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Fußball-WM 2014: Brasilien findet den Rhythmus

11.09.2012 | 16:04 |   (DiePresse.com)

Weltverband Fifa ist mit dem Fortschreiten der Arbeiten zufrieden, die neuen Stadien nehmen Form an. Verkehrs- und Hotelprojekte hinken aber noch hinterher. „Wir liegen im Zeitplan", versicherte Rebelo.

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Rio de Janeiro. Der Weltfußballverband (Fifa) ist mit dem Vorlauf zur WM 2014 zufrieden. Misstöne zwischen Fifa und Gastgeber Brasilien sind selten geworden. Rund neun Monate vor dem Confederations Cup 2013 und knapp zwei Jahre vor der Weltmeisterschaft hat Brasilien den Takt erhöht. „Wir liegen im Zeitplan. Es gibt zwar noch viel zu tun, aber wir arbeiten auch viel", versicherte Sportminister Aldo Rebelo vor einigen Tagen. Tatsächlich kommt der Stadienbau voran, die Verkehrs- und Hotelprojekte hinken aber noch hinterher.

Maracanã in neuem Glanz

Auf Brasiliens prominentester Baustelle, dem Maracanã-Stadion in Rio, ist die Grundsanierung zu 62 Prozent abgeschlossen. Das Dach wird komplett erneuert, und das 62 Jahre alte Stadion erhält neue Ränge, VIP-Logen und Restaurants. Im Maracanã werden das WM-Endspiel und das Confed-Cup-Finale ausgetragen. 79.000 Sitzplätze sind vorgesehen, davon 75.000 überdacht. Die Kosten werden zum Schluss wohl bei einer Milliarde Reais (390.153 Euro) ankommen, obwohl die Summe zuletzt unter 900 Millionen Reais gedeckelt wurde.

Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke besucht Brasilien inzwischen im Zwei-Monatstakt. Gemeinsam mit Ex-Stürmer Ronaldo, der im lokalen WM-Komitee sitzt, inspiziert er nach und nach die zwölf Ausrichterstädte. Im August war er in Manaus (Bundesstaat Amazonas) und Cuiaba (Mato Grosso), im Oktober kommt er wieder. „Ob das Fifa-Team, das lokale WM-Komitee, die Regierung, die Austragungsorte oder die Bundesstaaten - wir haben unseren Rhythmus gefunden und gehen im gleichen Takt", resümierte Valcke mit Blick auf den WM-Slogan „Alle im gleichen Rhythmus".

Mit Ungeduld warten viele auch auf Fortschritte bei Infrastrukturprojekten. Im Mai hatten 41 von 101 der Fifa zugesicherten Vorhaben noch nicht begonnen. Viele Flughäfen müssen ausgebaut und modernisiert werden. Die großen Airports in São Paulo und Rio sind an ihren Grenzen oder schon darüber. Das Flugzeug wird 2014 das zentrale Fortbewegungsmittel für Fans und Teams sein. Zwischen São Paulo und dem WM-Ort Manaus liegen rund 4000 Kilometer oder etwa vier Flugstunden.

Sportlicher Aufholbedarf

Auch in den Städten herrschen oft chaotische Verkehrsverhältnisse. Stundenlange Staus lähmen täglich die Millionenmetropolen des Landes. Der Ausbau von Extra-Busspuren und U-Bahnnetzen kommt nur langsam voran. Ein weiterer kritischer Punkt sind die vielerorts zu knappen Hotelkapazitäten.

Sorgen bereitet vielen Brasilianern aber auch die fußballerische Leistung ihrer Nationalelf, denn die Seleção ist mitnichten in WM-Form. Fifa-Weltranglistenplatz zwölf ist wenig schmeichelhaft und der erträumte Titel Nummer sechs liegt noch in weiter Ferne. Das Team von Trainer Mano Menezes verpasste in London Olympiagold, und bis zum Confed-Cup muss sich die Mannschaft nun mit Testspielen wachhalten.

In einem freundschaftlichen Länderspiel hat man nun China mit 8:0 (2:0) abgeschossen. Im Arruda-Stadion von Recife war Starstürmer Neymar mit drei Treffern der überragende Mann. Die weiteren Tore erzielten Ramires, Lucas, Hulk und Oscar per Elfmeter (74.), zudem schoss der Chinese Liu Jianye ein Eigentor.

Zweimal gegen Argentinien

Brasilien rehabilitierte sich damit für den von den Fans kritisierten knappen 1:0-Sieg am Freitag gegen Südafrika. Die vom Spanier José Antonio Camacho betreuten Chinesen, Nummer 78 der Weltrangliste, hatten gegen den WM-Gastgeber von 2014 von Beginn an keine Chance. Die Seleção muss sich bis zum Confed-Cup 2013 in Brasilien durch Testspiele in Schwung halten. Die nächsten beiden Länderspiele gehen gegen den Erzrivalen Argentinien (19. September und 3. Oktober).

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1 Kommentare
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Umrechnung

"Die Kosten werden zum Schluss wohl bei einer Milliarde Reais (390.153 Euro) ankommen, [...]." Ziemlich billig; eher drei Nullen vergessen...