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Champions League: 100 Millionen für Bayern

02.11.2009 | 18:35 |   (Die Presse)

Autohersteller Audi steigt ins Fußballgeschäft ein. Die zusätzlichen Millionen im Bayern-Budget sollen allerdings nicht am Spielermarkt investiert werden, sondern in die Finanzierung der Allianz-Arena fließen.

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MÜNCHEN (mhk). Ehe die Bayern am Dienstag (20.45 Uhr) in München in der Champions League auf Girondins Bordeaux treffen, verkündete die Führung des deutschen Fußballrekordmeisters eine Erfolgsmeldung. Der Ingolstädter Autohersteller Audi soll bei den Bayern einsteigen, der Abschluss eines langfristigen Vertrages in dreistelliger Millionenhöhe stehe unmittelbar vor Abschluss. Bayern-Manager Uli Hoeneß meinte gegenüber dem TV-Sender Sky: „Das ist ein Betrag, der weit über 100 Millionen sein wird – alles zusammen.“ Im Paket, das noch vor der Jahreshauptversammlung am 27.November abgesegnet werden soll, sind nach Hoeneß' Angaben „ein Werbevertrag und eine Beteiligung“ inkludiert.

Die „Bild“-Zeitung vermutete, dass der Wert des Zehnjahresvertrages 200 Millionen Euro ausmachen und Audi neun Prozent am Klub erhalten soll.

Die zusätzlichen Millionen im Bayern-Budget sollen allerdings nicht am Spielermarkt investiert werden, sondern in die Finanzierung der Allianz-Arena fließen. Sportartikelhersteller Adidas hat 2001 zehn Prozent der Bayern-Anteile gekauft, die ebenfalls in den Stadionbau geflossen sind.

Die Arena ist auch Thema des Dauerstreits der Bayern mit den „Löwen“, dem Lokalrivalen 1860 München. Nun droht sogar eine gerichtliche Auseinandersetzung mit dem Stadionuntermieter: Streitpunkt zwischen den Vereinen ist, dass 1860 für die Benützung des 3000 Zuschauer fassenden VIP-Bereichs weniger bezahlen will, derzeit sind jährlich 5,3 Millionen Euro fällig.

Seit 2005 spielen Bayern und 1860 München in der für über 300 Millionen Euro errichteten WM-Arena. Finanziell überfordert, verkauften die „Löwen“ 2006 ihre Stadionanteile für elf Millionen Euro an die Bayern, um eine drohende Insolvenz zu verhindern.

Spieltag 4 (alle Partien 20.45 Uhr/live auf Sky), Gruppe A: Bayern München – Girondins Bordeaux, Maccabi Haifa – Juventus Turin; Gruppe B: Manchester United – CSKA Moskau, Be?ikta? – Wolfsburg; Gruppe C: AC Milan – Real Madrid, Olympique Marseille – FC Zürich; Gruppe D: APOEL – FC Porto, Atlético Madrid – Chelsea.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.11.2009)

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1 Kommentare
Gast: Fubafan
03.11.2009 07:53
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Audi-Engagement beim Zum-Halse-Raushängeschild des deutschen Fußballs: nur Verlierer!

Man scheint beim FC Bayern gar keine Skrupel mehr zu haben sich selbst noch mehr zu verkaufen.

Zweifelsohne, der FC Bayern ist ein professionell geführtes Unternehmen, aber eben eines ohne Charme. Das zeigt nicht nur der aktuelle Wille sich selbst noch mehr an Wirtschaftsunternehmen zu verkaufen. Man muss sich nur einmal an der Säbener Straße umsehen. Die hohen Zäune dort um die Trainingsplätze zum Schutz der Fußball-Millionarios, die Klub-Zentrale sieht aus wie geleckt und erinnert an den Stammsitz einer Immobiliengesellschaft.

Die paar Fans, die der FC Bayern neben den unzähligen Kunden noch hat, werden von der Vereinsführung behandelt wie Dreck am Ärmel. Wer dieser sich selbst an Wirtschaftsunternehmen verkaufenden Aktiengesellschaft wirklich emotional noch anhängt, wird - trotz all der sportlichen Erfolge - von mir nicht beneidet, sondern verdient mein Mitleid.

Zu Audi: Nur weil der FC Bayern derzeit (selbsternannter?!) Marktführer zu sein scheint, bringt so eine Kooperation noch lange keine Pluspunkte, erst recht nicht bei Fans anderer Vereine. Ich auf jeden Fall würde mir in Zukunft bei einem Pkw-Neukauf zweimal überlegen, ob es unbedingt ein Audi sein muss. Ein schlechterer Werbeträger als der Kotzbrocken-Klub aus München ist jedenfalls kaum vorstellbar. Außer ein paar Bayernfans verbinden die meisten Menschen (auch die, die mit Fußball nichts am Hut haben!) Arroganz, Übermacht und erduselte Erfolge mit dem Zum-Halse-Raushängeschild des deutschen Fußballs.

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