Schwere Zeiten für Felix Magath: Der Trainer des VfL Wolfsburg ist mit seiner Mannschaft derzeit Letzter der deutschen Bundesliga. Und das obwohl der Coach im letzten Jahr über 70 Millionen Euro in seine Mannschaft investiert hat und von europäischem Fußball träumte. Nun bläst dem streitbaren Trainer eisiger Gegenwing ins Gesicht.
Zuerst von Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß: Der hatte auf einer Veranstaltung am Montagabend vor Vertretern aus Politik und Wirtschaft Magath als Hauptschuldigen für die Wolfsburger Krise ausgemacht. Hoeneß kritisierte den früheren Bayern-Coach zudem für dessen Arbeit und Menschenführung.
"Wenn eine Mannschaft, die so gut besetzt ist wie nie, plötzlich nicht mehr laufen will, sind die Spieler entweder vom Training kaputt oder sie spielen gegen den Trainer", sagte Hoeneß in Düsseldorf.
Auch in Magaths Zeit beim Rekordmeister der Fußball-Bundesliga habe es trotz der Erfolge beim FC Bayern Probleme im zwischenmenschlichen Bereich gegeben. "Wenn du es mit zwei Titeln in Folge schaffst 80 Prozent der Spieler gegen dich zu kriegen, dann muss da etwas nicht stimmen. Das scheint auch das Problem in Wolfsburg zu sein", meinte Hoeneß.
Magath hatte in seiner Zeit in München zwischen 2004 und 2007 zweimal das Double aus Meisterschaft und Cup errungen, war aber trotzdem 2007 beurlaubt worden.
Erste Krisensitzung
Zudem bat der Aufsichtsrat der Wolfsburger Magath zu einer Krisensitzung, die noch in dieser Woche stattfinden soll. Das berichtet die "Wolfsburger Allgemeine Zeitung" (Dienstag). Am Mittwoch oder Donnerstag solle die Sitzung stattfinden, in der die sportliche Situation erörtert werde, wie Aufsichtsratschef Francisco Javier Garcia Sanz ankündigte.
Eine Beurlaubung des Wolfsburger Trainer, Managers und Geschäftsführers noch vor dem wichtigen Auswärtsspiel am Samstag bei Fortuna Düsseldorf gilt indes als unwahrscheinlich. Magath selbst wollte sich am Dienstag nach dem Training nicht äußern.
(APA/dpa)

