War Salzburgs 0:7 gegen Rapid manipuliert?

07.02.2013 | 16:47 |   (DiePresse.com)

Das hält der damalige Salzburg-Trainer, Giovanni Trapattoni, jedenfalls für möglich. Er erinnert: "Wir haben drei Tore in fünf Minuten erhalten."

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Irlands Fußball-Teamchef Giovanni Trapattoni hat mit einer emotionalen Rede gegen Wettbetrug für Aufsehen gesorgt. Der 73-jährige Italiener äußerte darin den Verdacht, dass in seiner Zeit als Trainer von Red Bull Salzburg möglicherweise das damals meisterschaftsentscheidende Spiel gegen Rapid Wien manipuliert gewesen sein könnte. Die Salzburger verloren am 23. März 2008 zu Hause sensationell mit 0:7 (0:5).

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"Wir haben verloren, nachdem wir drei Tore innerhalb von fünf Minuten bekommen haben", erinnerte Trapattoni, als er vor dem Länderspiel Irlands gegen Polen (2:0) in einer Pressekonferenz auf das diese Woche von Europol aufgedeckte Ausmaß von Wettbetrug im europäischen Fußball angesprochen worden war. "Drei Tore in fünf Minuten, das ist unmöglich!"

"Auf Italienisch gibt es nur ein Wort: Mafia"

Die Salzburger offenbarten bei der historischen Heimpleite am Ostersonntag 2008 tatsächlich unvorstellbare Abwehrschwächen. Nach 17 Minuten stand es bereits 0:4. Trapattoni mit fast fünf Jahren Abstand über seine damalige Mannschaft: "Ich dachte mir: Die sind entweder Idioten oder sie stehen unter Drogen oder sie haben das Spiel verkauft, aber dafür habe ich natürlich keine Beweise."

Seinen Spielern hätte er so etwas nie zugetraut. "Ich dachte mir, ich kenne die Spieler", sagte Trapattoni. Rapid holte in weiterer Folge den Meistertitel - sechs Punkte vor den Salzburgern, die im Jahr davor noch mit 19 Zählern Vorsprung triumphiert hatten und über den stärksten Kader verfügten. Die Europol-Enthüllungen mit mehr als 380 manipulierten Spielen in Europa kommentierte "Trap" so: "Auf italienisch gibt es dafür nur ein Wort: Mafia."

Trapattoni verließ Salzburg im Sommer 2008 nach zwei Jahren und heuerte als irischer Teamchef an. Der "Maestro" führte die Iren im Vorjahr zu ihrer ersten EM-Teilnahme seit 1988. In der laufenden WM-Qualifikation ist Irland Gruppengegner Österreichs. Zum ersten direkten Duell mit dem Trapattoni-Team kommt es am 26. März in Dublin.

-> Zum Pressekonferenz-Video von Trapattoni

(APA)

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16 Kommentare

Sag niemals nie

Aber, wenn man sich andere, bekannte Manipulationsspiele ansieht, dann hat eher immer der Favorit gewonnen und das meist knapp.
Wäre halt die Frage worauf gewettet wurde. Ziemlich sicher nicht auf das Endergebnis, wenn dann eher auf "ein Gegentor in den ersten 10 Minuten", o.ä.
Und das würde dann trotz allem das peinliche 0:7 nicht erklären.

lächerlich

Für so ein resultat reicht es nicht, zwei, drei spieler zu bestechen. Das geht nicht.

Re: lächerlich

keine Ahnung von Fußball! Spitzenmannschaften sind ein komplexes Gefüge, wenn zwei Abwehrspieler gegen die eigene Mannschaft spielen, bricht das System vollständig zusammen und ist so ein Resultat möglich.
Deutschland - Schweden, 4:4, ein Beispiel welch katastrophale Auswirkungen ein Auseinanderbrechen des Systems hat.

Re: Re: lächerlich

Selbst bei Amateurmannschaften ist das so.

Da kann sogar häufiger ein Spieler ein Spiel allein entscheiden.

In welche Richtung auch immer...


Re: lächerlich

...reicht wahrscheinlich schon den Tormann zu kaufen...

Re: Re: lächerlich

das wäre zu offensichtlich

Re: Re: Re: lächerlich

sowieso, aber es würde reichen

Re: Re: Re: Re: lächerlich

Der Tormann war ziemlich sicher nicht bestochen, auch wenn man sich die Zusammenfassung des Spiels ansieht. Am ehesten war Vargas bei Tor 1 und 6 absichtlich unentschlossen. Der würde auch von der Nationalität (ich Rassist) nicht so schlecht ins Beuteschema einer Wettmafia passen.

Re: Re: Re: Re: Re: lächerlich

Hab ja nur behauptet , dass es reicht wenn man den Tormann kauft. Wenn der ein paar reinlassen will, tut ers. Dan kann seine eigene Mannschaft noch so gut spielen.

Und wenn ich so drüber nachdenke, ist das garnicht so offensichtlich. Jeder Tormann hat sich schon mal einen Fauxpas geleistet.

Aber ich bin da ganz bei ihnen, dass höchstwahrscheinlich vornehmlich VT's ins Beuteschema passen. Und die Vereinsbummler, die jedes jahr woanders spielen, passen für sowas perfekt.

Es hat sich aber nicht nur Vargas so angestellt, wie in der Zusammenfassung zu sehen ist. Auch Dudic und der rechte AussenVT haben eine sehr schlechte Figur bei den Toren gemacht.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: lächerlich

Sollte an dem Spiel etwas manipuliert worden sein, dann sicher nicht auf ein 0:7 hin. Wenn, vermute ich eher, dass auf ein Gegentor jeweils in den ersten 10 Minuten jeder Halbzeit gewettet wurde.

Es ist relativ einfach...

Man braucht ja nur zu überprüfen, ob große Summen auf genau dieses Resultat gesetzt wurden. In Wirklichkeit ist eine Absprache hier aber nicht wahrscheinlich, da die Manipulierer in der Regel eher subtil vorgehen. Ein plumpes Vorgehen, wie von Trappatoni aufgezeigt, ist zu verdächtig und erregt unerwünschtes Aufsehen. Trappatoni sucht also nur verzweifelt eine Erklärung für diesen Reinfall, er wird ihn aber dennoch verantworten müssen.

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Re: Es ist relativ einfach...

Ein Auswärtssieg von Rapid mit 2 Toren Unterschied
wäre sicher bereits eine 3-4er Quote gewesen.

Da zahlt es sich schon aus
und ist nicht sooo schwer.

Re: Re: Es ist relativ einfach...

WENN jemand auf 0:6 gesetzt hat. Die Schwindeleien basieren zu 90% auf kaum nachweisbaren Spielkombinationen (von plausiblen Matches) und nicht auf extreme Einzelwetten, die zu auffällig sind.

die salzburger kassieren so viel

Schwer vorstellbar

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Re: die salzburger kassieren so viel

Lächerlich, man denke an Berlusconi...

3 1

Re: die salzburger kassieren so viel

Wenn man sich die Tore des Spiels ansieht,
so ist das Abwehrverhalten von Vargas
und Dudic doch ein wenig bedenklich.

Bester Kommentar im Video:
"Wer hätte darauf gewettet?"

https://www.youtube.com/watch?v=jxCALa58HcA

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