25.05.2013 03:26 Merkliste 0

Schöttel nach Rapid-Pleite: "Haben wir nicht verdient"

05.10.2012 | 12:13 |   (DiePresse.com)

Vom 0:2 in Charkiw war der Rapid-Trainer Schöttel enttäuscht, aber mit der Entwicklung der Mannschaft ist Schöttel zufrieden. In der Europa League steht Rapid jetzt "mit dem Rücken zur Wand".

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Nach dem 0:2 in Charkiw und damit der zweiten Niederlage im zweiten Gruppenspiel der Fußball-Europa-League ist der Aufstieg in die K.o.-Phase für Rapid in weite Ferne gerückt. Aber nicht nur, weil sich das Aus bereits abzeichnet, verließen die Kicker des Rekordmeisters am Donnerstag mit hängenden Köpfen das Stadion der EM 2012. 65 Minuten lang schien gegen die ukrainische "Südamerika-Auswahl" eine Überraschung in Griffweite, wie schon beim 1:2 gegen Rosenborg Trondheim stellte man sich selbst ein Bein. "Wir haben es nicht verdient, mit null Punkten dazustehen", war Trainer Peter Schöttel denn auch überzeugt.

"Wir haben uns vorgenommen, das Spiel mit viel Freude und Mut zu bestreiten, und wir wollten zeigen, dass wir auf diesem Niveau mithalten können", erklärte der 45-Jährige nach dem sechsten und bis dato wohl bedeutendsten Europacupspiel seiner Trainerkarriere. Die bitteren Charkiw-Gastspiele der Wiener Austria und Salzburgs in der Vorsaison (jeweils 1:4) jedenfalls schienen vergessen, als Grün-Weiß schon in der Frühphase der Partie mehrere Chancen auf die Führung vorfand und ein Kopfball von Christopher Trimmel an die Stange ging (20.).

Während Trimmel in dieser Situation Fortune fehlte, mussten andere wie Kapitän Steffen Hofmann, der mit schön angetragenen Freistößen mehrmals die Verwundbarkeit der Charkiw-Defensive offenlegte, Deni Alar oder Guido Burgstaller in punkto Chancenauswertung mit sich selbst hadern. "Ich hätte nicht gedacht, dass wir zu so vielen Möglichkeiten kommen. Aber wenn du fünf, sechs hochkarätige Chancen hast, dann musst du die eine oder andere verwerten", stellte Schöttel nüchtern fest. "Da hatten wir Pech, vielleicht hat auch die Entschlossenheit gefehlt."

"Das ist nicht tragbar"

Mario Sonnleitner fand es "mühsam, darüber zu diskutieren. War es Glück, Pech, oder ist es Qualität?", fragte der Steirer, während wenige Meter daneben Metalist-Präsident und Oligarch Alexander Jaroslawski Autogramme schrieb. Dass man ausgerechnet gegen einen spielerisch so starken Gegner in dessen eigenen Stadion durch einen Kopfball nach Freistoß in Rückstand geriet, wurmte Sonnleitner ebenso wie Schöttel. "Das ist auf diesem Niveau nicht tragbar", meinte der Verteidiger, "schade und ärgerlich, dass wir durch eine Standardsituation auf die Verliererstraße gekommen sind", kommentierte der Trainer.

Schöttel jedenfalls durfte sich auf die Fahnen heften, das Team auf einen starken Gegner gut eingestellt zu haben. "Es ist uns gelungen, dass wir sie lange Zeit nicht so zur Entfaltung kommen haben lassen, wie wir sie schon gesehen haben", betonte er und sah den kontrolliert-offensiven Ansatz seiner Elf, den er schon im Vorfeld angekündigt hatte, bestätigt. "Die Überlegung war, dass es nicht reichen wird, hinten drinzustehen und zu verteidigen. Deswegen haben wir auch Ildiz drin gehabt, da hätten wir ja auch Kulovits bringen können. Wir haben versucht, es spielerisch zu lösen. Ich denke, dass war recht mutig von uns, und wir wären beinahe belohnt worden." Auch der ungewohnte Einsatz von Thomas Prager im rechten Mittelfeld, wo der Brasilianer Taison zu wirbeln pflegt (Schöttel: "Er war mit seiner Schnelligkeit sehr, sehr unangenehm") erwies sich als adäquates taktisches Manöver.

Die magere Punkteausbeute ärgerte nicht zuletzt den Leitwolf der Hütteldorfer. "Wir hätten eigentlich deutlich mehr Punkte machen können und müssen. Leider belohnen wir uns nicht. Das ist sehr enttäuschend für uns", befand Hofmann, er setzt auf einen weiteren Reifeprozess: "Wir können aus diesem Spiel sehr viel Positives mitnehmen. Für die Zukunft ist das für eine so junge Mannschaft sehr wichtig."

Schöttel schlug in dieselbe Kerbe. "Ich habe den Spielern zu ihrer Leistung gratuliert. Sie merken selbst, dass eine Entwicklung da ist, dass etwas weitergeht. Das ist für die jungen Spieler eine tolle Erfahrung. Wir sind auf einem guten Weg. Ich war wirklich positiv überrascht." Weniger erfreut zeigte er sich vom Frustfoul Burgstallers in der Nachspielzeit, das dem Kärntner eine Rote Karte einbrachte: "Er kann halt nicht verlieren. Die Reaktion war überzogen, jetzt er fehlt uns, weil er ein sehr wichtiger Spieler ist."

