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Überraschung: Karel Brückner wird neuer ÖFB-Teamchef

25.07.2008 | 14:59 |   (DiePresse.com)

Der 68-jährige Tscheche soll Österreichs Fußball-Team zur WM 2010 in Südafrika führen. ÖFB-Präsident Stickler meinte: "Wir haben nicht auf den Taufschein geschaut, sondern auf Erfahrung und Erfolg".

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Schon vor der angekündigten Pressekonferenz sickerte der Name des neuen Teamchefs durch - und es war ein Name, den niemand auf der Liste hatte: Karel Brückner wird das Erbe von Josef Hickersberger antreten und Österreichs Nationalteam in die Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika führen. Der 68-jährige Tscheche, der zuletzt das Nationalteam seiner Heimat betreut hat, erhält einen ab 1. August laufenden Vertrag für die Dauer der Qualifikation (bis Herbst 2009). Sollte das ÖFB-Team das Ticket für Südafrika 2010 lösen, verlängert sich der Kontrakt bis zum Ende der Endrunde. Brückner wird am kommenden Montag (12.30 Uhr/live in ORF1) in einer Pressekonferenz seine Vorstellungen präsentieren.

Ziemlich genau einen Monat hat die Suche nach einem Nachfolger von Josef Hickersberger, der am 23. Juni überraschend seinen Rücktritt bekannt gegeben hatte, gedauert. Viele Kandidaten wurden von vielen Seiten ins Spiel gebracht, Karel Brückner war allerdings nie darunter. Immerhin hatte der 68-Jährige das Ende seiner Tätigkeit für das tschechische Team damit begründet, dass 34 Jahre im Trainergeschäft genug seien. Nun hängt er zumindest noch zwei Jahre an.

Freude bei Stickler

Sehr zur Freude von ÖFB-Präsident Friedrich Stickler, der am Freitagvormittag die einstimmige Unterstützung der Bundesliga und der Landespräsidenten erhalten hatte. "Ich darf ihnen bekannt geben, dass der neue österreichische Teamchef Karel Brückner heißt. Ich bin froh, dass es gelungen ist, Karel Bückner zu verpflichten. Er ist einer der erfahrensten Trainer einer Nationalmannschaft in Europa. Er ist ein erfolgreicher Trainer nicht nur im Bereich der Nationalmannschaft, er hat darüber hinaus große Erfolge in der Nachwuchsarbeit. Die U21-Nationalmannschaft von Tschechien, die von ihm auf die EM vorbereitet wurde, hat 2002 auch den EM-Titel der U21 erringen können. Er ist ein Mann, der nicht nur sein Wissen und seine Taktik in großen Turnieren nachdrücklich unter Beweis gestellt hat, sondern große Erfahrung und Fingerspitzengefühl mit jungen Spielern mehrmals bewiesen hat. Das ist die Garantie, dass der Weg, den wir in letzten Jahren gegangen sind mit dem Umbau und der Verjüngung, weiter gegangen wird", begründete Stickler seine Entscheidung.

Bleibt Andreas Herzog Assistent?

Internationale Erfahrung und Erfolge (Qualifikation für die EM 2004 und 2008 sowie für die WM 2006 mit Tschechien) hätten für den 68-Jährigen gesprochen und gegen einen heimischen Teamchef, betonte der ÖFB-Boss. Vor allem Hickersberger-Assistent Andreas Herzog galt als Kandidat, der ÖFB-Rekordinternationale soll dem Trainerstab um Brückner aber weiter angehören, hofft Stickler. "Es hat natürlich auch Überlegungen in Richtung interne Lösung gegeben, also mit Andreas Herzog eine Lösung zu suchen", so Stickler. "Wir haben uns für Brückner entschieden und nicht gegen Herzog. Wenn man die Möglichkeit hat, einen Mann mit diesen Erfolgen zu kriegen, dann muss man den nehmen. Brückner hat großes Interesse bekundet, mit Herzog zusammenzuarbeiten. Ich hoffe, er bleibt, die Tür für Herzog steht ganz weit offen. Ich glaube, dass er von der Erfahrung eines Karel Brückner profitieren kann."

