Causa Kartnig: Erstes Geständnis des gefallenen Präsidenten

29.05.2007 | 21:28 |   (Die Presse)

Ex-Präsident vom Bundesligisten Sturm-Graz bestätigt die gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Seit 7. Mai ist Kartnig in U-Haft.

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Graz (mfi/mhk). Nächster Knalleffekt in der Causa Hannes Kartnig: Der seit 8. Mai in der Justizanstalt Graz-Jakomini in Untersuchungshaft sitzende Ex-Präsident des SK Sturm Graz hat hinsichtlich der ihm zu Last gelegten Abgabenhinterziehung ein umfassendes Geständnis abgelegt. Dieses soll bereits Ende der vergangenen Woche gegenüber der OLG-Untersuchungsrichterin Elisabeth Radl erfolgt sein, wurde aber erst Dienstagabend durch einen Bericht des "ORF Report" bekannt.

Bank führte Unterschriftslisten

Kartnig dürfte durch die Aussagen von Jörg Pummer, dem Direktor der Raiffeisenbank Graz-St. Peter, seiner Hausbank, massiv unter Druck geraten sein. Dieser hatte bestätigt, dass zu Gunsten von Sturm-Spielern anonyme Sparbücher geführt worden waren, von denen diese jederzeit abheben durften. Offenbar haben die Kicker auf diese Weise einen Teil ihres Gehalts "schwarz" - also an der Abgabenbehörde vorbei - bezogen. Von der Bank wurden Unterschriftslisten geführt, die sämtliche Behebungen durch Sturm-Spieler, Trainer und Angestellte lückenlos belegen. Damit konfrontiert, dürfte Kartnig im Untersuchungsverfahren letztlich "umgefallen" sein.
Kartnigs Anwalt Richard Soyer bestätigte ihm Gespräch mit der "Presse", dass Kartnig gegenüber der Untersuchungsrichterin zu "finanzstrafrechtlich bedenklichen Sachverhalten umfassend Stellung bezogen habe". Über die Höhe der hinterzogenen Beträge wollte Soyer jedoch ebenso wenig genauere Angaben machen wie über den Zeitraum, in dem die Sturm-Spieler Schwarzgelder bezogen haben.

Aufhebung der U-Haft?

Das Geständnis könnte nun für eine Aufhebung der Untersuchungshaft reichen, da die Haftgründe der Verdunkelungs- und Verabredungsgefahr möglicherweise wegfallen. Soyer rechnet innerhalb der nächsten zehn Tage mit einer Entscheidung. In der Vorwoche hatte der Anwalt Haftbeschwerde eingelegt. Am 21. Mai war der Antrag auf Enthaftung aber aus oben genannten Gründen jedoch zumindest vorerst abgelehnt worden.
Mit seinem Geständnis brachte der Ex-Sturm-Präsident aber nur in einen Teil der Causa Licht. Denn von Seiten der Staatsanwaltschaft werden Kartnig nach wie vor neben der Abgabenhinterziehung auch Veruntreuung, Untreue und betrügerische Krida sowie die grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen zur Last gelegt. "Hierzu gibt es kein Geständnis von Hannes Kartnig", stellt Soyer klar. Er geht davon aus, dass von den Vorwürfen kaum etwas übrig bleiben werde. Sein Mandant habe jedenfalls immer Bereitschaft signalisiert, "alle noch offenen Fragen zu klären".

 
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1 Kommentare
Gast: Black Power
30.05.2007 12:15
0

Mit wer¿n kan Richter brauchen

Nullo problemo! Der Anwalt vom Kartnig soll halt die Akten ein bisserl schwärzen und der Freispruch steht!

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