Tatsache ist, dass Rapid im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen, das am 25. Oktober nach dem Geisterspiel gegen Rosenborg wieder vor gefüllten Rängen im Prater über die Bühne gehen wird, schon massiv unter Druck steht. "Wir sind mit dem Rücken zur Wand, aber ich freue mich endlich auf ein volles Happel-Stadion", sagte Sonnleitner, "jedes Spiel ist eine Entwicklungsphase und vielleicht ist noch etwas drinnen."

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

Mehr auf DiePresse.com

12 Kommentare
1 0

Mit Millionen

schafft es der österr. Fussball nicht, auch nur EUROPA-klassig zu werden.

Aber ein WELTKLASSE-Sportler wie Dinko Jukic wird in diesem Land gesperrt, weil er einigen unfähigen und/oder korrupten Funktionären auf die Zehen steigt.

Oh du armes Österreich!

Re: Mit Millionen

Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Die Sache mit Dinko Jukic ist eigentlich typisch für die Zustände in vielen "Randsparten". Dort herrscht eine Funktionärskamarilla, welche sich an den Geldern der diversen "Sportfördermillionen" delektiert, ohne dafür zu sorgen, den unter ihnen "dienenden" Sportlern jene professionellen Rahmebedingungen zu schaffen, welche nötig sind, um echte Spitzenleistungen, Titel und Rekorde zu generieren. Nur bei großen internationalen Veranstaltungen sind sie dann in Regmientsstärke vor Ort gestellt. Wie zuletzt bei den Olympischen Spielen in London. Ein Großteil der rot-weiß-roten Teilnehmer waren - Funktionäre! Dafür fehlten Trainer und Ärzte; aber wer braucht die schon bei einem solchen sportlichen Event...

die niederlage verdient....

immer der, der keine tore schiesst ! später fragt keiner, wie haben die damals gespielt ? sondern wer hat gewonnen !!!!

Geld macht Fußball!!

Das steht fest! Nur schade, dass dann Salzburg nicht mehr Europaniveau bekommt. Trotz Mateschitz im Hintergrund! Wäre doch einmal viel spannender auf ORF, wenn auch eine Manschaft von uns mit den internationalen Größen mithalten könnte!!

Fußball

ist ein grausames Spiel
immer gewinnt die Mannschaft ,die die meisten Tore schießt

Gast: meinnameisthase
05.10.2012 16:06
3 4

Bezahlung

Es ist wie mit den Politikern. Je mehr Geld sie erhalten, desto schwächere Leistung liefern Sie.

Gast: violasiempre
05.10.2012 15:25
2 6

Gejammer

Im Fußball zählen eben die Tore und nicht der überlegene Ballbesitz, tolle Chancen, was auch immer. Hofmanns Zeit ist vorbei, er trifft schon längst nicht mehr und auch sonst hat Rapid keinen Knipser.

So, die Europaleague können sie abhaken. Die Tabellenführung und Meisterschaft auch denn bald ist Derby und da werden wir sie wieder auf den Boden der Realität zurück holen. Bei vier verlorenen Derbys müssen sie schon sehr viel öfter als wir gewinnen, um noch um den Titel mitzuspielen.

Und im Cup hat Rapid ohnehin keine Chancen. Selbst wenn sie irgendwann einmal, was ich nicht glaube, die "Kleinen" überstehen, irgendwann müssen sie sich uns stellen, der Nr. 1 in Wien.

1 0

Re: Gejammer

Um die Nr.1 in Wien könnt ihr gerne streiten. Dann aber mit einem Budget, welches dem entspricht.

Solange ihr Profisport betreibt und auch bezahlt sollte der Anspruch doch etwas höher sein. Wer europäische Profisportler holt und auch bezahlt, sollte doch etwas mehr als Landesliganiveau haben.
Schämt euch, ihr ach so tollen Kicker!

Re: Gejammer

Und wann wachst auf...?

Gast: idee reicher
05.10.2012 14:16
6 1

das wird nie was mit dem österr. Fussball

Weil man sich bei uns freut, wenn man 2:0 verloren hat, weil sich die "Mannschaft gut entwickelt" hat. Wir haben soooo gut gespielt und so tolle Chancen gehabt, da kann man wirklich zufrieden sein. :-))

Diese Mentalität ist ein gefundenes Fressen für all jene Klubs, die ein Spiel gewinnen wollen.

Gast: BergerBergerBerger
05.10.2012 13:44
1 0

jaja

Rapid ist toll. Rapid ist so toll. trololo
Rapid ist toll. Rapid ist so toll. trololo
Rapid ist toll. Rapid ist so toll. trololo

3 2

Die Eurofighter-Millionen,

sie ser frühere Finanzminister Edlinger für seinen roten Verein organisiert hat, bringen auf Dauer auch kein Glück, und Rapid steht nicht mit dem Rücken, sondern mit dem Gesicht an der Wand und "rockt" so für Österreich.