Erste Bewährungsprobe am 20. August

In den kommenden Tagen wird es daher auch ein Gespräch zwischen Brückner, der gut Deutsch spricht, und Herzog geben. Zumindest in den ersten drei Partien wird Herzog dem Team auf jeden Fall noch zur Verfügung stehen, erklärte Stickler nach einem Gespräch mit dem 39-Jährigen. Immerhin steht am 20. August in Nizza gegen Weltmeister Italien das einzige Testspiel auf dem Programm, ehe es am 6. September in Wien gegen Vizeweltmeister Frankreich und vier Tage später in Litauen mit der WM-Qualifikation losgeht.

Nicht viel Zeit für den neuen Teamchef, sich ein Bild von seinen Teamkandidaten zu machen. Herzog und der bisherige Betreuerstab werden Brückner, der sich in den kommenden Tagen sein Trainerteam sucht, unterstützen. Zudem hätte sich Brückner schon alleine aus geographischer Nähe und als Gegner in einer der jüngsten Qualifikationen mit dem rot-weiß-roten Fußball auseinander gesetzt. Demnächst wird er auch nach Österreich ziehen. "Brückner hat uns nachdrücklich gesagt, dass er einer ist, der auf dem Platz lebt und keine Fernbetreuung macht. Er wird sehr viele Zeit auf österreichischen Fußball-Plätzen verbringen. Er ist sehr optimistisch und zuversichtlich, er erwartet sich einiges von dieser Mannschaft", erklärte Stickler.

"Haben nicht auf den Taufschein geschaut"

Dass Brückner bei der Euro 2008 mit 68 Jahren der zweitälteste Teamchef war, spielte bei der Suche keine Rolle. "Wir haben nicht auf den Taufschein geschaut, sondern auf Erfahrung und Erfolg", meinte Stickler mit Verweis auf den ältesten Teamchef. Das war Luis Aragones, der Spanien zum Titel geführt hatte. Stickler: "Ich würde auch Aragones nehmen." Auf eine medizinische Untersuchung, wie dies bei Spielertransfers üblich ist, hat man beim Teamchef jedenfalls verzichtet.

(APA/Red.)

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21 Kommentare
roger
26.07.2008 08:41
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Gasselich und Krankl schimpfen wie ein Rohrspatz

Da sieht wohl die Wiener Freunderlwirtschaft ihre Felle (=Einfluss) davonschwimmen. Jetzt wird's halt nix mehr mit dem Hineinreklamieren von Ivanschitz und Konsorten.

Gast: Aschyl, schau oba ...
26.07.2008 07:43
0 0

Fair Bläh

Wie? Was? Doch nicht der Kukacka, obwohl der doch gerade frei wäre und eh in die Privatwirtschaft will? Auch der Gusel hätte sicher nicht nein gesagt, war doch sein Vorgänger Fredl I. sogar Präsident des burgenländischen Fußballverbandes. Sachen gibt's. Ist der Neue überhaupt schon in der Paddei? Sollten wir gar gegen Andorra gewinnen, bringt ihm ihm sicher der Taus-Pepi die Siegesprämie in einem Umschlag vorbei. oder? Wenn der gar noch dem Hunderl vom Onkel Hans das Balli wirft, kann er sogar Bundeskanzler werden. Schaun Sie sich das an!

Antworten leokoller3
29.07.2008 01:54
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Re: Fair Bläh

Ich hab mir hier vor Kurzem nach der Abendmahlzeit und zur elektronischen Lektuere einen G'spritzten eingeschenkt, davon aber ein gutes Mundvoll gen Tastatur und Bildschirm ob Ihres Beitrags verschwendet, sodass die tschechische, kein einziges Wort Deutsch sprechende Angetraute mit gezuecktem Putzfetzen und verstoppelter Weinflasche ins Zimmer raste, um sowohl der nassen hardware als auch dem halbvollem Weinglas Abhilfe zu verschaffen.

parapente
25.07.2008 19:55
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68 Jahre? PASST !!

