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Fußball: „Real Madrid ist zu bedeutend, um pleitezugehen“

15.06.2009 | 18:19 |   (Die Presse)

Hohe Schulden sind kein Hindernis, Rekordablösen zu zahlen. Das „Weiße Ballett“ hat unbegrenzt Kredit. Hinter den Transaktionen von Real Madrid steckt der neue, alte Präsident Florentino Pérez.

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WIEN (Bloomberg). Nach Ansicht von Sportexperten sind die vom spanischen Meister Real Madrid gezahlten Ablösesummen für die beiden Topspieler Cristiano Ronaldo (94 Millionen Euro) und Kaká (68 Millionen Euro) ein Risiko für sämtliche europäischen Fußballvereine. „Real Madrid treibt quasi die Inflation am Transfermarkt an“, sagt Simon Chadwick, Sportökonom der Universität Coventry in England.

„Wir werden in den kommenden Monaten bis zum Saisonbeginn einen deutlichen Anstieg der Transfersummen erleben“, prophezeit er. Dabei könne sich der Sport diese Entwicklung nicht leisten, da die finanzielle Lage vieler Klubs sehr angespannt sei.

Einer Studie der Wirtschaftsprüfer Deloitte LLP zufolge stiegen die von den 92 wichtigsten Profivereinen in England bezahlten Transfersummen von 2007 auf 2008 um 35 Prozent auf 779 Millionen Pfund (916 Millionen Euro).

Hinter den Transaktionen von Real Madrid steckt der neue, alte Präsident Florentino Pérez. Bereits während seiner Amtszeit 2000 bis 2006 setzte er konsequent auf große Namen und warb Ausnahmespieler wie David Beckham und Zinedine Zidane an.

 

Zehn Millionen Jahresgage

Der spanischen Tageszeitung „El Mundo“ zufolge wird der 24-jährige Portugiese Ronaldo sechs Jahre lang pro Saison zehn Millionen Euro verdienen. Die Bedingungen des Sechsjahresvertrags für Kaká legten weder Madrid noch Mailand offen.

Chadwick, der einen Lehrstuhl für Strategie und Marketing im Sportgeschäft innehat, rechnet damit, dass die Verpflichtung von Kaká und Ronaldo jährlich rund 175 Millionen Dollar (126 Millionen Euro) aus dem Verkauf von Trikots und Fanartikeln einbringen dürfte.

Der 62-jährige Florentino Pérez ist der Chef des größten spanischen Bauunternehmens, Actividades de Construcción y Servicios SA (ACS). Er wurde am 1. Juni nun erneut zum Präsidenten von Real Madrid gewählt.

Höhepunkt der ersten Amtszeit von Pérez war der Gewinn der Champions League im Jahr 2002. Seinerzeit finanzierte er neue Spieler durch den Verkauf des Klubtrainingsgeländes für 500 Millionen Euro. Vergangenen Monat teilte er mit, diesmal werde Real Madrid Kredite aufnehmen müssen, um sich neue Stars leisten zu können.

Im Juni 2008 hatte der Verein Verbindlichkeiten von 563 Millionen und im Geschäftsjahr 2008 einen Umsatz von 365,8 Millionen Euro. Banco Santander, Spaniens größte Bank, wollte Berichte nicht kommentieren, sie stelle Real für den Kauf Ronaldos einen Kredit.

Dabei hat Real Madrid nach Worten von Stefan Szymanski, Volkswirt der Cass Business School in London, bei seiner „Hochrisikostrategie“ einen Trumpf im Ärmel. „Real ist zu bedeutend, um zu scheitern – wie hoch sie sich auch verschulden“, sagt er. „Keine Bank würde jemals zulassen, die Bank zu sein, die den Untergang von Real Madrid besiegelt.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.06.2009)

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6 Kommentare
Gast: Rupert
21.06.2009 17:18
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das war nicht unbedingt eine Anfeindung

sondern rein auf die Tatsache bezogen, dass er unumstritten mindestens der zweitbeste Fußballer der Welt ist, und nicht wegen einer aktuellen Form, sondern seit zwei Jahren ein Niveau hält, dass es im Fußball (fast) noch nie gegeben hat!
Er erzielte als Flügelspieler 42 und 25 Tore die letzten beiden Saisonen, war Gewinner des goldenen Schuhs, ist Europas und der Weltfußballer des Jahres, gewann drei Meisterschaften hintereinander und die Champions League! Was bitte brauchst du noch als Beweis?

Gast: Matthias
21.06.2009 09:23
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Lieber Rupert

Ich respektiere die Meinung eines jeden,
natürlich verstehe ich vom Fussball nicht das Geringste, aber vielleicht kann ich Dich ja bitten, mir Erleuchtung zu bringen.
Ich bin froh, dass Du in deiner allumfassenden Weisheit meine Augen geöffnet hast, ich werde mich nun lieber dem Minigolfsport zuwenden.
Ich hoffe, dass ist okay für dich, mein Gebieter Rupert.

Gast: Matthias
19.06.2009 10:03
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Alles halb so wild...

wie sagte ein gewisser Herr Sammer: ..Hauptsache, das Geld bleibt im Fussball....
Ein Wahnsinn ist das, es sollte ein einheitliches Lizensierungsverfahren geben. Leider sind UEFA und auch die allmächtige FIFA nicht in der Lage, vernünftige Regeln für diese Jongleure zu entwickeln.
Und Fussballsachverstand ist ja auch nicht gerade in Madrid beheimatet: C.Ronaldo ist für mich ähnlich überschätzt wie einst ein gewisser David Beckham.

Antworten Gast: Rupert
19.06.2009 13:20
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einen mit über 40 Toren pro Saison...

kann man nicht überschätzen, dieser Spieler ist der beste der Welt, keiner kann ihm das Wasser reichen. Deine Aussage beweist nur dass du von Fußball nichts verstehst!

Gast: Heinz
17.06.2009 13:19
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Kompletter Wahnsinn

Dieser Herr Perez soll diese Summen einmal gegenüber einer Gruppe spanischer Arbeitsloser rechtfertigen, derer es in Spanien ja nicht gerade zu wenig gibt. Das tragische daran ist ja das es teilweise gerade diese Leute dann noch sind die sich um ihr letztes Geld noch die Spiele dieser Mannschaften ansehen und diesen Wahnsinn damit auch noch legitimieren. Einfach Schwachsinn was hier betrieben wird.

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Quasi Monopole am Fussballmarkt

Dass nationale Fussballverbaende die Fernsehrechte vertreiben ist so als wenn alle Milchhersteller als ein Vertrieb auftreten koennten. Natuerlich wuerde der Milchpreis dann in die Hoehe schiessen. UEFA und FIFA sind auch ohne Rueckgrat und erlauben die grenzenlose Kommerzialisierung des Sports

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