In der deutschen Bundesliga läuft es nicht überragend, doch finanziell herrscht beim Fußball-Rekordmeister eitel Sonennschein: Bayern München führt derzeit Gespräche mit dem deutschen Automobilhersteller Audi über einen riesigen Investitions-und Sponsoring-Vertrag. Mehr als 100 Millionen Euro werden in die Klubkassen fließen, meinte Klub-Manager Uli Hoeneß.
"Es ist eine Beteiligung (am Klub, Anm.) und ein langfristiger Vertrag", sagte Hoeneß gegenüber dem TV-Sender Sky am Sonntagabend. "Es ist ein Paket. Ein Werbevertrag und eine Beteiligung. Der Betrag ist weit über 100 Millionen."
Unklar ist noch, wie viel Prozent des Klubs der deutsche Automobilhersteller erwerben will und wie lang der Sponsoring-Vertrag laufen wird. Hoeneß erwartet die Fixierung des Deals noch vor der ordentlichen Generalversammlung des Vereins am 27. November.
Zudem berichtet die "Bild"-Zeitung, dass die Verhandlungen der Bayern über eine mit dem derzeitigen Hauptsponsor Telekom kurz vor dem Abschluss stehen. Der Telekommunikationskonzern soll künftig 25 statt 20 Millionen Euro bezahlen, die Zusammenarbeit bis 2013 ausgedeht werden.
Bayern verklagen "Löwen"
Im Dauerstreit zwischen dem FC Bayern und seinem Lokalrivalen und Stadion-Mieter TSV 1860 München bahnt sich indes eine Auseinandersetzung vor Gericht an. Die "Löwen" zahlen demnach seit Saisonbeginn nur noch einen Bruchteil des vertraglich vereinbarten Betrages für die Bewirtung der Besucher auf den knapp 3000 Business-Plätzen in der Allianz Arena.
Das bringt die Stadion GmbH als hundertprozentige Tochter der FC Bayern AG nach Angaben von Hoeneß um Einnahmen von 50.000 Euro pro Heimspiel von den "Sechzigern" in der 2. Liga. "Das ist Geld, das sie uns klauen", zitierte die Münchner "tz" in ihrer Montag-Ausgabe Hoeneß.
Das Münchner Landgericht bestätigte die Eingabe der Stadion GmbH, einen Prozess-Termin gebe es aber noch nicht. "Der TSV 1860 ist ein Mieter, mit dem eine seriöse Zusammenarbeit kaum möglich ist", beklagte sich Hoeneß. Streitpunkt zwischen den Vereinen ist, dass 1860 seit dieser Saison nur noch für so viele VIP-Essen bezahlen will, wie tatsächlich gebraucht werden. Ausverkauft sind die Business-Seats bei "Löwen"-Spielen nicht, etwa 1800 dürften besetzt sein.
Seit 2005 spielen der FC Bayern und der TSV 1860 in der damals für über 300 Mio. Euro gemeinsam errichteten WM-Arena. Die "Löwen" konnten die Kosten als Zweitligist aber von Anfang an kaum stemmen. 2006 verkauften sie ihre Stadion-Anteile für elf Millionen Euro an den FC Bayern, entgingen so einer angeblich drohenden Insolvenz und wurden Mieter. Rund 5,3 Mio. Euro sind pro Saison fällig.
Immer wieder wird bei den "Löwen" ein Auszug aus der Arena diskutiert. An diesem Dienstag will die "Projektgruppe Stadion-Zukunft" Ergebnisse für eine mögliche Rückkehr ins Grünwalder-Stadion präsentieren. "Diesen Verein gäbe es ohne unsere Hilfe gar nicht mehr. Wir haben ihn mehrfach gerettet", sagte Hoeneß, der den "Löwen" vorwirft, "jahrelang katastrophal gewirtschaftet" zu haben.
(Red./APA)

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