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EM-Qualifikation: Uefa bastelt an neuem Modus

16.10.2012 | 10:42 |   (DiePresse.com)

Bei der EM 2016 in Frankreich nehmen erstmals 24 Länder teil. Der neue Ausscheidungsmodus soll den Verbänden mehr TV-Geld einbringen.

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Obwohl die Fußball-WM-Qualifikation gerade erst so richtig begonnen hat, wirft schon die nächste EM-Qualifikation ihre Schatten voraus. Die kontinentale Endrunde 2016 in Frankreich wird erstmals mit 24 Mannschaften gespielt, was eine Änderung des Ausscheidungsmodus zur Folge hat. Wie genau die Adaptierung aussehen wird, ist derzeit noch offen.

ÖFB-Generaldirektor Alfred Ludwig würde sich einen ähnlichen Modus wie bisher wünschen. "Der hat sich meines Erachtens bewährt. Allerdings kenne ich die Alternativen nicht." Entgegen vieler Spekulationen wird es eine Art Vor-Qualifikation für kleine Länder wie Färöer oder Andorra wohl nicht geben. "Die Tendenz geht eher nicht in diese Richtung", meinte der Wiener.

Klarheit sollte diesbezüglich spätestens am 5. Dezember nach einer Sitzung der Uefa-Kommission für Nationalmannschaften in Nyon herrschen. Im Zuge dieses Meetings dürfte auch der Uefa-Vorschlag für den internationalen Spielkalender ab Sommer 2014 in seinen Grundzügen erstellt werden. "Bei dieser Sitzung muss die Weichenstellung erfolgen, weil man ohnehin spät dran ist", erklärte Ludwig.

Einzelspieltermine werden gestrichen

Auch wenn für die Zeit nach der WM 2014 noch keine fixen Vereinbarungen getroffen worden sind, so ist es dennoch ausgemachte Sache, dass die Einzel-Länderspiel-Termine - bisher immer mittwochs zwischen zwei Wochenenden mit Liga-Fußball - gestrichen werden. Damit kommt man vor allem den Klubs entgegen, doch auch die Teamchefs waren von diesen Partien aufgrund der geringen Zeit zur Vorbereitung wenig begeistert.

Dafür wird es Doppel-Runden jeweils im März, Juni, September, Oktober und November geben. Die sogenannten "Doubleheader" sind, sofern es sich um Pflichtspiele handelt, dann nicht mehr wie derzeit auf Freitag und Dienstag festgelegt. Das erste Match wird zwischen Donnerstag und Samstag, das zweite zwischen Sonntag und Dienstag ausgetragen werden. Datum und Uhrzeit der Partien in der kommenden EM-Qualifikation werden ebenso wie der generelle Spielplan aller Gruppen von der UEFA festgelegt - Terminkonferenzen mit den Nationaltrainern aller Mannschaften eines Pools gehören ab sofort der Vergangenheit an.

Diese Neuerungen bringen für Fifa, Uefa und Nationalverbände zwei Vorteile: Zum einen fällt die "fußballlose Zeit" - bei Quali-Doppelterminen gibt es innerhalb von zwei Wochen nur zwei Tage mit Fußball - weg. Zum anderen ist dadurch mehr Fernsehgeld herauszuholen, weil in der Qualifikation sechs Tage lang durchgespielt und damit auch durchgesendet wird.

Uefa vergibt TV-Rechte an Agentur

Um das Maximum aus den TV-Verträgen zu verdienen, hat die Uefa die Rechte an sämtlichen EM-Qualifikationspartien an "CAA Eleven" vergeben. Diese Agentur mit Sitz in Nyon kümmert sich unter der Oberhoheit der europäischen Fußball-Union um den Weiterverkauf an die einzelnen Länder. Ein TV-Sender muss künftig das komplette Paket mit allen Partien erwerben - eine Konstellation wie in dieser WM-Ausscheidung mit Liveübertragungen der ÖFB-Heimspiele im ORF und der -Auswärtsspiele auf ATV wird es nicht mehr geben.

Durch die zentrale Vermarktung erhält jeder Nationalverband eine garantierte Summe. Bisher verkauften die Verbände ihre TV-Rechte selbst, was wiederum dazu führte, dass bei unattraktiven Gegnern wenig Geld eingenommen wurde. "Dass wir zum Beispiel in den letzten beiden Qualifikationen gegen Deutschland gelost wurden, war aus wirtschaftlicher Sicht ein Segen. Bei Griechenland aus Topf eins hätte es anders ausgeschaut. Jetzt haben wir schon vor der Auslosung eine fixe Summe und damit Planungssicherheit", erläuterte Ludwig.

Die TV-Rechte trat der ÖFB an die Uefa ab, anders sieht es bei der Bandenwerbung aus. Hier bestimmt der ÖFB nach wie vor selbst, was auf den Tafeln zu sehen ist. "Für eine zentrale Bandenwerbung ist es meiner Meinung nach zu früh, außerdem kann ich dann die ÖFB-Sponsoren nicht schützen", sagte Ludwig, der sich bei seiner Vorgehensweise am deutschen und am Schweizer Verband orientierte. Andere Nationalverbände jedoch übertrugen auch ihre Marketing-Rechte an die Uefa.

(ag)

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