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WM-Qualifikation: Klose – das nächste Festspiel

13.10.2012 | 17:01 |  von MARKKU DATLER (Die Presse)

Deutschland ließ mit dem 6:1 in Dublin aufhorchen. Joachim Löws Mannschaft ist auf dem direkten Weg zur Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien, Stürmer Miroslav Klose hat noch ein anderes Ziel.

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„Oldie“ – diesen Spitznamen hört der Fußballer Miroslav Klose irrsinnig gern. 34 Jahre ist der Stürmer, der seit 2001 für das DFB-Team spielt, mittlerweile alt und damit ist er auch der Senior in der Auswahl von Trainer Joachim Löw. Dennoch verfügt der Lazio-Star weiterhin über den profunden Torriecher. Das bewies er auch Freitagabend im mit 44.000 Zuschauern gut besuchten Aviva-Stadion von Dublin. Klose erzielte das 3:0 gegen Irland, Deutschland gewann letztlich ungefährdet mit 6:1 und befindet sich damit auf dem besten Weg, die direkte Qualifikation für die WM 2014 in Brasilien als Gruppensieger zu erreichen.

Das wäre auch ein Herzenswunsch von Klose. Welcher Fußballer träumt nicht davon, bei einer WM seine Karriere zu beenden? Er wäre dann 36, in diesem Alter hängen schon sehr viele Fußballschuhe an diversen Nägeln. Klose will bis zur WM aber noch einen ganz anderen Traum verwirklicht wissen. Er hat in 125 Länderspielen 65 Tore geschossen, die Statistik ist beeindruckend. Nur fehlt noch das „Sahnehäubchen“, sagt Klose. Jetzt fehlen nur noch drei Tore auf den Rekord von „Bomber“ Gerd Müller.

Klose, der zuletzt durch seine Fairness – er ließ in der Serie A einen vom Referee bereits gegebenen Treffer aufgrund seines Handspiel annullieren – glänzte, gilt als ruhiger, als besonnener Spieler. Er legt keinen Wert auf Allüren, selbst die Kritik von Uli Hoeneß, er habe das Gros seiner Tore nur gegen Teams aus Saudiarabien oder anderen, weitaus schwächeren Fußballnationen erzielt, ließ er sehr zum Leidwesen des auf Schlagzeilen bedachten Bayern-Präsidenten unkommentiert im Raum stehen. Schließlich hat er 322 Minuten lang kein Tor im Nationalteam geschossen. Klose weiß, dass er nur mit Leistung und Toren antworten kann. „Es ist das Beste, wenn ich den Mund halte und mich nur auf den Fußball konzentriere.“ So mancher ÖFB-Stürmer sollte sich ihn als Beispiel nehmen.

Nur eine kurze Feier. Während sich knapp 5000 nach Dublin mitgereiste deutsche Fans in den Pubs über das Torfestival und den hilflos an der Seitenlinie stehenden Italiener Giovanni Trapattoni amüsierten, hatte Joachim Löw den Auftritt bei den „Boys in Green“ längst abgehakt. Die Wiederentdeckung der Spielfreude wolle er auch beim Spiel am Dienstag gegen Schweden sehen, sagte er, in dieser Partie werde die Vorherrschaft in der Gruppe C – mit Österreich – entschieden. Löw: „Irland darf nicht der Maßstab sein für uns. Wir haben es gut ausgenutzt, aber gegen Schweden wird es deutlich schwerer. Es ist ein anderes Spiel, wir müssen Ibrahimovic beschäftigen.“

Das EM-Aus hat Deutschland vergessen, mit Erfolgen gab die Nationalmannschaft Medien und Fans neue Träume und auch der 52-jährige Löw erlebt so wieder ruhigere Arbeitstage. Vorbei sind Fragen, ob er denn amtsmüde oder nach sechs, sieben Jahren noch der richtige Mann für diesen Job sei. In seinem 87. Länderspiel gab es praktisch nur Gewinner. „Es ist doch normal, dass man schwierige Phasen durchmacht. Wir hatten im September nicht den Rhythmus, den wir jetzt haben.“ Da mühte sich Deutschland noch zu einem 2:1-Sieg in Wien. Aber auch das war ein ganz anderes Spiel.  

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.10.2012)

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2 Kommentare
Gast: Björn Karlsson
13.10.2012 00:05
1 0

Tre kronor

Die Bezeichnung "Tre kronor = Drei Kronen" wird in Schweden nur für das Eishockey team verwendet. Für die Fußball-Nationalmannschaft ist die Bezeichnung nicht korrekt.
mfg Björn Karlsson

Gast: Gastkommentar
12.10.2012 23:13
2 0

Solide Leistung

Da haben sich Jogis Jungs ordentlich gesteigert. Respekt.