23.11.2009 01:26 | Meine Presse Merkliste0

Fußball: Schiedsrichter als Spielverderber

01.11.2009 | 18:44 |   (Die Presse)

Nach dem Ausschluss des Rapidlers Gartler stehen die Unparteiischen unter Kritik. Schiedsrichter Einwaller wollte zu der Roten Karten nichts sagen. Er erhielt allerdings Rückendeckung vom Schiedsrichter-Chef.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

WIEN (g.h./APA.).Thomas Einwaller hatte am Samstag nicht seinen besten Tag. 16.300 Zuschauer konnten sich im Hanappi-Stadion davon überzeugen. Aber damit unterschied sich der Tiroler kaum von den übrigen 22 Akteuren auf dem Spielfeld. Rapid war durch Katzer in der zwölften Minute in Führung gegangen und kontrollierte daraufhin die Partie. Ried war de facto chancenlos.

Bis zur 56. Minute. Da schickte Einwaller Rapid-Youngster Rene Gartler nach einer vermeintlichen Tätlichkeit vom Platz. Die Rote Karte empörte Spieler, Fans und nicht zuletzt auch Trainer Pacult – auch noch tags darauf. „Der Ausschluss war eine klare Fehlentscheidung. Die Aktion von Gartler war eine natürliche Stürmerbewegung“, schäumte Pacult – zügelte aber schnell wieder sein Temperament: „Ich muss aufpassen, was ich sage, sonst kostet mich das wieder Geld.

 

„Es war keine Tätlichkeit“

Selbst der gefoulte Ried-Verteidiger Martin Stocklasa attestierte nach dem Spiel: „Das war keine Rote Karte. Ich hätte sie nicht gegeben, es war keine Tätlichkeit.“

Freilich war der Liechtensteiner nach dem Zweikampf mit Gartler zu Boden gegangen. „Ich habe aber nicht geschauspielert, er hat mich im Gesicht getroffen. Aber das war eine natürliche Bewegung, er wollte sich lösen“, erklärte der faire Sportsmann.

Schiedsrichter Einwaller wollte zu der Roten Karten nichts sagen. Er erhielt allerdings Rückendeckung von Liga-Schiedsrichterchef Johann Hantschk. Dieser wertete die Aktion Gartlers als klare Tätlichkeit.

Mittlerweile fühlt sich Rapid richtiggehend verfolgt von den Unparteiischen. „Schön langsam fällt es auf. Es gibt zu viele Pfiffe gegen Rapid, die nicht nachvollziehbar sind. Das können wir so nicht hinnehmen“, meinte Sportdirektor Alfred Hörtnagl und erinnert an die Niederlage gegen Sturm. Damals wurde den GrünWeißen ein regulärer Treffer aberkannt. Ähnliches geschah zu Saisonbeginn beim 1:2 in Mattersburg.

 

Kapfenberg als Schiri-Stiefkind

Die Internetplattform wahretabelle.at widmet sich intensiv den Schiedsrichterleistungen. Jeder Fehlpfiff wird penibel analysiert und diskutiert. Und obwohl die Rapid-Fans bei den Usern dominieren, steht Rapid in der um Schiedsrichterfehler bereinigten „Wahren Tabelle“ mit zwei Punkten weniger da. Der Klub, der von Schiedsrichtern am unfairsten behandelt wird, sei Kapfenberg. Laut Plattform gingen den Obersteirern bereits drei Punkte durch Fehlpfiffe verloren. Hingegen dürfte Salzburg Liebkind der Referees sein. Fünf Punkte seien in dieser Saison nicht erspielt, sondern erpfiffen worden, heißt es.

Plattformen wie diese zeigen, dass Schiedsrichter immer stärker ins Zentrum der Kritik rücken. Jeder Millimeter des Spielfelds wird von Kameras überwacht. Jede strittige Szene wird minutiös aufgezeichnet und analysiert. Ob ein Videobeweis, wie er etwa im American Football seit Jahren üblich ist, den Schiedsrichtern zugute – ja zu Hilfe – kommen könnte, wird immer wieder zur Diskussion gestellt, ist aber bis dato nie ernsthaft von den Verantwortlichen in Betracht gezogen worden.

Bei manchem Schiedsrichter stößt allerdings selbst der Unschuldsbeweis auf keinen fruchtbaren Boden. Das zeigte einst der deutsche Schiedsrichter Felix Brych im Spiel Wolfsburg gegen Leverkusen. Er gab Wolfsburg-Goalie wegen Torraubs die Rote Karte, obwohl Bayer-Stürmer Erin Derdiyok sofort nach dem „Foul“ beteuerte, regelkonform attackiert worden zu sein.

AUF EINEN BLICK

Schiedsrichter rücken im Fußball immer öfter ins Zentrum der Kritik. Fehlentscheidungen werden von den TV-Kameras penibel vor Augen geführt.

Rapid-Spieler Rene Gartler flog im Spiel gegen Ried in der 56. Minute wegen einer vermeintlichen Tätlichkeit vom Platz. Die Fernsehbilder widerlegen die Rote Karte. Selbst der „gefoulte“ Ried-Spieler konnte kein Vergehen erkennen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.11.2009)

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

3 Kommentare
Gast: AG
02.11.2009 11:27
0 0

Überdenken

Alle Entscheidungen der Schiedsrichter auf die goldene Waage zu legen ist sicherlich nicht Sinn der Sache. Entscheidungen müssen schnell getroffen werden und bieten natürlich Spielraum für Fehlentscheidungen. Ein zu Unrecht erfolgter Abseits-Pfiff kann durch einen Videobeweis aufgedeckt, aber in keinster Weise rückgängig gemacht werden. Das wäre nicht praktikabel.

Anzudenken wäre allerdings ein Videobeweis und eine Beratung des Schiedsrichters mit einem vierten Mann (der den Videobeweis einsehen kann) bei unter Umständen spielentscheidenden Sitationen wie zB. Rote Karten, Elfmeter, etc. Hier liegt auf jeden Fall eine Spielunterbrechung vor und da biete sich natürlich die Möglichkeit Entscheidungen zu hinterfragen und ggf. zu korrigieren.

Antworten Gast: in
02.11.2009 13:15
0 0

Re: Überdenken

so eine Unterbrechung würde max 1 Minute dauern und könnte ähnlich dem Eishokey für Werbung nutzbar gemacht werden.. aber mit dem bald 90 jährigen Blatter und den BEAMTEN - SCHWACHKÖPFEN des ÖFB wird das nicht einfach , Hauptsache, des war schon imma so und überhaupt wo samma denn-- mir san mir de schüdsrichta und die beanten

Gast: in
02.11.2009 09:16
0 0

wer betrsfat die schiedsrichter

Wann endlich können Schiedsrichter "over ruled " , korregiert und bestraft werden !!!. Warum nicht von einem SUpervisor gelbe und rote Karten für diese zum Teil aberwitzigen unentschuldbaren Fehlleistungen. Sperren für Scheidsrichter, Der Typ da von getsern aus Kapfenberg gehört angezeigt und aus dem Verkehr gezogen...
ROTE KARTEN hätte es dies WE für diese Schiedsricher genug gegebn. Und diese unverschämte Selbstherrlichkiet dieser Leute ....
diese Leute verderben einem wirklich die Lust auf Fussball, !!!

Schlagzeilen