Unsere Fussballer spielen eh so, wie wenn sie auch so alt wären.

Plabutsch
25.07.2008 17:29
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Spannend

Auf alle Fälle eine interessante Entscheidung mit Phantasie - für eine anscheinend beeindruckende Persönlichkeit (in der Klasse eines Ivica Osim).

Der Erfolg wird davon abhängen, ob Team und neuer Trainer zusammenfinden. (Die ersten Spieler-Reaktionen klangen etwas reserviert.)

Vielleicht eine der ersten guten Entscheidungen von Hrn. Stickler.


Gast: skimpy
25.07.2008 16:09
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warum nicht gleich

wieder den stastny. die alten deppen sterben nicht aus, weder bei der geber- noch bei der nehmerseite.

Gast: Pour le merite
25.07.2008 15:04
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Die grauen Panther des Sports: Trappatoni, Aragones, Brückner

Sollte er tatsächlich bis zur WM überleben, dürfte er als ältester Fussball National Trainer in die Geschichte eingehen.

Diese Auszeichnung kann uns dann niemand nehmen.

Antworten leokoller3
29.07.2008 01:32
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Re: Die grauen Panther des Sports: Trappatoni, Aragones, Brückner

Den aeltesten Torschuetzen bei einer EM haben wir eh schon. Weiter so.

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Mit DEM hat wohl kaum jemand gerechnet...

Viele Namen sind in den letzten Wochen durch die Medien geschwirrt; es waren zumeist deutsche. Ein "deutscher Name" ist es dann tatäschlich geworden; aber es handelt sich dabei trotzdem um einen Tschechen. Und im Vergleich zu etlichen Deutschen, die Stickler kontaktierte, hat Brückner sogar noch echte Erfolge vorzuweisen. Von seinem Fachwissen und seiner Kompetenz wird auch unser Team profitieren.

Die Suche nach Hickersbergers Nachfolger erwies sich spannend wie ein Krimi und am Ende wurde es dann einer, den kaum jemand auf der Rechnung hatte. Vor allem deshalb, weil halt die namhaften Betreuer ziemlich teuer sind und im ÖFB nach der EM wieder die Sparmeister regieren.

Insofern wird man jetzt im Rahmen der WM-Qualifikation aber doch einiges springen lassen müssen, um Herrn Brückner möglichst optimale Rahmenbedingungen zu bieten. Sosnt hätte man ja gleich irgendwen mit diesem Job betrauen können!

Was ich von Brückner erwarte, sind neue Ideen & Impulse sowie mehr Mut im Spiel!

Antworten leokoller3
29.07.2008 01:30
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Re: Mit DEM hat wohl kaum jemand gerechnet...

Jawoi, zuadraht is. Do gfreit si da Piatnik. Oder ist es der STIASTNY ?

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Karel Brückner als Leopold Stastny-Revival?

Vor etlichen Jahrzehnten war der Tscheche Leopold Stastny als österreichischer Teamchef geradezu Kult. Nein, nicht etwa deshalb, weil er mit der Nationalmannschaft besonders erfolgreich war; aber seine gestochen präzise formulierten Analsysen, WARUM es leider schon wieder eine Niederlage setzte, war einfach ein fußballfachlicher Genuß. Irgendwie erninnerte das an historischen Abhandlungen, WARUM bestimmte geschichtliche Ereignisse so und nicht anders verlaufen "mußten".

Allerdings hoffe ich, daß Brückner im Gegensatz zu Stastny schon VORHER weiß, was alles für einen SIEG getan werden muß! Etliche Fans stoßen sich an seinem Alter; aber es wird ja von einem Coach nicht verlangt, daß er auch noch die Tore schießt!

