Ein schmeichelhafter Sieg für Österreich

Länderspiel. Österreich besiegte Uruguay mit 2:1, Sabitzers Führung glich Superstar Cavani aus, den Siegtreffer erzielte Schaub. Trostlose Stimmung, schwache Abwehr und kaum Chancen – es gibt noch sehr viele Baustellen beim ÖFB.

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Wien. Das erste Länderspiel als ÖFB-Teamchef endete für Franco Foda mit einem 2:1-Sieg gegen Uruguay. Was nach fünf Minuten und der Führung durch Sabitzer schon nach der Befreiung ausgesehen hatte, entwickelte sich nach dem Ausgleich durch Cavani (10.) und zahlreichen, leichtfertig vergebenen Chancen der Südamerikaner doch noch zu einem langen Lehrspiel. Erst der eingewechselte Louis Schaub sorgte mit seinem vierten Treffer im sechten Länderspiel – einem direkt verwandelten Freistoß – für den 2:1-Siegtreffer und damit für Fodas gelungene Premiere als Teamchef. Er gewann aber noch eine Erkenntnis im erschreckend leeren Happel-Oval: es wartet noch viel Arbeit auf ihn.

2:1 - Bilder des Spiels: Fodas Teamchef-Premiere

Das vierte Länderspiel gegen den WM-Vierten von 2010 (zuletzt 1:1, 2014) stand zwar in Gedenken Ernst Happels (25. Todestag), doch Freundschaftsspiele im November haben in Wien gehörig beklemmenden Charakter. Die Temperatur (drei Grad) lud eher zur Flucht aus dem Prater ein, selbst die Erwartungshaltung war ob folgender Verpflichtungen der Spieler wie Liga oder Champions League eher bescheiden. Sogar der naive Glaube, dass sich Südamerikaner zu dieser Jahreszeit in Europa eher unwohl fühlen, wurde prompt ins Abseits gedrängt, als Stürmerstar PSG-Cavani oder Atleticos Abwehr-Größe Godin am Ball waren.

„Arni“ gegen Cavani

Foda begann gegen die „Celeste“ (Himmelblauen; zuletzt 0:0 gegen Polen) mit einem 4-4-2-System. Er erhoffte sich Flexibilität mit Arnautović neben Burgstaller, wollte gezielt nach vorne spielen. Das Fehlen Alabas oder Gregoritschs ließ er nicht gelten, man habe genug Qualität, die wollte er sehen. Die Uruguayer warteten ab, ließen die ÖFB-Spieler kommen; das rächte sich. Sabitzer traf zum 1:0 (5.), Kainz hatte den Ball erobert, Burgstaller scheiterte zwar mit dem Torschuss, sein Pass aber fand Sabitzer, der einschoss.

Nur weitere fünf Minuten später offenbarte sich jedoch das wahre Unheil des ÖFB-Teams. Nichts stimmte, die Zuordnung war inexistent und Cavani tat, wovor Foda gewarnt und gehörig Angst hatte. Cavani profitierte von einem Fehler, einer simplen Flanke, 1:1 (10.).

Die Österreicher setzten nach, ließen unter aufkeimenden „Franco Foda“-Chorälen nicht locker. Ein gehöriger Ulmer-Schnitzer hätte fast das 1:2 bedeutet, hätte Urretaviscaya nicht im Strafraum über den Ball gedroschen. Die ÖFB-Abwehr fehlte die Ordnung, Danso enttäuschte bis auf ein Tackling gehörig. Dann trickste ihn Arrascaeta ganz simpel aus, nur der Pfosten rettete Österreich vor dem Rückstand (33.). Die Abwehr blieb auch nach 45 Minuten Fodas Problemzone. Wo David Alaba 2018 spielen wird?

Arnautović war in der Spitze allein, bekam keine Bälle. Von Burgstaller war nach dem Assist nichts mehr zu sehen. Schaub half dem schnellen Umschaltspiel auch nicht auf die Sprünge, ebenso nicht die eingewechselten Schöpf oder Lazaro. Österreich konnte mit dem 2:1 sehr zufrieden sein, Foda hat jedoch eine wichtige Erkenntnis gewonnen. Auf den ÖFB-Teamchef wartet noch sehr viel Arbeit.

Dass sich nur knapp 12.000 Zuschauer ins Happel-Oval verirrt hatten, es bei einem Länderspiel lange trostlos, still und verlassen schien, blieb trotzdem die bitterste Bestandsaufnahme des Abends.

Österreich - Uruguay Endstand 2:1 (1:1).

Wien, Ernst-Happel-Stadion, 11.700, SR Bognar (HUN). ß Tore: 1:0 ( 5.) Sabitzer
1:1 (10.) Cavani
2:1 (87.) Schaub (Freistoß)

Österreich: Lindner - Bauer, Danso, Dragovic, Ulmer - Sabitzer (90. Schwab), Baumgartlinger, Grillitsch (74. Schöpf), Kainz (59. Schaub)- Burgstaller (74. Lazaro), Arnautovic (86. Alar)

Uruguay: M. Silva - Pereira, Gimenez, Godin, G. Silva - Urretaviscaya (68. Stuani), Vecino, Bentancur, Valverde (79. Lodeiro) - Cavani (75. Gomez), de Arrascaeta (63. C. Sanchez)

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