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26. Afrika Cup: Mit Hühnerblut und Räucherstäbchen

08.02.2008 | 18:42 |   (Die Presse)

Ägypten und Kamerun bestreiten am Sonntag das Finalspiel. Warum es für Hühner und Schafe ein schwarzer Tag werden könnte und Voodoo-Priester Saison haben.

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ACCRA(fin). Der Afrika-Cup genießt auf dem schwarzen Kontinent den Stellenwert der Fußball-WM. Sind Spiele gerade im Gange, sind die Straßen vieler Länder menschenleer. Aber nicht immer stürmen die Menschen die Stadien, vielen fehlt dafür das nötige Geld. Lieber drängen sie sich von Ägypten bis Südafrika in vielen kleinen Lokalen, um vor einem Fernsehschirm das Event zu verfolgen. In Ghanas Hauptstadt Accra herrscht derweil reges Treiben. Die Straßen sind überfüllt mit geschminkten, verkleideten und begeistert tanzenden Fußball-Fans. Am Sonntag findet hier vor 45.000 Zuschauern das Finalspiel des 26. Afrika-Cups statt. Rekordsieger und Titelverteidiger Ägypten (4:1 gegen Elfenbeinküste) muss sich mit Kamerun (18 Uhr, Eurosport) messen.

Vor zwei Jahren in Kairo hatte Ägypten zum fünften Mal den Pokal für den Afrika-Meister geholt. Kamerun gewann diese Meisterschaft bereits viermal, zuletzt 2002 unter der Leitung des Deutschen Winnie Schäfer. Die Kameruner, die mit Otto Pfister wieder auf einen deutschen Teamchef setzen, werden als sentimentaler Favorit gehandelt. Misslingt aber der Torschuss, könnte es mitunter auch „andere Gründe“ haben.


Opfer, Fluch, Segen

Der Sonntag könnte in Accra ein tödlicher Tag für Hühner und Schafe werden. Diese Tiere stehen bei den Voodoo-Priestern, die besonders beim Afrika-Cup Saison haben, besonders hoch im Kurs, wenn es darum geht, ein geeignetes Opfer für die Götter zu finden. Entweder werden sie dem Ritual zufolge in der Kabine geschlachtet oder lange vor Spielanpfiff im Rasen vergraben. Der Glaube an Voodoo und seinen magischen Zauber ist in Afrika weiterhin ein nicht zu unterschätzendes Element.

Die Beschwörung des Übernatürlichen und das Erwirken eines Wunders ist die Aufgabe der „Witch-Doctors“. Ihre Dienste sind für 2000 Dollar zu erwerben, und ziemlich jedes Team hatte beim 26. Afrika-Cup seinen eigenen Hexenmeister dabei. Gelingt es ihm nicht, die eigenen Spieler zu stärken, soll er zumindest die Gegner schwächen. Ob es mit Flüchen, Räucherstäbchen und Hühnerblut tatsächlich gelingt?

„Voodoo-Priester gibt es so, wie es bei jedem Klub in Europa einen Masseur gibt“, erklärt Anthony Baffoe, Ghanas ehemaliger Team-Star und heutiger Mitorganisator des Afrika-Cups. Baffoe weiß, wovon er spricht. Schließlich hatte er den entscheidenden Elfmeter im Finale von 1992 verschossen. Warum?

Beim Turnier 2002 wurde Kameruns Torwart-Legende Thomas Nkono vor dem Halbfinale gegen Mali verhaftet. Es wurde behauptet, er habe ein Elixier auf dem Rasen verschüttet. Seit damals dürfen laut Verbands-Regulativ Hexenmeister offiziell nicht mehr zu den Mannschaften gehören. Dennoch dürfte am Sonntag in so mancher Hexenküche vermutlich ein ganz großer Kessel brodeln.


Mbeki: „2010 wird beste WM“

Südafrikas Präsident Thabo Mbeki sieht nach eigener Aussage die WM 2010 trotz der Stromkrise des Landes nicht in Gefahr. Er habe keinen Zweifel, dass Südafrika alle Bedingungen erfüllen werde, um die beste WM aller Zeiten auszutragen, sagte Mbeki in seiner Rede zur Lage der Nation. Die Krise könne bald beigelegt werden.

Mbeki bemühte sich mit seinen Äußerungen, Sorgen nationaler Tourismusbehörden und ausländischer Investoren zu zerstreuen. Sie hatten befürchtet, dass sich der Stromengpass auch auf die Vorbereitungen auswirken könnte. Die Energiekrise hatte im Januar für fünf Tage die Gold- und Platinminen des Landes lahm gelegt und damit die Weltmarktpreise auf Rekordhöhen getrieben.

AUF EINEN BLICK

Rekordsieger & Titelverteidiger Ägypten und die „unbezähmbaren Löwen“ aus Kamerun stehen am Sonntag (18 Uhr, Eurosport) im Finale des Fußball-Afrika-Cups.
Ägypten
setzte sich im Halbfinale in Kumasi gegen Elfenbeinküste mit 4:1 durch, Kamerun beendete mit dem 1:0-Sieg die Träume von Gastgeber Ghana vom Triumph beim Heimturnier.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.02.2008)

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