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"Salzburg neu": Trainer Schmidt sortiert Kader aus

13.09.2012 | 14:58 |   (DiePresse.com)

Douglas, Cristano, Leonardo, Lindgren und Boghossian wurden aus dem Kader eliminiert. "Wir müssen nicht nur für die Bundesliga, sondern auch gut genug für die Champions League sein", sagte Sportdirektor Rangnick.

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Neue Spieler sind in Salzburg keine Seltenheit. Einen derart radikalen Umbruch während der Saison hat es in der Red-Bull-Ära aber bisher nicht einmal bei Österreichs Fußball-Meister gegeben. Seit dem blamablen Aus in der Champions-League-Qualifikation Mitte Juli gegen Düdelingen holten die Salzburger acht neue Spieler, fünf davon erst kurz vor Transferschluss. Die Defensivspieler Isaac Vorsah und Rodnei sowie die Offensivspieler Sadio Mane, Kevin Kampl und Bright Edomwonyi wurden am Donnerstag vorgestellt.

Für die Neuen muss Platz geschafft werden. Sportdirektor Ralf Rangnick und sein Trainer Roger Schmidt eliminierten die mit teilweise sehr gut dotierten und noch länger laufenden Verträgen ausgestatteten Brasilianer Douglas, Cristiano und Leonardo sowie den Schweden Rasmus Lindgren und den Uruguayer Joaquin Boghossian aus dem Kader. Das Quintett darf seit Montag nur noch beim neuen Red-Bull-Zweitteam FC Liefering in der Regionalliga West mittrainieren.

"Sie werden bei uns keine Rolle mehr spielen", versicherte Rangnick. "Wir werden hier nicht mit 30 Feldspielern trainieren, das macht für niemanden Sinn." Für die einst um Millionenbeträge nach Salzburg geholten Spieler sollen neue Klubs gefunden werden. "Es gibt Länder, in denen das Transferfenster noch offen ist", erinnerte Rangnick. An den Ablösesummen werde es nicht scheitern. "Wir werden keine horrenden Forderungen stellen."

Kader mit maximal 22 Feldspielern

Zuletzt hat sich ÖFB-Teamspieler Jakob Jantscher aus Salzburg verabschiedet. Der beste Spieler der vergangenen Bundesliga-Saison wechselte mit Kaufoption leihweise für ein Jahr zu Dynamo Moskau. "Wir werden den Kader auf 21 oder 22 Feldspieler reduzieren", sagte Rangnick. "Das bleibt dann bis Weihnachten so." Mit Kapitän David Mendes, Dusan Svento und Alan fallen einige Spieler noch länger aus. Auch die Neuzugänge Rodnei und Edomwonyi sind für das Ligaspiel am Samstag gegen Ried noch kein Thema.

Den Umbruch erklärte Rangnick, seit Ende Juni im Amt, mit der fehlenden internationalen Klasse des Teams, das Schmidt-Vorgänger Ricardo Moniz in der Vorsaison zum Meistertitel und durch die Gruppenphase der Europa League geführt hatte. "Wir wollen irgendwann die Champions League erreichen. Wir haben gemerkt, dass es nicht so viele Spieler gibt, die dem Anspruch genügen können", sagte der deutsche Ex-Trainer von Schalke 04 und 1899 Hoffenheim.

"Wir müssen versuchen, nicht nur für die österreichische Liga, sondern auch international gut genug zu sein", betonte Rangnick. "Was wäre die Alternative gewesen? Hätten wir so weitergemacht wie bisher, hätten wir vielleicht kein ganzes Jahr verloren - aber zumindest ein halbes bis zur Winterpause. Mit dem Kader, den wir jetzt haben, wird es im Winter nur noch kleinere Korrekturen geben. Jetzt geht es darum, eine Mannschaft zu formen." Mit acht neuen Legionären.

Österreicher für Rangnick nicht Priorität

Jahrzehnte entfernt fühlen sich die im Vorjahr von Rangnicks Vorgänger Heinz Hochhauser getroffenen Aussagen an, den Salzburger Bullen den "Champions-League-Rucksack" abzunehmen und verstärkt auf österreichische Spieler zu setzen. "Wie war denn der Zuschauerschnitt, als im Vorjahr noch mehr Österreicher da waren?", fragte Rangnick provokant. "Die Österreicher, denen wir zutrauen, bei uns eine wichtige Rolle spielen, sind noch immer da."

