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Schöttel: "Uns wurden die Grenzen klar aufgezeigt"

26.10.2012 | 12:42 |   (DiePresse.com)

Nach dem 0:4 gegen Leverkusen macht sich bei Rapid etwas von Krisenstimmung breit. "Uns fehlt das Selbstvertrauen", meint Trainer Peter Schöttel. Der Europa-League-Aufstieg sei "kein Thema" mehr.

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Wie schnell im Fußball die Stimmungslage vom Manischen ins Depressive fallen kann, hat Rapid in den vergangenen Wochen zu spüren bekommen. Noch Anfang September herrschte in Wien-Hütteldorf nach dem Aufstieg in die Europa-League-Gruppenphase und zumeist guten Leistungen in der Bundesliga Euphorie. Spätestens seit dem 0:4 am Donnerstag im Happel-Stadion gegen Bayer Leverkusen befindet sich der Rekordmeister aber in einem Zustand zwischen Schwermut und Verzweiflung.

"Wir sind alle sehr enttäuscht", gab Trainer Peter Schöttel zu und sprach von einer auch in dieser Höhe verdienten Niederlage. "Das Ergebnis spiegelt die gezeigten Leistungen wider." Die trotz dreier Niederlagen in drei Partien immer noch vorhandene theoretische Chance auf ein Weiterkommen ins Europa-League-Sechzehntelfinale interessiert den Wiener derzeit nicht wirklich. "Der Aufstieg ist kein Thema. Es war ein richtig schöner Erfolg, dass wir uns für die Gruppenphase qualifiziert haben und uns mit guten Gegnern messen können."

Gegen die Werkself lag die Messlatte für Rapid deutlich zu hoch. "Wir sind auf eine Mannschaft getroffen, die uns klar die Grenzen aufgezeigt hat", meinte Schöttel. "Wenn alles passt, können wir in dieser Gruppe punkten. Aber wenn es so läuft wie gegen Leverkusen, fehlt viel."

Schöttel: "Stimmt mich nachdenklich"

Die Gründe für den zweiten verpatzen Auftritt in Folge nach dem 0:2 gegen die Austria (Schöttel: "Dieses Match stimmt mich nachdenklicher als das Leverkusen-Spiel") sind selbst dem Coach nicht ganz klar. "Wir haben nicht mehr die Phase wie vor sieben, acht Wochen. Uns fehlt das Selbstvertrauen."

Die Wiener war aber auch bemüht, nicht allzu sehr in die Schwarzmalerei abzudriften. "Ich als sehr realistisch denkender Mensch, der die Möglichkeiten des Vereins gut einschätzen kann, weiß, dass so etwas gegen gute Mannschaften immer passieren kann."

Schöttel betonte explizit, er wolle das Fehlen von Steffen Hofmann und Guido Burgstaller nicht als Ausrede für die höchste Europacup-Heimniederlage seit dem 2:6 am 22. November 1961 gegen Fiorentina verwenden. "Aber diese Schlüsselspieler gehen uns massiv ab. Noch dazu haben wir Spieler, die erst von Verletzungen zurückgekommen sind", sagte der 45-Jährige mit Hinweis auf Christopher Drazan und Michael Schimpelsberger.

Diese prekäre Personalsituation sei mit dem aktuellen Kader nicht zu bewältigen. "Wir bewegen uns auf einem schmalen Grad, weil wir viele Junge haben." Dennoch möchte Schöttel weiterhin auf Kicker aus dem eigenen Nachwuchs setzen. "Wir gehen einen ganz klaren Weg, und den werde ich verteidigen, auch wenn ich irgendwann allein dastehen sollte."

Schöttel: "Dank an die Fans"

Über mangelnde Unterstützung konnte sich Schöttel gegen Leverkusen nicht beklagen - trotz der absoluten Chancenlosigkeit feuerte ein Großteil der 43.200 Zuschauer die Grün-Weißen bis zum Schluss an. "Dafür bedanke ich mich bei den Fans. Schade, dass wir ihre und unsere eigenen Erwartungen nicht erfüllt haben", meinte der Rapid-Rekordspieler.

Der Betreuer zeigte Verständnis dafür, dass seine Kicker nach dem Abpfiff relativ schnell in der Kabine verschwanden. "Die Verabschiedung von den Fans hätte weniger halbherzig sein können, aber wenn man so eine Niederlage kassiert, geht man eben eher ungern hin."

Viel Zeit zur Frustbewältigung bleibt seinen Kickern nicht. Bereits am Sonntag geht es im Hanappi-Stadion gegen Tabellenführer Salzburg weiter - möglicherweise wieder mit dem von seiner Augenverletzung halbwegs genesenen Hofmann. "Er hat gut trainiert und ich denke schon, dass er dabei sein wird. Aber das entscheidet er alleine", erklärte der Coach.

(APA)

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5 Kommentare
Gast: violasiempre
26.10.2012 19:39
1 1

Und wieder einmal

haben sich die grünweißen Antikicker verhalten wie erwartet. Von einer Krise zu sprechen wäre übertrieben, meint Herr Königshofer. Nein, das stimmt, macht weiter so, ihr schafft einen schönen fünften Platz!

Eigentlich eine Schande für Österreich, dieser Auftritt. Nicht nur vom Resultat her. Leverkusen war schwach, spielte reinen Standfußball, aber für Rapid hat es gereicht.

Die Rapidfans hätten wohl besser gleich zu Beginn wieder den Platz gestürmt, dann hätte es per Strafverifizierung nur ein 0:3 gegeben und man könnte jetzt großspurig reden, es sei ohnehin alles in Ordnung, man hätte ja gewonnen ;-)

aber schon letzten

sonntag

Gast: Ralf aus Münster
26.10.2012 16:02
3 0

"Uns wurden die Grenzen klar aufgezeigt"

Liebe Fußball Freunde

Der Österreichische Fußball bewegt sich im Rahmen seiner möglichkeiten immer auch mit der Option für Überraschungen zu sorgen. Ich persönlich kann mich immer über siege des Österreichischen Fußballs freuen.

Schönes Wochenende

Ralf

Münster (Germany)

Gast: total crash
26.10.2012 13:31
1 2

Mir war schon immer klar wo die Grenzen des Österreichische Fußballgeschehen sind,

ganz tief unten ,da bleibens auch.

Was mich immer belustigt ist folgende Tatsache,zB alle Teamchefs & Experten sahen so gut wie immer,-nach jeden Match,-eine Steigerung der Leistung,des Könnens usw.

Nur ich sag,die "Steigerung" bringt nix,weil alle anderen Teams haben aber ebenfalls eine Steigerung durchgemacht.

So,wenn alle eine Steigerung durchmachten dann ist der gleiche Abstand wie vor der Leistungssteigerung beibehalten.

Also nix mit Steigerung und / oder Verbesserung,ist der alte Klassenunterschied noch immer relevant.Punkt und aus.

Antworten Gast: Crasherl
26.10.2012 14:57
1 0

Re: Mir war schon immer klar wo die Grenzen des Österreichische Fußballgeschehen sind,

Sie sind aber auch ein Experte, alle Achtung! Und ein ganz strikter noch dazu - Punkt und aus.