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Präsident macht in Optimismus

Präsident Rudolf Edlinger, der in den vergangenen acht Tagen einiges mitgemacht hat, stand in erster Linie noch immer die Freude über das 3:0 gegen Paok Saloniki und den ruhigen Fußballabend ins Gesicht geschrieben. „Wir sind nicht chancenlos“, meint er. „Warum soll man nicht auch einmal optimistisch sein? Ich denke schon, dass wir weiterkommen können.“ Dazu müsste man allerdings zumindest Gruppenzweiter werden. Nach heutigem Stand der Dinge muss Rapid das erste Heimspiel ohne Zuschauer austragen, auch wenn Rudolf Edlinger weiterhin hofft, mit dem eingelegten Einspruch noch mit Kulanz der Uefa spekuliert. „Wir wünschen uns, dass wir das Geisterspiel wegbekommen.“ Eher unrealistisch. Damit verbleiben Rapid die Einnahmen von zwei Spielen im Happelstadion. Und ein Fixum von 1,3 Mio. Euro. Dazu kommen 200.000 pro Sieg und 100.000 pro Remis dazu.

Rapid befand sich bei der Auslosung nur in Topf vier, dementsprechend könnte man nun die Chancen beziffern. Viele stempeln Bayer Leverkusen zum Favoriten, die weitaus unangenehmere Aufgabe könnte aber Metalist Charkiw heißen. Die Ukrainer haben in der vorigen Saison die Wiener Austria mit 2:1 und 4:1 geschlagen, im Sechzehntelfinale wurde Salzburg in die Schranken gewiesen – und zwar deutlich mit 4:1 und 4:0. Diese Südamerika-Auswahl gilt als Geheimtipp, große Chancen darf sich da auch Rapid nicht ausmalen. Wenn man schon ein Geisterspiel in Kauf nehmen muss, dann wäre das gegen die Ukrainer vielleicht noch am leichtesten zu verkraften. Denn gegen Metalist Charkiw werden auch die Rapid-Fans nicht den Unterschied ausmachen.

 

Rudi Völler freut sich auf Wien

Leverkusen weckt bei den Rapid-Fans Erinnerungen an den Hamburger SV, in Wien konnten die Hütteldorfer die Deutschen damals überraschen. Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler hat andere Pläne. „Wir freuen uns sehr auf Rapid Wien, weil Bayer Leverkusen in einem Pflichtspiel noch nie gegen Rapid gespielt hat. Unser Anspruch ist natürlich der Einzug in die nächste Runde. Das wird schwierig, ist aber machbar.“ Auch Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser blickt den Duellen erwartungsfroh entgegen. „Rapid als zweite Kraft in Österreich sollte man nicht unterschätzen. Aber insgesamt dürfte es eine lösbare Aufgabe sein, in dieser Gruppe weiterzukommen.“

Rosenborg Trondheim war einige Jahre lang Stammgast in der Champions League, viele Norweger haben von dort aus den Sprung nach England geschafft. Zu den Stars heute zählen Steffen Iversen, der Ex-Tottenham-Legionär, und Rade Prica, ehemals Hansa Rostock. „Gegen Rosenborg“, sagt Rapid-Kapitän Steffen Hofmann, der mit dem 3:0 den Schlusspunkt gegen die Griechen gesetzt hat, „rechnen wir uns schon etwas aus.“

Nach der Euphorie ist in Hütteldorf wieder Ernüchterung eingekehrt. Der Wille der Mannschaft war unübersehbar. Bei Salzburg hätte man sich das zumindest gegen Düdelingen erwartet. Aber die Schlappe hat wenigstens dazu geführt, dass man sich von einem Zarate getrennt hat. Solche Selbstdarsteller hat Rapid nämlich nicht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.09.2012)

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6 Kommentare
Gast: mr. unwichtig
01.09.2012 01:37
1

schließe mich cuniculus an

Abschließendes Statement:
'Aber die Schlappe hat wenigstens dazu geführt, dass man sich von einem Zarate getrennt hat. Solche Selbstdarsteller hat Rapid nämlich nicht.'

Das könnte man über einige andere (zum Teil ehemalige) RBS-Spieler sagen, aber Zarate war noch einer der Besten, zumindest meiner Meinung nach.


Immer wieder

Der Sport ist nicht das Herzstück der Presse, klar, aber immer wieder so unrecherchierte tendenziöse Hobbyexpertenartikel nerven.

Was soll der Absatz?
"Wenn man schon ein Geisterspiel in Kauf nehmen muss, dann wäre das gegen die Ukrainer vielleicht noch am leichtesten zu verkraften. Denn gegen Metalist Charkiw werden auch die Rapid-Fans nicht den Unterschied ausmachen."

Metalist ist stark, aber ich weise darauf hin, dass Leverkusen vor zwei Jahren gegen Charkiw mit dem Gesamtscore von 6:0 (4:0 a, 2:0 h) ins Achtelfinale eingezogen ist.
Also wieso sollten die Rapid-Fans gegen die Ukrainer am wenigsten einen Unterschied machen?

Antworten Gast: 3425
01.09.2012 10:38
0

Re: Immer wieder

Und ich weise Sie darauf hin, dass Metalist ein Jahr vorher sogar gegen Sturm Graz im Play Off ausgeschieden ist.

Das hat aber nichts mehr mit der jetzigen Mannschaft zu tun.

Voriges Jahr war erst im Viertelfinale Schluß.

Rapid ist gegen Metalist und Leverkusen chancenlos, ja ja ich weiß im Sport muß nicht immer der Bessere oder der Stärkere gewinnen.

In den beiden Partien gegen Trondheim könnten 4 Punkte drinnen sein, wobei der körperlich robuste norwegische Stil, ohne Zuschauer im Rücken sicher nicht einfach wird.

Antworten Gast: Hansi Burli
01.09.2012 10:00
0

Re: Immer wieder

Ich denke, das Spiel gegen Rosenborg ist für die Fans am unattraktivsten. Rosenborg sollte Rapid auch in einem lustlosen Geisterspiel-Kick besiegen können.

Charkiw hat letztes Jahr starke Leistungen im UEFA-Cup (Viertelfinale) und insb gegen die Austria gezeigt. Austria und Rapid sind (trotz aller Rivalität) ca gleich stark einzuschätzen. Da wird Rapid vielleicht überhaupt nur etwas mit den Fans im Rücken bewerkstelligen können.

Eine Katastrophe wäre jedenfalls, wenn das Leverkusen-Spiel das Geisterspiel sein müsste (großes Zuschauerinteresse und eine Rapid, die - angefeuert von den Zuschauern - wie einst gegen den HSV über sich hinaus wachsen kann).

Gast: b745
31.08.2012 20:51
0

ein derartiges polizeiaufgebot spricht bände

warum wird rapid nicht aus der bundesliga geschmissen

Re: ein derartiges polizeiaufgebot spricht bände

Geh doch weinen.

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