Wien/AG. „Der Cup hat seine eigenen Gesetze“ ist ein oft bemühtes Sprichwort. In dieser Saison beschreibt es den Lauf des viertklassigen Stadtligisten Wiener Viktoria. Das Team von Trainer Toni Polster hat es sensationell bis in die dritte Runde geschafft und darf sich am Dienstag (20.30 Uhr/live ORF Sport+) mit Bundesligist Ried messen.
„Wir werden ein Wunder brauchen“, gibt sich Polster keiner Illusion hin, fügt aber hinzu: „Wunder passieren. Wir sind vorbereitet und werden nicht in Ehrfurcht erstarren.“ Mit Siegen im Toto-Cup (Elferschießen gegen SV Donau) sowie gegen Stadtliga-Schlusslicht Columbia Floridsdorf holten sich die Meidlinger wichtiges Selbstvertrauen. Zwar hat die Viktoria Heimrecht, die Partie wird aber auf dem Sportclub-Platz und daher auf ungewohntem Naturrasen ausgetragen. Die Flutlichtanlage des heimischen Platzes genügt den Cupstandards nämlich nicht.
Für Ried-Coach Heinz Fuchsbichler ist die Aufgabe eine denkbar undankbare. „Echte Underdogs gibt es nicht mehr und für die Viktoria ist es das Spiel des Jahres“, meinte er. „Aber wir reisen sicher nicht mit Geschenken nach Wien.“
Wacker im Zwiespalt
Im einzigen Oberhaus-Duell dieser Runde treffen am Dienstag Sturm Graz und Wacker Innsbruck aufeinander (18 Uhr/live ATV). Neo-Trainer Roland Kirchler führte das Tabellenschlusslicht aus Tirol zu zwei Siegen, dem Cupmatch blickt er mit gemischten Gefühlen entgegen: „Eigentlich stört es die Vorbereitung auf Wiener Neustadt.“
Die weiteren Partien: Lustenau – WAC (18.30), Lask – Mattersburg, Pasching – Austria Klagenfurt (beide 19 Uhr).
("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.10.2012)

