Graz/APA. Alles deutet darauf hin, dass Graz schon bald um einen Fußballtraditionsklub ärmer sein wird. 110 Jahre nach der Gründung dürfte dem früheren Meister und derzeitigen Regionalligisten GAK das Ende bevorstehen. Am Dienstag wurde die zweite Hälfte der vom Masseverwalter geforderten Fortführungskaution von 25.000 Euro laut Kreditschutzverband nicht erbracht.
Masseverwalter Norbert Scherbaum hatte am Montag mit Einverständnis des Handelsgerichts Graz die Schließung des Profi-Spielbetriebs angeordnet, um die Fixkosten von 129.000 auf 55.000 Euro zu reduzieren. Allerdings reichte das Geld nicht, um den Forderungen der Gläubigerversammlung nachzukommen, weshalb ein Antrag auf volle Schließung des Vereins beantragt wurde. Die Begründung lautet, dass eine Fortführung des Vereinsbetriebes zu einer Erhöhung des Ausfalls der Gläubiger führen würde. Vor allem institutionelle Gläubiger wie GKK oder Finanz wollten keinen weiteren Aufschub gewähren. Die endgültige Entscheidung des Gerichts dürfte noch heute vorliegen.
Laut Konkursantrag beläuft sich die Überschuldung auf rund 200.000 Euro, laut AKV seien darin aber die Forderungen aus den Vorkonkursen noch nicht enthalten, wie etwa mindestens zwei Millionen Euro der Finanz. Somit deutet alles darauf hin, dass das seit 2007 laufende insgesamt vierte Konkursverfahren unweigerlich dem bitteren Ende zusteuert.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.10.2012)