Was ich vom neuen Teamchef jedoch sehr wohl erwarte, das ist, daß er noch genügend Feuer besitzt, die Truppe entsprechend zu motivieren! Damit meine ich, daß er keinen Angsthasenfußball zelebriert sondern mutig nach vorn spielen läßt. Schon das wäre ein echter Fortschritt!

Ratio
25.07.2008 13:25
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Ob er Stiastny das Wasser reichen kann?


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Re: Ob er Stiastny das Wasser reichen kann?

STIASTNY ist der Name einer bekannten Spielkartenfirma! Sie meinen hier wohl eher Leopold Stastny, einen legendären tschechischen Trainer, der vor Jahrzehnten unser Nationalteam betreute.

"Das Wasser reichen", zumindest was die erzielten Resultate betrifft, wird Karel Brückner seinem Vor-Vor-Vor-Vorgänger hoffentlich schon. Denn so eloquent-brillant auch dessen Analysen nach Niederlagen stets gewesen sind; etwas mehr Siege hätten es schon sein dürfen...

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Re: Re: Ob er Stiastny das Wasser reichen kann?

Heissen die Spielkarten nicht PIATNIK? Leopold Stastny war ein Original, köstlich seine TV-Interviews - und aus Preßburg, also ein Slovake. Und daher auch nicht "Böhme" wie in dem launigen Artikel
http://www.ballesterer.at/index.php?art_id=687

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Re: Re: Re: Ob er Stiastny das Wasser reichen kann?

Danke für diese Hinweise! Schön langsam beginnt sich das alles mit Stiastnik, Piatnik und Stastny zu klären...

Daß Leopold Stastny ein Preßburger, also Slowake war, ist damals vielleicht deshalb nicht so bei uns ins allgemeine Bewußtsein gedrungen, weil Tschechen und Slowaken zu dieser Zeit noch in einem Staat vereint gewesen sind. Man sprach also zumeist generell von Tschechoslowaken. Daher auch meine "Unschärfe" bei Stastnys Herkunftortung...

Antworten Antworten Antworten Antworten Tscheche
25.07.2008 18:37
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Re: Re: Re: Re: Ob er Stiastny das Wasser reichen kann?

Stastny is spelled Šťastný in Slovak language and means "happy". It is pronounced "Schtastnyy".

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Re: Re: Ob er Stiastny das Wasser reichen kann?

Heissen die Spielkarten nicht PIATNIK? Leopold Stasny war ein Original, köstlich seine TV-Interviews - und aus Preßburg, also ein Slovake. Und daher auch nicht "Böhme" wie in dem launigen Artikel
http://www.ballesterer.at/index.php?art_id=687

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Re: Re: Ob er Stiastny das Wasser reichen kann?

Ich kenne eigentlich nur Piatnik als Spielkartenfirma. Stastny war wohl damals Tschechoslowake, aber aus Preßburg/Bratislava - somit Slowake. Er wohnte in Wien jahrelang in einem Hotel. War hier im Exil, soweit ich mich erinnere. Seine Analysen und seine Sprache waren tatsächlich brillant, obwohl die Mannschaft damals noch sehr österreichisch-wehleidig-verliererisch war, kein Vergleich zum heutigen Kampfgeist und der Kondition - wenn sie auch noch immer hinter den internationalen Maßstäben zurückbleibt. Für eine Halbzeit reichts jedenfalls schon!

Gast: Horx
25.07.2008 12:32
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Platzhalter

Ich denke, Herr Brückner ist nur der Platzhalter für die wirklich große zukunftsfähige Lösung, die den österreichischen Fußball dann wirklich in das nächste Jahrzehnt führt: Otto Rehagel - der wird aber erst nach der WM 2010 frei. Solange macht's eben der junge Brückner.

Gast: Über dem Zenit
25.07.2008 11:39
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Der ÖFB macht weiter

auf Opa.

Antworten freeman
25.07.2008 12:56
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"Opa" ist kein Fehler,

solange es ein guter Trainer ist - und das ist Brückner allem Anschein nach.

In Österreich gibt es keinen von seinem Format.