Erstmals seit über 14 Monaten steht Rekordmeister Rapid wieder an der Spitze der Fußball-Bundesliga. Die Wiener gewannen am Mittwochabend das Nachtragsspiel der 1. Runde zu Hause gegen Sturm Graz unterm Strich verdient 2:1 (1:0) und verdrängten damit Titelverteidiger Salzburg dank der besseren Tordifferenz von Platz eins. Den entscheidenden Treffer vor 17.200 Zuschauern im Hanappi-Stadion markierte Salihi in der 89. Minute per Foul-Elfmeter, zuvor hatten Jelavic (16.) bzw. Lavric (60.) getroffen.
In Hütteldorf war schnell deutlich zu sehen, dass zwei der spielstärksten Teams der Liga aufeinandertrafen. Sturm wählte eine nicht nur auf dem Papier offensiv ausgerichtete Aufstellungsvariante und startete als gefährlichere Elf ins Spiel. Doch Rapid-Goalie Payer parierte gegen den von Soma bedrängten Lavric (8.) und bei einem starken Freistoß von Jantscher (13.) und ebnete somit den Weg zur Rapid-Führung.
Kavlak eroberte den Ball in der eigenen Hälfte, spielte auf Hofmann und dieser bediente mit einem Lochpass Jelavic, der Sturm-Goalie Gratzei überlief und zu seinem siebenten Saisontreffer einschob (16.). Sturm ließ sich nicht beirren und bereitete mit seinen schnellen Akteuren wie Jantscher, Beichler oder Hölzl der Rapid-Abwehr große Probleme. Aber auch Payer blieb ein sicherer Rückhalt und rettete gegen Lavric und Hölzl (jeweils 38.).
Während Rapid bis zur Pause nur noch einen schön ausgeführten, aber ungefährlichen Jelavic-Fallrückzieher zu bieten hatte (31.), kam Sturm dem Ausgleich unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff noch einmal sehr nahe. Nach Jantscher-Eckball traf Beichler per Kopf, doch Schiri Gangl annullierte den Treffer aufgrund eines umstrittenen Fouls von Schildenfeld an Soma (45.).
Lavric mit Premierentor
In der Anfangsphase der zweiten Hälfte verabsäumte es Rapid, den Sack zuzumachen. Salihi traf die Latte (52.) und Jelavic setzte völlig alleinstehend einen Kopfball am Tor vorbei (57.). Das rächte sich schnell, denn nach Hölzl-Querpass von rechts traf Beichler den Ball nicht, doch Lavric lauerte dahinter und donnerte den Ball zum Ausgleich und zu seinem ersten Treffer für Sturm unter die Latte (60.).
Dem Treffer ging ein Ausrutscher von Hofmann voraus, das Missgeschick leitete nicht nur den Ausgleich ein, sondern ließ auch die Oberschenkelverhärtung des Rapid-Kapitäns wieder akut werden. Pacult tauschte daraufhin Hofmann gegen Dober aus. Ohne ihren Kapitän ging bei Rapid nicht mehr ganz so viel, ein Kulovits-Schuss am kurzen Eck vorbei (68.) und ein Kavlak-Schuss (86.) waren die besten Chancen.
Bis zur 89. Minute, denn da musste Gratzei nach Schildenfeld-Schnitzer im eigenen Strafraum Jelavic von den Beinen holen und Gangl entschied auf Elfmeter - eine harte, aber vertretbare Entscheidung. Salihi trat an und schoss flach und platziert ins rechte Eck. Mit der letzten Aktion der Partie hätte Muratovic beinahe noch den Ausgleich erzielt.
Rapid weiter im Großeinsatz
Nach den Heimsiegen über den Lokalrivalen Austria (4:1) und Sturm gehen die Tage der Schlagerpartien für Rapid nun auswärts weiter. Am Sonntag gastieren die Rapidler in Salzburg und am 2. Dezember ist die Pacult-Truppe in der Europa League beim Hamburger SV zu Gast.
Linzer Schießbude
Der Lask bleibt die Schießbude der Fußball-Bundesliga. Die Linzer kamen beim SC Magna Wr. Neustadt mit 1:4 (0:3) unter die Räder und warten nun schon seit acht Partien auf einen vollen Erfolg. Mann des Spiels war Sanel Kuljic, der gegen eine indisponierte Lask-Defensive alle vier Treffer erzielte. Die Niederösterreicher zogen damit an dem Tabellennachbarn vorbei und liegen auf Tabellenrang sieben. Den Ehrentreffer für den Lask, der in 16 Runden 45 Gegentreffer kassiert hat, erzielte Christoph Kobleder in der Nachspielzeit.
Der Startschuss zum zweiten Auswärtsdebakel nach dem 2:7 in Kapfenberg fiel bereits in Minute neun, als Siegfried Rasswalder seinen Gegner ideal mit einer Kopfballvorlage bediente. Kuljic bedankte sich aus kurzer Distanz mit dem 1:0. Nur sechs Minuten später standen wieder die Beiden im Blickpunkt. Der an diesem Tag völlig indisponierte Lask-Verteidiger stand bei einer Flanke von Roman Gercaliu zu weit weg von Kuljic, der per Kopf auf 2:0 erhöhen konnte.
Auch als Lask-Trainer Matthias Hamann nach 32 Minuten den Arbeitstag des ausschlussgefährdeten Rasswalder beendete, ging es in derselben Tonart weiter. Die Gastgeber dominierten und Kuljic durfte mit seinem dritten Tor in der 38. Minute die vorzeitige Entscheidung bejubeln. Der Ex-Nationalteamstürmer hatte wenig Mühe, eine ideale Vorlage des agilen Patrick Wolf aus rund sieben Metern zu verwerten.
Kurz zuvor hatten die Oberösterreicher zwei hundertprozentige Chancen auf den Anschlusstreffer ausgelassen. Innerhalb weniger Sekunden zeichnete sich zuerst Magna-Goalie Saso Fornezzi mit einer Parade gegen Wolfgang Bubenik aus, ehe Lask-Torjäger Christian Mayrleb den Ball aus kurzer Distanz über das leere Tor schoss.
Die Kuljic-Torgala fand auch nach Wiederanpfiff ihre Fortsetzung. Hannes Aigner verlängerte eine Freistoß-Flanke von Wolf und wieder stand Kuljic im Fünfer goldrichtig. Unbedrängt von der inferioren Lask-Abwehr köpfte der 32-Jährige mit seinem achten Saisontor zum 4:0 ein. Danach bekamen die Gäste das Spiel besser in den Griff. In der 64. Minute fand Thomas Prager, bester Mann der Linzer, in Fornezzi seinen Meister, ehe sein Nachschuss das Tor verfehlte. ÖFB-Teamstürmer Roman Wallner hatte in Minute 72 bei einem Lattenschuss Pech. Der Führende der Torschützenliste sprang dann aber noch als Assistgeber ein, als Kobleder in der Nachspielzeit nach seiner Ecke zum 1:4-Endstand traf.
>> Österreichische Bundesliga: Die Tabelle
(APA/Red.)


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