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Krisenstimmung bei Real Madrid

16.09.2012 | 12:52 |   (DiePresse.com)

Jose Mourinho war nach dem 0:1 in Sevilla und der zweiten Saisonniederlage extrem mürrisch. "Mehr als die Niederlage beschäftigt mich, dass ich im Moment keine Mannschaft habe."

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Sevilla/Barcelona. Die zweite Niederlage in vier Ligaspielen lässt bei Real-Madrid-Trainer Jose Mourinho die Alarmglocken schrillen. Nach einem 0:1 am Samstagabend in Sevilla fehlen dem spanischen Fußball-Meister bereits acht Punkte auf den führenden Erzrivalen FC Barcelona. "Mehr als die Punkte beschäftigt mich, dass ich im Moment keine Mannschaft habe", betonte Mourinho. Tatsächlich war das Starensemble in Andalusien ein Schatten seiner selbst.

Mourinho war fuchsteufelswild, wechselte bereits zur Pause die schwachen Offensivspieler Angel di Maria und Mesut Özil aus. "Eigentlich hätte ich sieben Spieler austauschen müssen. Wir haben den Lohn dafür bekommen, dass wir so schlecht waren", erklärte der Portugiese. "Ich mache mir Sorgen. Wirklich gut haben wir seit Saisonstart nur im Supercup gespielt." In diesem rang der Rekordmeister Barca mit 2:3 und 2:1 nieder.

In der Liga klappt es dafür überhaupt nicht nach Wunsch. Einen einzigen Sieg gab es bisher. Nach dem 3:0 unmittelbar vor der Länderspielpause zu Hause gegen Granada bestimmte aber Cristano Ronaldo die Schlagzeilen, der seine Tore nicht bejubelte und "Traurigkeit" als Grund dafür anführte. Das ließ Platz für Spekulationen, wonach sich der Superstar in Madrid nicht mehr wohlfühle, den Club verlassen wolle oder zumindest einen neuen Vertrag verlange.

Die Unruhe sei aber nicht das Hauptproblem, meinte Mourinho. "Es hat nichts mit den Gerüchten der letzten zwei Wochen zu tun", versicherte der Real-Coach. "Wir haben heute nicht anders gespielt als in den Spielen davor." Vielmehr gehe es um die Einstellung einiger Spieler. "Einige Köpfe sind bei der Sache und konzentriert. Aber es ist hart, wenn du Spieler dabei hast, die nicht voll engagiert sind", meinte Mourinho. "Aber ich bin der Trainer, ich bin dafür verantwortlich."

Schon nach der ersten Saisonniederlage gegen Getafe hatte "The Special One", der mittlerweile "The Only One" genannt werden will, seine Akteure scharf kritisiert. Am Dienstag (20.45 Uhr/live Puls 4) besteht zum Auftakt der Champions League im großen Schlager gegen Manchester City die Chance zur Rehabilitation.

Barcelona empfängt erst einen Tag später Spartak Moskau, muss dabei aber auf Kapitän Carles Puyol verzichten. Der Innenverteidiger zog sich beim 4:1 gegen Getafe eine Überdehnung des Kreuzbandes zu und fällt laut Clubangaben vier bis sechs Wochen aus. "Puyol ist wichtig für uns und wir hoffen, dass er schnell zurückkommt", erklärte Barca-Trainer Tito Vilanova.

Puyol hatte sich erst im Mai einer Knieoperation unterziehen müssen, die ihn die EM 2012 gekostet hatte. Nun fehlt der 34-Jährige auch im nächsten "Clasico" gegen Real am 7. Oktober. Im Gegensatz zum Erzrivalen gelang Barca zumindest die Generalprobe für die Champions League. Dafür sorgte einmal mehr Weltfußballer Lionel Messi, der in der zweiten Hälfte mit einem Doppelpack auf 3:0 stellte.

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