WIEN (ag./red.). Es war das Hallenturnier der „Underdogs". Denn nicht die Großklubs Rapid oder Austria standen im Finale, es waren die „Kleinen" aus der Regionalliga. Vienna hatte im Endspiel mit dem Sportklub, dem Erzrivalen aus Dornbach, leichtes Spiel und gewann 8:1. Es war der erste Hallen-Triumph von Blau-Gelb, dotiert mit 10.000 Euro. Trainer Peter Stöger war begeistert, als Aktiver gewann er das Turnier viermal, nun erstmals als Betreuer.
Austria, der Titelverteidiger, hatte sich das Comeback am Parkett der Wiener Stadthalle anders vorgestellt. Nachdem das Turnier im Vorjahr wegen der Vorbereitungen für die EM nicht ausgetragen worden war, stürzte die Austria nun böse ab. Nach Niederlagen in der Gruppenphase (2:3 gegen Vienna, 0:6 gegen Rapid) verloren die Violetten auch das Spiel um Platz fünf (3:5 gegen Lask).
„Dribblanski"-Qualitäten blieb die Truppe von Trainer Karl Daxbacher schuldig. Die Fans des Hallenrekordsiegers nahmen das einigermaßen persönlich und verzichteten gänzlich auf Anfeuerungsrufe, Stimmung herrschte nur bei gelungenen Aktionen der jungen Linzer.
Rapid landet auf Platz 3
Wenig besser erging es Rapid im Semifinale: Die Hütteldorfer kamen gegen den Sportklub mit 2:7 unter die Räder, mit 11:4 gegen Wiener Neustadt sicherte sich das Pacult-Team wenigstens Platz 3.
sZwar hatte das Turnier diesmal unter dem Namen „Dribblanski" firmiert, die Größen der Bundesliga aber blieben aus. Die Klubs setzten auf verstärkte B-Teams, wobei Steffen Hofmann, Branko Boskovic, Stefan Maierhofer und Veli Kavlak (Rapid), Milenko Acimovic, Jocelyn Blanchard und Mario Bazina (Austria) sowie Ivica Vastic (LASK) die bekanntesten Abwesenden waren.
Wie zu befürchten war, forderte die Halle auch heuer einige Verletzungsopfer. Rapid-Mittelfeldspieler Stefan Kulovits zog sich einen Gelenksbruch der großen Zehe am rechten Fuß zu und dürfte mehrere Monate ausfallen. Davor hatte die Austria zwei Verletzte zu beklagen: Philipp Netzer zog sich beim einen Seitenbandriss im linken Knie zu, Defensivspieler Aleksander Dragovic erlitt einen Nasenbeinbruch. Ob der 17-Jährige operiert werden muss, ist noch offen.
Einen Zugang während des Turniers hingegen feierte Lask: Ex-ÖFB-Teamspieler Roman Wallner erhielt bei den Linzern einen leistungsbezogenen Vertrag bis Saisonende mit Option auf eine zweijährige Verlängerung. Der 26-Jährige hatte vor Weihnachten seinen Vertrag mit Xanthi einvernehmlich aufgelöst.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.01.2009)

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