23.11.2009 00:42 | Meine Presse Merkliste0

"Über 100 Millionen": Riesendeal für den FC Bayern

02.11.2009 | 11:54 |   (DiePresse.com)

Dem deutschen Rekordmeister steht eine gewaltige Finanzspritze ins Haus: Manager Uli Hoeneß kündigt den Einstieg von Auto-Hersteller Audi an. Indes streben die Bayern eine Klage gegen 1860 München an.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

In der deutschen Bundesliga läuft es nicht überragend, doch finanziell herrscht beim Fußball-Rekordmeister eitel Sonennschein: Bayern München führt derzeit Gespräche mit dem deutschen Automobilhersteller Audi über einen riesigen Investitions-und Sponsoring-Vertrag. Mehr als 100 Millionen Euro werden in die Klubkassen fließen, meinte Klub-Manager Uli Hoeneß.

"Es ist eine Beteiligung (am Klub, Anm.) und ein langfristiger Vertrag", sagte Hoeneß gegenüber dem TV-Sender Sky am Sonntagabend. "Es ist ein Paket. Ein Werbevertrag und eine Beteiligung. Der Betrag ist weit über 100 Millionen."

Unklar ist noch, wie viel Prozent des Klubs der deutsche Automobilhersteller erwerben will und wie lang der Sponsoring-Vertrag laufen wird. Hoeneß erwartet die Fixierung des Deals noch vor der ordentlichen Generalversammlung des Vereins am 27. November.

Zudem berichtet die "Bild"-Zeitung, dass die Verhandlungen der Bayern über eine mit dem derzeitigen Hauptsponsor Telekom kurz vor dem Abschluss stehen. Der Telekommunikationskonzern soll künftig 25 statt 20 Millionen Euro bezahlen, die Zusammenarbeit bis 2013 ausgedeht werden.

Bayern verklagen "Löwen"

Im Dauerstreit zwischen dem FC Bayern und seinem Lokalrivalen und Stadion-Mieter TSV 1860 München bahnt sich indes eine Auseinandersetzung vor Gericht an. Die "Löwen" zahlen demnach seit Saisonbeginn nur noch einen Bruchteil des vertraglich vereinbarten Betrages für die Bewirtung der Besucher auf den knapp 3000 Business-Plätzen in der Allianz Arena.

Das bringt die Stadion GmbH als hundertprozentige Tochter der FC Bayern AG nach Angaben von Hoeneß um Einnahmen von 50.000 Euro pro Heimspiel von den "Sechzigern" in der 2. Liga. "Das ist Geld, das sie uns klauen", zitierte die Münchner "tz" in ihrer Montag-Ausgabe Hoeneß.

Das Münchner Landgericht bestätigte die Eingabe der Stadion GmbH, einen Prozess-Termin gebe es aber noch nicht. "Der TSV 1860 ist ein Mieter, mit dem eine seriöse Zusammenarbeit kaum möglich ist", beklagte sich Hoeneß. Streitpunkt zwischen den Vereinen ist, dass 1860 seit dieser Saison nur noch für so viele VIP-Essen bezahlen will, wie tatsächlich gebraucht werden. Ausverkauft sind die Business-Seats bei "Löwen"-Spielen nicht, etwa 1800 dürften besetzt sein.

Seit 2005 spielen der FC Bayern und der TSV 1860 in der damals für über 300 Mio. Euro gemeinsam errichteten WM-Arena. Die "Löwen" konnten die Kosten als Zweitligist aber von Anfang an kaum stemmen. 2006 verkauften sie ihre Stadion-Anteile für elf Millionen Euro an den FC Bayern, entgingen so einer angeblich drohenden Insolvenz und wurden Mieter. Rund 5,3 Mio. Euro sind pro Saison fällig.

