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Gruppe C: Deutschlands „Blackout“

17.10.2012 | 17:28 |   (Die Presse)

DFB-Trainer Joachim Löw rätselt über das 4:4-Remis nach einer 4:0-Führung gegen Schweden. „Wie ein Systemabsturz.“ Während sich Schweden über den Punktgewinn freut, herrscht in Deutschland kollektives Staunen.

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Berlin/Stockholm/Fin. Erik Hamren weiß, wie man Erfolge richtig zelebriert. Mit Freude setzte sich Schwedens Cheftrainer nach dem überraschenden 4:4 im WM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland in Berlin an die Hotelbar.

Er gönnte sich einen tüchtigen Schluck Whiskey und rauchte eine Zigarre. Sport, Nikotin und Alkohol sind an sich mit Spitzensport nicht vereinbar, Trainer haben ja auch eine Vorbildrolle. Dieses Spiel aber hatte es Hamren angetan. Er war zu aufgewühlt, um diesen Abend einfach zu vergessen – und blieb die ganze Nacht munter.

Es ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, dass Deutschland, obendrein vor eigenem Publikum, einen 4:0-Vorsprung binnen 30 Minuten verspielt und sich mit nur einem Punkt begnügen muss. Solche Augenblicke müsse man intensiv auskosten, sagt Hamren. Doch schon beim Frühstück hat ihn der Alltag wieder eingeholt. „Die meisten meiner Spieler waren schon wieder bei ihren Klubs. Für große Feierlichkeiten bleibt mitten in einer Saison keine Zeit.“

Während sich Schweden über den Punktgewinn freut, herrscht in Deutschland kollektives Staunen. Über 60 Minuten lang war alles nach Wunsch verlaufen, doch danach klappte rein gar nichts mehr.

„Wir haben in den letzten 30 Minuten alles vermissen lassen. Das muss uns eine Lehre sein“, sagte DFB-Trainer Löw. Seine Worte trafen jedoch nicht auf das gewohnte, widerspruchslose Nicken. So ein Einbruch ist Deutschland fremd. „Bild“ schrieb: „Jogi, das 4:4 war dämlich.“

Obwohl das DFB-Team weiterhin die Tabelle anführt und wohl kaum die WM-Qualifikation verpassen wird, musste sich Löw kritischen Fragen stellen. Er sprach leise, händeringend von einem „Systemabsturz“. Der Trainer war fassungslos. „Wir haben unheimlich viel falsch gemacht, es war große Unruhe da. Ich befinde mich in Schockstarre.“

Solch schwer erklärbare Phänomene kommen im Fußball immer wieder vor. Gegen Österreich hat die DFB-Elf mit 2:0 geführt und mit viel Glück ein 2:1 über die Zeit gerettet. Aber ein 4:0 zu verspielen, das ist Deutschland noch nie zuvor passiert. Der Fehler liegt im System, in der Abwehr. Lahm, Badstuber, Boateng und Mertesacker sind gefragt, für sie muss Löw schnell Antworten finden.

Erik Hamren kam die wackelnde Abwehr gelegen. Es war ein Schauspiel der Moral, sagt er. „Wenn es zur Pause 0:3 steht, wollen Verlierer nach Hause gehen. Aber Sieger bleiben und kämpfen.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.10.2012)

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10 Kommentare
0 0

4:4 gegen Schweden

Ich kann immer noch nicht glauben das wir eine 4:0 Führung verspielt haben

Gast: Nolimet
17.10.2012 21:03
0 0

Viel zu hoch...

Tja...

wer hat u.a. dieses 4:4- Ergebnis mit wie viel Einsatz an Geld gewettet...!?!
Möglicherweise könnte die Antwort auf diese Frage...u.a. so manche peinlich beschämende Stellungnahmen beenden...
und sonst weiter gar nichts...
Die Sportbeteiligten Mafiösis fliegen schon viel zu lange in Ikarus- Manier...viel zu hoch...

Gast: Brummer
17.10.2012 13:21
5 0

Diese "unerklärliche" Schwäche der Deutschen

scheint der schon länger vorliegende Grund dafür zu sein, warum sie in den letzten Jahren keinen wichtigen Titel gewinnen konnten, eine gewisse Überheblichkeit ist sicher mit im Spiel.

Antworten Gast: erst gucken dann schreiben
17.10.2012 22:28
0 0

Re: Diese "unerklärliche" Schwäche der Deutschen

aha. weiß du übehaupt von was du redest/schreibs? die haben 2006 und 2010 immerhin den 3. platz in der weltmeisterschaft belegt. wir haben das zuletzt 1954 geschafft. eh peinlich genug.

Re: Re: Diese "unerklärliche" Schwäche der Deutschen

Erst lesen, denken dann sprechen. Die Rede war wichtigen Titeln!!!!!!!!!!!!

Antworten Antworten Antworten Gast: erst gucken dann schreiben
18.10.2012 11:28
0 0

Re: Re: Re: Diese "unerklärliche" Schwäche der Deutschen

ahso! ich hab gedacht der kommentator schreibt das aus unsriger sicht. für uns wären solche titel wie ich geschrieben habe, schon wichtig, oder?

"Das ist einer der größten Siege aller Zeiten." - Seit wann ist ein Remis ein Sieg? Das kann uns offenbar nur ein Schwede erklären.

Antworten Gast: hejasverige
17.10.2012 21:27
0 0

Doch, es ist (sehr ähnlich einem) Sieg!

Wenn man in der letzten Minute es doch schafft, nicht zu verlieren, ist es einem Sieg sehr ähnlich.

Antworten Antworten Gast: 46q
17.10.2012 22:29
0 0

Re: Doch, es ist (sehr ähnlich einem) Sieg!

ha, ha, ha, ha, ha, ha..... :-))))))

Re:

man muss nicht immer gewinnen um als Sieger vom Platz zu gehen;)