Koller nach 6:0 gegen Färöer auf Irland fokussiert

23.03.2013 | 13:40 |   (DiePresse.com)

Nach dem hohen Sieg über die Färöer warnt Teamchef Koller vor den Iren. Diese seien ein "anderes Kaliber".

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Der höchste Sieg der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft seit fast 14 Jahren hat bei Teamchef Marcel Koller keine überbordende Euphorie ausgelöst. Beim Schweizer stand schon wenige Stunden nach dem 6:0 am Freitag in Wien gegen die Färöer das Dienstag-Spiel der WM-Qualifikation auswärts gegen Irland im Fokus.

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Die ÖFB-Auswahl müsse sich in Dublin auf ein anderes Kaliber gefasst machen, betonte Koller. "Irland ist ein anderer Maßstab als die Färöer. Es muss jedem Spieler bewusst sein, dass es schwieriger wird. In Dublin wird eine gute Stimmung sein, und wenn die Iren eine Möglichkeit sehen, beißen sie zu", warnte der 52-Jährige.

Unachtsamkeiten wie etwa zu Beginn der zweiten Hälfte dürfe man sich gegen die Truppe von Giovanni Trapattoni nicht erlauben. "Da waren wir ein bisschen zu wenig konsequent und haben uns nicht mehr so an die Organisation gehalten. Aber wenn wir gegen starke Teams wie die Iren nachlassen, werden sie zuschlagen", erklärte Koller.

Bei allen Mahnungen hob der Teamchef aber vor allem die positiven Aspekte des Kantersieges über die Färöer hervor. So bot die ÖFB-Elf laut Koller vor der Pause die beste Leistung in seiner Amtszeit. "In der ersten Hälfte war es ein gutes Spiel. Das, was wir in den Tagen davor ausgearbeitet haben, hat man gesehen, und das hat Spaß gemacht."

Vor allem Doppeltorschütze Philipp Hosiner drückte der Partie in der ersten Hälfte seinen Stempel auf. Dennoch könnte der Austria-Goalgetter in Dublin auf der Bank sitzen, sollte Marc Janko rechtzeitig seine Adduktorenprobleme überwinden. Am Sonntag trainierte der Trabzonspor-Legionär teilweise schon wieder mit der Mannschaft. "Hosiner sucht die Tiefe, ist schnell. Janko ist eher ein Stürmer mit körperlicher Präsenz, wichtig als Anspielstation und mit seiner Kopfballstärke", erzählte Koller.

Nach den Angaben des Schweizers hat Hosiner zwar "gute Karten" für Dublin, doch auch Janko darf sich Hoffnungen machen. "Ich bin überzeugt, Marc hätte gegen die Färöer auch seine Tore gemacht", sagte Koller.

Mit dem von seiner Erkrankung vollständig genesenen Martin Harnik verfügt der Nationaltrainer für das Irland-Match über eine weitere Offensiv-Option, dafür steht hinter dem Einsatz des an einer Fußverletzung laborierenden Julian Baumgartlinger ein Fragezeichen. "Es geht ihm besser. Wir hoffen, dass er am Montag voll ins Training einsteigen kann", meinte Koller. Christian Fuchs (Rücken) und Veli Kavlak (Hüfte) werden von kleineren Wehwechen geplagt, sind aber am Dienstag einsatzbereit.

Keine körperlichen Probleme hat Marko Arnautovic, der wohl auch in Dublin in der Startformation stehen wird, obwohl Koller für den Werder-Legionär kritische Worte fand. "Er war aktiv, hat etwas probiert, war aber in seinen Aktionen nicht glücklich und hatte leichtsinnige Ballverluste. Ich habe gelesen, er wollte unbedingt ein Tor schießen, aber das kann nicht das erste Ziel sein."

Gegen die Iren erwartet sich Koller auch von Arnautovic bei Ballverlust eine intensivere Arbeit in der Defensive, um das große Ziel - drei Punkte - auch tatsächlich zu erreichen. Allerdings wäre Österreich nach dem 0:0 von Robbie Keane und Co. in Schweden auch bei einem Remis in Dublin noch im Rennen um Platz zwei. "Wir versuchen, das Team so einzustellen, dass wir gewinnen. Wir wollen gewinnen, aber wenn ein Unentschieden rausschaut, werden wir den Punkt auch mitnehmen", erklärte Koller.