Auch die heimische Bundesliga bekam ihre Geringschätzung ab. "Wieviele Spieler haben denn im Länderspiel gegen Deutschland (1:2) gespielt, die in der österreichischen Liga spielen? Zero", sagte Rangnick. Zumindest in der Startformation, in der in Salzburg mit Valon Berisha und Havard Nielsen auch zwei neue Norweger stehen. "Wir haben richtig gute Spieler geholt", versicherte Rangnick. "Es ist nicht selbstverständlich gewesen, diese Spieler nach Salzburg zu bekommen."

Kampl etwa war erst vor zwei Monaten vom deutschen Drittligisten VfL Osnabrück zum Zweitligisten VfR Aalen gewechselt, ehe es nach Salzburg ging. Bis zu drei Millionen Euro sollen die Bullen für den slowenischen U21-Teamspieler locker gemacht haben. "Ich sehe das als wichtigen Schritt, als große Herausforderung", sagte Kampl. Rodnei und Vorsah verfügen auch über internationale Erfahrung, letzteren sieht Schmidt eher als Innenverteidiger denn als defensiven Mittelfeldmann.

Der Trainer trägt die neue Transferpolitik seines Chefs zur Gänze mit. "Ich stehe zu 100 Prozent dahinter", betonte Schmidt. "Meine Hauptaufgabe ist es nicht, jeden Spieler zu beobachten. Ich bin in dem Maße miteinbezogen, in dem ein Trainer einbezogen sein soll." Nun gehe es darum, zusammenzufinden. "Alte und neue Spieler gibt es für mich jetzt nicht mehr", erklärte Schmidt, der von Tabellenplatz drei aus den Meistertitel holen muss. Rangnick: "Die Saison beginnt für uns in dieser Konstellation noch einmal neu."

(APA)

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5 Kommentare

Trotz 1:1 gegen Ried war Salzburg diesmal wirklich gut!

Und immerhin mußte man 85 Minuten mit 10 Mann auskommen, weil Neuerwerbung Vorsah wegen Torraub bereits nach wenigen Spielminute die Rote Karte sah! Aber es ging recht flott zur Sache und Strafraumszenen gab es zuhauf. Schußpech (Stange, knapp daneben) und ein überragener Gebauer im Rieder Tor verhinderten jedoch den Sieg. Vor allem hat mir der junge Slowene Kampl imponiert. Temporeich und technisch perfekt unterwegs und dazu auch noch viel Übersicht im Spiel. Einen solchen Mann können die Salzburger wirklich sehr gut gebrauchen! Hoffentlich schlagen auch die anderen jungen Talente ebenso ein...

Problematisch wird es freilich rund um die das nach Liefering abgeschobene Quintett. Wie will man die vor Vertragsende loswerden, wenn sie dort aufgrund der Ausländerregel gar nicht spielen dürfen? Denn nur dann bestünde noch die theoretische Chance, daß sie einem ausländischen Scout positiv auffallen. Da haben sich die Salzburger transfermäßig mächtig selbst ins Bein geschossen. Erstens teuer eingekauft und auch mit kräftigen Preisabschlägen nicht mehr anzubringen. Und zweitens muß man sie uch noch, vermutlich bis zum letzten Tag des Vertrages, mit einem hohen Fixum durchfüttern. Aber auch hier zeigt es sich wieder: Mit viel Geld kann man sich auch diesen Luxus leisten! Doch warum hat keiner schon vorher genau hingesehen, WEN man sich da an Bord holt?

Aber so etwas kommt eben dabei heraus, wenn man sich auf die euphorischen Beschreibungen von Spielervermittlern und Agenten verläßt!

der sympathiewert von Red null

steigt und steigt und steigt....,..,.,....

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zero quote

Herr Rangnick vergisst Herrn Burgstaller, wenn er davon spricht, dass zero BL Spieler gegen 'schland im Einsatz waren. Hoffentlich ist er bei seinen sonstigen Arbeiten penibler. Kleinigkeiten sollen ja angeblich den großen Unterschied machen

Re: zero quote

angeblich spielen die heuer nicht mal Europa League, trotz Millioneninvestitionen?

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de hom an vogel