UEFA beschließt europaweites EM-Turnier 2020

06.12.2012 | 19:50 |   (DiePresse.com)

In wie vielen Ländern die Fußball-EM 2020 ausgetragen wird, ist noch unklar. Klar ist, es werden mehr als zwei sein, zu dieser Entscheidung kam heute die UEFA.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Die Fußball-Revolution ist perfekt: Die Europameisterschaft 2020 wird erstmals zu einem europaweiten Turnier. Das Exekutivkomitee des europäischen Fußballverbands (UEFA) entschied am Donnerstag auf seiner Sitzung in Lausanne, das Turnier zu seinem 60. Jubiläum unter dem Motto "Euro for Europe" in "verschiedenen Großstädten" Europas auszutragen und damit vom bisherigen System mit einem oder maximal zwei Ausrichtern abzuweichen. Auch in Österreich denkt man vier Jahre nach der Heim-EM an eine Bewerbung.

"Wir werden bei der EM 2020 die größte Party feiern, die je bei einer Europameisterschaft gefeiert wurde", sagte UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino nach dem Meeting. Der anfangs als sportpolitische Nebelkerze bezeichnete Plan von UEFA-Präsident Michel Platini wird damit schneller umgesetzt als erwartet.

Details folgen im März 2013

Während fix ist, dass so wie erstmals 2016 in Frankreich 24 Teams teilnehmen werden, steht noch nicht fest, in wie vielen Ländern die EM in acht Jahren tatsächlich ausgetragen wird. Im Gespräch waren zuletzt 13 Länder und Metropolen wie Madrid, Rom oder London. Halbfinal- und Finalspiele dürften an einen Ort vergeben werden. Dazu kommen vier Viertelfinalstädte, in denen auch Gruppenspiele stattfinden, sowie Städte mit ausschließlich Gruppenspielen.

Die Partien müssen nicht zwangsläufig in der Hauptstadt des jeweiligen Landes stattfinden. Auch andere Metropolen sind denkbar. Die Wettbewerbskommission der UEFA soll nun die genauen Details der Mammut-Veranstaltung ausarbeiten. Eine Entscheidung darüber wird dann sehr wahrscheinlich im März 2013 auf der übernächsten Sitzung der UEFA-Exekutive fallen.

Könnte Wien eine Rolle spielen?

Aus Sicht der Österreichs Fußball-Bunds (ÖFB) gelte es, erst die detaillierten Anforderungen abzuwarten. "Vom Bauch weg könnte Wien eine Rolle spielen", meinte ÖFB-Generaldirektor Alfred Ludwig. "Zuerst müssen wir aber die genauen Auflagen abwarten." So seien etwa die geforderten Stadionkapazitäten von Interesse. Ludwig: "Sollten 30.000 Zuschauer reichen, wären auch Salzburg und Klagenfurt ein Thema."

Die UEFA jedenfalls verspricht sich vom neuen Modus einen "großen Schub" für den Fußball in den ausrichtenden Nationen. "Wir wollen so vielen Ländern wie möglich die Chance geben, Teil einer Europameisterschaft zu sein", sagte Infantino. Zudem will sie in Zeiten der Wirtschaftskrise in Europa keinem Land allein die Kosten für den Bau von Stadien, Flughäfen und Infrastruktur auflasten. Hinzu kommt, dass Platini mit den Bewerbern Türkei, Georgien zusammen mit Aserbaidschan sowie dem Gemeinschaftstrio Schottland, Irland und Wales nicht glücklich war.

Das Flair des Tuniers geht verloren

Der türkische Vertreter in der Exekutive, Senes Erzik, war daher auch der einzige, der gegen das Vorhaben stimmte. "Die Türkei war natürlich etwas enttäuscht, das kann ich verstehen. Von allen anderen 52 Mitgliedsverbänden haben wir aber überaus positive Reaktionen bekommen", sagte Infantino. Die Türkei könnte insofern entschädigt werden, dass die Halbfinals und das Endspiel in Istanbul stattfinden.

Er sei zuversichtlich, dass es "einen guten Mix aus Ländern, die noch nie eine EM hatten, und denen, die schon einmal ein solches Turnier ausgetragen haben", geben werde, sagte Infantino. Die Kritik, mit dieser Entscheidung gehe das besondere Flair eines Turniers verloren, wies Infantino zurück. "Sie werden ihre Meinung ändern."

Dass mit dem Modus für 2020 eine neue Ära eingeläutet worden ist, wollte man nicht bestätigen. Für die Zukunft sei alles offen, auch die Rückkehr zu einer EM mit einem oder zwei Austragungsländern ab 2024.

(APA/Reuters/AFP)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

17 Kommentare

Vergabe

man hätte sie wieder mal nach Italien geben sollen die brauchen eine e/wm um ihre Stadien zu modernisieren und den Fußball wieder zum Sport zu machen und nicht zum Zeitvertreib von Ultras, Hooligans und unterbelichteten Vollidioten!!! Aber das will die UEFA scheinbar nicht!!! Diese Idee ist mmn einfach Müll.

Re: Vergabe

Italien ist pleite, die können sich ein derartiges Grossevent nicht einmal im Traum leisten.