Immer wieder wird bei den "Löwen" ein Auszug aus der Arena diskutiert. An diesem Dienstag will die "Projektgruppe Stadion-Zukunft" Ergebnisse für eine mögliche Rückkehr ins Grünwalder-Stadion präsentieren. "Diesen Verein gäbe es ohne unsere Hilfe gar nicht mehr. Wir haben ihn mehrfach gerettet", sagte Hoeneß, der den "Löwen" vorwirft, "jahrelang katastrophal gewirtschaftet" zu haben.

(Red./APA)

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

3 Kommentare
0 0

Der Titel sagt ja eh schon alles...

Ja, es ist TATSÄCHLICH ein "Riesendeal" für den FC Bayern; aber est es auch einer für BMW? Da jammern die deutschen Autokonzerne über die katastrophale wirtschaftliche Situation und sudern beim Staat um weitere Subventinen aus Steuermitteln. Und nun pumpt BMW zu reinen Werbezwecken 100 Mio. Euro in einen Fußballklub! Glaubt man denn wirklich, daß allein schon das BMW-Logo auf dem Dreß zu einem Kauf-Boom führen wird?

Dagegen kann der deutsche Rekordmeister nun wieder noch mehr auf dem Spieler-Weltmarkt fündig werden. Ob er jedoch dabei die erhofften schußstarken Stürmer finden wird? Hiebei handelt es sich nämlich um eine äußerst rare Spezies und englische, spanische und italienische Vereine haben eh schon alles an Einschlägigem abgegrast!

Aber wenigstens kann jetzt Uli Hoeneß wieder aus dem Vollen schöpfen und muß nicht mehr jammern, daß die deutschen Klubs bei Transferwünschen oft unter "ferner liefen" landen. Anderseits schießt Gomez trotz 30 Mio. Ablöse viel zu wenig Tore...

megadoc
02.11.2009 16:41
0 0

Neid?

Wohin Missmanagement und Freunderlwirtschaft führen wird uns ja alljährlich in Österreich vorgeführt (aktuell: Kärnten). Da ist mir doch ein professionell geführter Klub (ähnl. den Klubs in Spanien, England) lieber.

Gast: Fubafan
02.11.2009 12:28
0 1

Audi-Engagement beim Zum-Halse-Raushängeschild des deutschen Fußballs: nur Verlierer!

Man scheint beim FC Bayern gar keine Skrupel mehr zu haben sich selbst noch mehr zu verkaufen. Nirgendwo sonst in Deutschland hat sich der Fußball von seinen Ursprüngen so weit entfernt wie beim FC Bayern. Es geht nur noch um Profitmaximierung. Traditionelle Anhänger und mündige Fans haben beim FC Bayern schon lange überhaupt keinen Platz mehr.

Zweifelsohne, der FC Bayern ist ein professionell geführtes Unternehmen, aber eben eines ohne Charme. Das zeigt nicht nur der aktuelle Wille sich selbst noch mehr an Wirtschaftsunternehmen zu verkaufen. Man muss sich nur einmal an der Säbener Straße umsehen. Die hohen Zäune dort um die Trainingsplätze verhindern, dass die Anhänger den Fußball-Millionarios zu nahe kommen und die Klub-Zentrale sieht aus wie geleckt und erinnert an den Stammsitz einer Immobiliengesellschaft.

Die Handvoll leidenschaftlicher Fans, die der FC Bayern neben den unzähligen Kunden noch hat, werden von der Vereinsführung behandelt wie Dreck am Ärmel. Wer dieser sich selbst an Wirtschaftsunternehmen verkaufenden Aktiengesellschaft wirklich emotional noch anhängt, wird - trotz all der sportlichen Erfolge - von mir nicht beneidet, sondern verdient mein Mitleid.

Zu Audi: Nur weil der FC Bayern derzeit (selbsternannter?!) Marktführer zu sein scheint, bringt eine solche Kooperation noch lange keine Pluspunkte, erst recht nicht bei Fans anderer Vereine. Audi braucht sich nicht wun

Schlagzeilen