Mit seinem Klub Middlesbrough steckt Emanuel Pogatetz derzeit im Abstiegskampf der Premier League, sein Selbstbewusstsein hat darunter aber nicht gelitten - im Gegenteil. Der 26-Jährige will nun auch im Nationalteam mehr Verantwortung übernehmen und meldet Ansprüche auf die vakante Kapitänsschleife an.
"Für mich wäre das ein großer Schritt nach vorne, würde ich Kapitän der Nationalmannschaft werden. Es ist nicht so, dass ich hierhergekommen bin und sage, dass ich Kapitän werden muss. Ich würde auch jede andere Entscheidung akzeptieren und wäre nicht beleidigt. Aber auf der anderen Seite wäre ich enttäuscht, würde die Entscheidung gegen mich ausfallen. Es wäre gelogen, wenn ich sage, dass es mir egal wäre", meinte der Verteidiger, der in England wegen seines kompromisslosen Spiels den Spitznamen "Mad Dog" verpasst bekam.
Neo-Teamchef Dietmar Constantini hatte in seinem ersten Kader auf den bisherigen Kapitän Andreas Ivanschitz verzichtet und will in den nächsten Tagen einen Nachfolger finden. Mit Pogatetz hat er darüber schon gesprochen. Die Frage, ob der England-Legionär bereit wäre, das Amt zu übernehmen, hatte "Mad Dog" mit "Ja" beantwortet.
Pogatetz würde "den Druck aushalten"
Vom Kapitänsamt verspricht sich Pogatetz vor allem ein besseres Standing in der Mannschaft: "Wenn man Kapitän ist, ist es sicher einfacher, Dinge anzusprechen. Denn man weiß, dass der Teamchef hinter einem steht. Das ist auch mannschaftsintern von großem Vorteil. Und den Druck würde ich ganz sicher aushalten, so eine Situation würde mich nicht belasten, ich wüsste damit umzugehen. Das stelle ich auch in Middlesbrough unter Beweis."
Auch dort ist Pogatetz Schleifenträger. Mit Middlesbrough stehen dem Österreicher aber noch harte Zeiten bevor. In 30 Partien konnte "Boro" nur sechs Siege feiern und liegt in der Tabelle schon vier Punkte hinter einem Nichtabstiegsplatz. Eine Ausstiegsklausel für den Abstiegsfall hat "Mad Dog" nicht, in der zweite Liga will Pogatetz aber lieber nicht spielen: "Mit 26 Jahren will ich weiter auf dem höchsten Niveau spielen. Sollte ich den Verein im Sommer verlassen, will ich mich sportlich verbessern, also bei einem Klub landen, der international spielt oder andere Ambitionen hat. Jedes Jahr gegen den Abstieg zu spielen ist sehr kraftraubend", meinte der Verteidiger, der am liebsten in England bleiben würde.
(APA/Red.)

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