Klagenfurt (ag./red.). Mario Canori versucht sich in diesen Tagen als Personalchef der heimischen Bundesliga. Nach dem 0:3 seiner Kärntner Austria gegen Mattersburg am Samstag ist dem Klubpräsidenten zwar sein Trainer Frenkie Schinkels abhandengekommen, dafür brachte er aber einen neuen Kandidaten für das Amt des Bundesligapräsidenten ins Spiel.
Canori, der nach der Nationalratswahl im Herbst 2008 vom BZÖ zur FPÖ gewechselt ist, schickt Veit Schalle ins Rennen, der in der vergangenen Legislaturperiode BZÖ-Wirtschaftssprecher und Nationalratsabgeordneter gewesen ist. Canori lobte den 67-jährigen Ex-Billa-Chef als „Querdenker, der in der Lage ist, die Dinge neu aufzurollen“. Der Kärntner ist damit neben dem amtierenden Präsidenten Martin Pucher, tipp3-Vorstand Dietmar Hoscher und Sturm-Graz-Präsident Hans Rinner der vierte Kandidat für die Wahl, die am 7. Dezember im Rahmen der Hauptversammlung stattfinden soll.
Bei seinem Verein selbst, der derzeit abgeschlagen mit sechs Zählern und acht Punkten Rückstand auf Kapfenberg am Tabellenende rangiert, hat Canori neben finanziellen nun auch personelle Probleme am Hals.
„Kein Blut gespuckt“
Während der bisherige Ko-Trainer Roman Stary die Mannschaft interimistisch übernimmt, will Canori schon bis Dienstag einen Schinkels-Nachfolger präsentieren: „Der Kandidatenkreis umfasst rund zehn Personen“, sagte Canori, ohne Namen zu nennen. Gute Chancen auf den Job soll Georg Zellhofer haben.
Frenkie Schinkels Resümee nach 63 Spielen (15 Siege/15 Remis/33 Niederlagen) war niederschmetternd: „Ich habe heute zum ersten Mal das Gefühl, dass ich dieser Mannschaft nicht mehr weiterhelfen kann. Die Spieler haben mich heute wirklich enttäuscht, sie haben nicht bis zum Äußersten gekämpft. Sie haben kein Blut gespuckt“, sagte er bei seinem Abschied.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.11.2009)

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