Re: Re: Vergabe

Polen und die Ukraine sind sicher nicht besser... das ist eine Investition gegen Gewalt im Stadion die eine großes Problem in Italien darstellt

Re: Re: Re: Vergabe

Wie man Gewalt aus den Stadien bringt, hat England vorgezeigt. Dazu braucht man keine neuen Stadien, sondern lediglich reine Sitzplätzstadien.

Re: Re: Re: Re: Vergabe

In Italien gibt es keine Stehplätze mehr! Sogar Megaphone sind verboten! Aber das hält niemanden ab...

Re: Re: Re: Re: Re: Vergabe

Das Hanappi ist auch ein reines Sitzplatzstadion, aber nur theoretsch.
Solange die Ordner es tolerieren, wird sich nichts ändern.

Notlösung

Ist doch nur eine Notlösung angesichts schlechter Bewerbungen.

Find's auch nicht gut, aber einmal wird's schon ok sein...

Hm

Ich bin mir noch nicht ganz sicher, was ich von der Idee halten soll. Anfangs konnte ich mir das so gar nicht vorstellen und hielt es offen gestanden auch für eine unrealistische Utopie. Jetzt, wo es fix auf dem Tisch liegt, finde ich die Idee eigentlich recht pfiffig. Es wird zwar ziemlich ungewohnt, und wir müssen wahrscheinlich auch mit der ein oder anderen Panne rechnen, wie meistens bei vollkommen neuen Sachen, aber langfristig hat das schon Potential, finde ich. Auf alle Fälle einen Versuch wert. Wenns schief geht, kann man ja immer noch zum bewehrten System zurückkommen.

Gut ists auf alle Fälle für Länder/Städte, die zwar was zu bieten hätten, aber alleine nie ein Großturnier bekommen würden. Andererseits hat man sicher immer auch große, erprobte Veranstalter dabei, was eine gewisse Sicherheitsgarantie gibt. Die Vorstellung, ein Spiel in Wien, das nächste in Prag, das übernächste in Budapest und dann wieder eins in München zu haben, hat schon einen gewissen Reiz.
Ich glaube auch nicht, dass das für Fans ein Problem sein wird. Sehen wir den Tatsachen ins Auge, 95% der Fans bei einem Turnier sind dort für ihre Mannschaft, und mit ein wenig Organisationstalent kann man das so einrichten, dass weder Teams noch Fans zu große Anreisezeiten zugemutet werden.

Das einzige Problem das ich momentan sehe (lasse mich aber (un)gerne eines Besseren (Schlechteren) belehren) ist, dass womöglich die EM-Stimmung abhandenkommt, die ein einziger Veranstalter mit sich bringt... Mal sehen

Was für eine Schnapsidee und eine weitere Bestätigung dafür, dass Europa ein Irrenhaus ist.


Re: Was für eine Schnapsidee und eine weitere Bestätigung dafür, dass Europa ein Irrenhaus ist.

Europa ist "pleite". Die UEFA hat keinen Ausrichter gefunden, daher diese "Notlösung".

finde ich ne gute idee :)


10

Re: finde ich ne gute idee :)

kann nur jemand gut finden wenn man mit Fußball nichts zu tun hat !!
Ein Schlag ins Gesicht eines jeden Fans !!

Re: Re: finde ich ne gute idee :)

Sie scheinen mich ja sehr gut zu kennen ? Hauptsache sudern oder!? Mit Fußball habe ich genug am Hut keine Sorge.

Als dauerhafte Lösung ist es sicherlich nicht geeignet, aber da es ja nur für das Jubiläum geplant ist denk ich, dass das eine gute Aktion ist.

Schönen Abend!


Re: Re: Re: finde ich ne gute idee :)

Es geht nicht um irgendein "Jubliäum", sondern darum, dass die UEFA keinen Ausrichter gefunden hat.


Re: Re: Re: finde ich ne gute idee :)

reine Abzocke aber egal , wenn ich in vier Länder fliegen muß um mein Land spielen zu sehen ! Mit Fußball hab ich genug an Hut , vorm Fernseher sitzen und zuschauen oder? Heute auf Sky , lt. Platini soll das die Zukunft sein und so bleiben !! ebenfalls schönen Abend .

Re: Re: Re: Re: finde ich ne gute idee :)

Auch wenn ich normal nicht viel von der UEFA halte, ich traue denen trotzdem zu, dass sie ein Turnier so organisieren können, dass Teams und Fans nicht übermäßig herumreisen müssen, zumindest nicht mehr als bisher auch. Gruppenspiele an einem Ort - wie bisher. Und wenn man aufsteigt musste man auch bisher schon teilweise riesige Strecken überwinden (etwa von der Ukraine nach Polen).
Ich würd es - zweckoptimistisch - positiv sehen: Erstens bietet es im Besten Fall die Möglichkeit, ganz verschiedene Orte zu sehen - das find ich eigentlich sehr nett. Zweitens Wird es langfristig zu einer Steigerung des Niveaus der Austragungsorte führen. Statt in Klagenfurt, Lüttich oder Charkiw wird dann in Dublin, Prag, Mailand oder Berlin gespielt.

Re: Re: Re: Re: finde ich ne gute idee :)

tuts net streiten!

AnmeldenAnmelden