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Koller: „Hatten noch nicht das nötige Schlachtenglück“

23.10.2012 | 17:23 |  von Wolfgang Wiederstein (Die Presse)

Österreichs Teamchef Marcel Koller zog im „Presse“-Chat nach seinem ersten ÖFB-Jahr eine Zwischenbilanz und erklärte, warum es Neulinge künftig schwerer haben werden, und er im Fall Arnautović um Geduld bittet.

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Wien. Österreichs Teamchef Marcel Koller ist nicht nur pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk, er ist sogar überpünktlich. Der Einladung, sich eine Stunde lang den Fragen der „Presse“-Leser im DiePresse.com-Chat zu stellen, kam er gern nach. Er sprach über die Chancen in der laufenden WM-Qualifikation, die Unterschiede zwischen seinem Heimatland und Österreich, mögliche neue Teamstützen und über den großen Stamm an Spielern, den er bereits gefunden hat.

Seit einem Jahr ist Koller als Teamchef im Amt, die Skepsis bei seiner Bestellung war groß. „Die Zeit war zu kurz, um hier in Österreich zu recherchieren, darum war das Geschrei auch ein bisschen laut.“ Der Kritik von Herbert Prohaska oder Hans Krankl aber hat er nie allzu große Bedeutung beigemessen. Auch nach dem 0:0 in Kasachstan ist der Schweizer nicht in Hektik ausgebrochen. „Ich habe versucht, da ein wenig dagegenzuhalten. Vor diesem 4:0 hat man versucht, das in die falsche Richtung zu lenken. Zum Glück aber hat das Team die richtige Antwort gegeben. Und dann ist natürlich auch wichtig, dass wir das richtig einschätzen können. Kasachstan ist eben nicht Irland, Schweden oder Deutschland. Wir müssen uns weiter steigern, wenn wir da Punkte holen wollen.“ Und weiters meint er: „Wir wissen, dass es sehr schwer wird. Ich glaube aber auch, dass wir bislang nicht das Schlachtenglück hatten, um einen glücklichen Sieg einzufahren. Oder einmal schlecht zu spielen, trotzdem zu gewinnen. Das haben wir vielleicht noch vor uns.“ Genauso einen Arnautović, mit dem man Geduld haben muss. „Aber ich werde versuchen, das ganze Potenzial herauszukitzeln!“

Marcel Koller, der in seiner Auswahl kein Tormannproblem sieht, will im nächsten Länderspiel in Linz gegen die Elfenbeinküste (14. November) im Kader keine allzu großen Veränderungen vornehmen. Wer künftig zum Kreis der Auserwählten dazustoßen will, der muss sich schon gewaltig ins Zeug legen. Das gilt auch für Raphael Holzhauser (Stuttgart) oder Keeper Ramazan Özcan (Ingolstadt). Am ÖFB-Radar aber habe man noch weitere Kandidaten.

Das Niveau der Liga bezeichnet Koller als zufriedenstellend. „Das ist eine Ausbildungsliga – Vergleiche mit Deutschland sollte man nicht anstellen, dort stehen ganz andere Mittel zur Verfügung.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.10.2012)

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