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Champions League: In Dortmund beginnt das Trotzalter

23.10.2012 | 17:14 |  Von Sascha Bunda (Die Presse)

Nach der Derbyniederlage ist der deutsche Meister am Mittwoch gegen Real Madrid auf Rehabilitation aus. Klopp muss weger der Verletzungslage wieder improvisieren. Christian Fuchs trifft mit Schalke auf Arsenal.

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Dortmund/Wien. Es war schon bessere Stimmung bei Borussia Dortmund. Nicht einmal ein halbes Jahr ist es her, dass der BVB Pokal und Meisterschaft gewann. Seit dem Wochenende aber sind die Chancen auf die Titelverteidigung ins Bodenlose gesunken – und das ausgerechnet wegen einer Heimniederlage im Derby. Zudem hat das „Wunderwuzzi“-Image von Trainer Jürgen Klopp erste Kratzer bekommen. Seine riskante Umstellung auf eine Dreier-Abwehrkette brachte Königsblau auf die Siegerstraße.

Und jetzt kommt auch noch Real Madrid zum Champions-League-Duell. Die angespannte Verletzungslage in Dortmund wird sich nicht erheblich bessern, weiter werden vier Stammspieler fehlen. Einzig Mario Götze könnte rechtzeitig fit werden, seit Dienstagabend gibt es aber auch wieder gute Chancen für Linksverteidiger Marcel Schmelzer. Klopp muss aber dennoch improvisieren. Sein Sportdirektor Michael Zorc hofft aber nicht nur auf eine bessere Auf-, sondern auch Einstellung. Er erwartet gegen die Spanier eine „Trotzreaktion“. Auch BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke versuchte, sein Team wachzurütteln: „Wir spielen gegen den vielleicht berühmtesten Klub der Welt und sind bis in die Haarspitzen motiviert.“

Aber auch Real Madrid, das in Gruppe D beim Punktemaximum hält, plagen Verletzungssorgen. So fallen etwa mit Marcelo und Fábio Coentrão beide Linksverteidiger aus. Der spanische Rekordmeister wird die Ausfälle aber leichter kompensieren können als der BVB. Zudem kehrt der zuletzt angeschlagene Sami Khedira in die Mannschaft zurück.

So bleibt Real nur noch das Problem mit der Statistik: Von den bisher 23 Europacup-Spielen auf deutschem Boden gewannen die „Königlichen“ gerade einmal eines. Im September 2000 siegte Real 3:2 in Leverkusen. 16-mal dagegen verließen die Spanier Deutschland als Verlierer.

Noch mehr unter Druck steht in Gruppe D aber Manchester City: Ein Sieg bei Ajax Amsterdam ist Pflicht, denn der englische Meister hat derzeit nur einen Punkt auf der Habenseite. Für die Niederländer, die noch nicht angeschrieben haben, ist es die letzte Chance.

Derbyhelden reif für die Insel

Den Rückenwind aus dem siegreichen Derby wollen die Schalker auch in die Königsklasse mitnehmen. In Gruppe B wartet das zweite schwere Auswärtsspiel binnen weniger Tage. Diesmal geht es ins Londoner Emirates Stadium zu Arsenal. Dort gibt es ein Wiedersehen mit zwei altbekannten Landsleuten. Per Mertesacker und Lukas Podolski spielen mittlerweile für die „Gunners“, Letzterer hat sich mit vier Toren in zehn Pflichtspielen schon in die Herzen der Arsenal-Fans geschossen. Die Generalprobe ging aber mächtig daneben, bei Tabellennachzügler Norwich gab es am Wochenende eine 0:1-Niederlage, der enttäuschende Podolski musste nach 65 Minuten hinaus.

Am Mittwoch bekommt es unter anderem ÖFB-Nationalspieler Christian Fuchs mit dem deutschen Kanonier zu tun. Arsenal kenne er zwar nur aus dem Fernsehen, meinte Fuchs, aber er erwarte ein freches Spiel seiner Schalker. Und sein Klubkollege Lewis Holtby meinte: „Wenn man beim BVB drei Punkte holt, ist auch in London was drin.“ Die königsblaue Brust ist durch den Derbysieg merklich breiter geworden.

Auf einen Blick
Champions League, Mittwoch: Gruppe C: Zenit St. Petersburg – Anderlecht (18 Uhr), Malaga – Milan. Gruppe A: Porto – Dynamo Kiew, Dinamo Zagreb – Paris St. Germain. Gruppe B: Arsenal – Schalke 04, Montpellier – Olympiakos Piräus. Gruppe D: Borussia Dortmund – Real Madrid, Ajax Amsterdam – Manchester City (alle 20.45).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.10.2012)

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