Rechenspiele für den zweiten Gruppenplatz wollte der Schweizer nicht anstellen. "Ich mache keine Hochrechnungen. Wir schauen von Spiel zu Spiel", meinte der Teamchef, der seinen Schützlingen am Samstagnachmittag einige Stunden frei gab. Zu einem Besuch von "Wetten dass..?" in der Wiener Stadthalle durften die ÖFB-Internationalen diese Zeit jedoch nicht nützen - entgegen der Ankündigung des ZDF.

Koller möchte nicht, dass seine Kicker vor dem Irland-Match unnötig abgelenkt werden. "Wir haben keine Zeit, um locker zu lassen. Das würde uns schon am Dienstag wieder um die Ohren gehaut werden", vermutete der Coach.

(APA)

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14 Kommentare

ja na und

war es halt ein fußballzwerg, aber unsere mannschaft hat auch 6 tore geschossen.
war ein super spiel!!!!!
manche leute können nur jammern. sind wahrscheinlich auch die leute die selbst nichts auf die reihe bekommen.

3 3

Re: ja na und

Völlige Fehleinschätzung der aktuellen Lage eines Optimisten ..

Re: Re: ja na und

...oder jammerrei eines nörglers der sich nicht einmal freuen kann.

6 4

Einen Fußballzwerg geschlagen ...


schon sind wir wieder Weltmeisterschaftskanditat ?
Wenn man dieses Spiel nüchtern analysiert muss man feststellen das wir bei einer WM nichts verloren haben!

Re: Einen Fußballzwerg geschlagen ...

100% richtig!

Das sehe ich auch so! Die Länder gegen die unsere 3. klassigen, hochbezahlte Kicker gewinnen können werden immer weniger!

Was haben Griechenland und der österreichische Fußball gemeinsam?

Niemand will die Realität sehen!

Die dargebotene Leistung unserer hochbezahlten Fußballer war doch nicht berauschend!

Immer wieder nichts als Ausreden.
Wenn man verliert gibt es 100e Gründe warum es gerade heute nicht geklappt hat, gewinnen sie einmal gegen einen Jausengegner kennt der Jubel keine Grenzen.

Re: Was haben Griechenland und der österreichische Fußball gemeinsam?

Ich dachte schon, Sie meinen mit Griechenland den ehemaligen Fussballeuropameister! Nein, so weit sind wir tatsächlich noch nicht...

Sie haben schon recht, überbewerten darf man dieses Ergebnis nicht. Am Dienstag werden die Karten neu gemischt. Dummerweise haben auch die Iren nach dem 0:0 in Schweden eine'breite Brust'.
Trotzdem war so ein hoher Sieg schon seit 14 Jahren nicht mehr da, und 5 verschiedene Spieler hatten obendrein ein Torerlebnis, das sie in Dublin beflügeln könnte. Als Optimist hoffe ich daher trotzdem auf einen Punktegewinn!

16 0

Durch das 0:0 der Schweden

besteht die Super-Chance, sich mit einem Erfolg über Irland eine ideale Ausgangsposition zu schaffen. Also gibt's nur eins: auf Sieg spielen!

100% richtig!

Jene Länder bei denen unsere hochbezahlten, 3. klassigen Kicker, Erfolge feiern können werden auch immer weniger!

Unser Staatsfernsehen hat uns wieder seine "außerordentliche hohe Qualifikation" bei der Übertragung bewiesen!

Re: 100% richtig!

Wenn unsere Kicker wirklich nur "drittjkassig" sind: Warum bekommen sie dann wohl Auslandsangebote, kaum dass sie "flügge" sind? Irgend etwas müssen also doch "richtig machen"....

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Re: Re: 100% richtig!

welcher unserer Spieler spielt bei einem wirklich erstklassigen Verein?

Re: Re: Re: 100% richtig!

Es kommt darauf an, wie man den Begriff "erstklassig" interpretiert! Wenn ein Österreicher in einer internationalen Top-Liga wie die 1. Deutsche Bundesliga Stammspieler ist, dann muss man ihm sicher gewisse Qualitäten zubilligen. Auch Dragovic rennen Topklubs aus diversen Ländern die Türe ein. Bis zu seinem Karriereende wird wohl kaum in Basel bleiben. Und Weimann ist drauf und dran in England Karriere zu machen. Zudem: Nicht jeder Fußballer kann in Madrid, Barcelona, Turin und Manchester seine Brötchen verdienen. Gegen wen sollten dann Real, Barca. Juve, United und City sonst noch spielen?

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Re: Re: Re: 100% richtig!

schon mal was von bayern muenchen und alaba gehoert

Re: 100% richtig!


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