Rassistische Rufe: AC Milan bricht Testspiel ab

Anhänger des Viertligisten Pro Patria beleidigten die dunkelhäutigen Spieler der Mailänder. Nach 26 Minuten hatten die Profis genug.

Kevin Prince Boateng zeigt was er von den Rufen hält
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Kevin Prince Boateng zeigt was er von den Rufen hält
Kevin Prince Boateng zeigt was er von den Rufen hält – (c) AP (Emilio Andreoli)

Nach rassistischen Beschimpfungen durch gegnerische Fans haben die Spieler des AC Milan in einem Testspiel vorzeitig den Platz verlassen. In der 26. Minute der Partie beim Viertligisten Pro Patria gingen die Mailänder vom Rasen. Nach Angaben des Klubs hätten vier Anhänger der Heimmannschaft die dunkelhäutigen Kevin-Prince Boateng, M'Baye Niang, Urby Emanuelson und Sulley Muntari rassistisch beleidigt.

"Ich bin enttäuscht und betrübt, aber ich denke, dass es die richtige Entscheidung war, nicht auf das Feld zurückzukehren - aus Respekt vor unseren Spielern und allen anderen dunkelhäutigen Spielern in jeder Liga", sagte Milans Trainer Massimiliano Allegri. "Wir müssen dieses unzivilisierte Verhalten stoppen. Italien muss ein bisschen zivilisierter und intelligenter werden."

Während der Unterbrechung hatten die Spieler des Amateur-Klubs Pro Patria aus Busto Arsizio noch versucht, mit ihren Anhängern zu sprechen, um eine Fortsetzung des Spiels zu ermöglichen. Präsident Pietro Vavassori verurteilte die rassistischen Rufe und zeigte Verständnis für Milans Reaktion. Seinen Angaben nach gehörten die Störenfriede nicht zu den Fanclubs des Vereins.

Busto Arsizios Bürgermeister Gigi Farioli beklagte, dass seine Stadt durch einige wenige Zuschauer in ein falsches Licht gerückt worden sei: "90 Prozent der Zuschauer haben applaudiert, als die Spieler das Feld verließen", berichtete Farioli.

(ag)

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