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iPhone und iPad speichern ungefragt jeden Aufenthaltsort

21.04.2011 | 08:18 |   (DiePresse.com)

Ohne Zutun ihrer Besitzer zeichnen die Apple-Geräte jeden Ort auf, an dem sie jemals waren. Die Daten werden unverschlüsselt gespeichert. Betroffen sind alle Modelle mit dem Betriebssystem iOS 4.

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Die jüngsten Versionen der Apple-Geräte iPhone und iPad speichern britischen Experten zufolge laufend die Aufenthaltsorte ihrer Nutzer und sichern die Daten in einer versteckten Datei auf dem Gerät. Die britischen Informatiker Alasdair Allan und Pete Warden veröffentlichten am Mittwoch eine Studie, nach der die Geräte iPhone und iPad 3G, die das im Juni 2010 eingeführte System iOS 4 enthalten, regelmäßig ihre Standorte speichern. Dabei nutzen die Geräte das 3G-Netz, womit die Aufzeichnung auch ohne aktiviertem GPS funktioniert. Wie das Wall Street Journal berichtet, sammeln die Geräte die Daten auch, wenn Ortsdienste deaktiviert sind.

"Seit der Einführung des Systems iOS 4 speichert Ihr Gerät eine lange Liste von Ort- und Zeitangaben", heißt es in einem auf der Experten-Website O'Reilly Radar veröffentlichten Artikel. Die Gründe dafür seien bislang unklar, aber die Funktion sei von Apple "eindeutig beabsichtigt", schreiben die Briten. Dass moderne Mobilgeräte ihren Aufenthaltsort ermitteln können ist nicht ungewöhnlich. Allerdings muss man üblicherweise eine Erlaubnis erteilen. Das ist bei dem von den Forschern beschriebenen Problem nicht der Fall.

Daten unverschlüsselt gespeichert

"Was die Sache noch schlimmer macht", ist laut Allan und Warden die Tatsache, "dass die Datei unverschlüsselt und ungeschützt" ist und sich auf jedem Gerät wiederfindet, das mit dem iPhone oder iPad synchronisiert wurde. Wer sein Apple-Gerät austausche, nehme mit dem Überspielen der Daten auf das neue Gerät auch die Datei mit den Aufenthaltsorten mit. Zwar sei die Datei versteckt, aber gerate das Gerät "in die falschen Hände", könne der Kenner der Funktion genau sehen, wo der Besitzer sich aufgehalten habe. Auch andere Mobilfunkanbieter verfügten über Daten, die Auskunft über die Aufenthaltsorte der Handy-Nutzer geben, doch für gewöhnlich würden diese Daten nicht auf dem Gerät selbst gespeichert.

(c) Screenshot DiePresse.com

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Wie Cnet und Engadget berichten, war diese versteckte Funktion schon im kleinen Kreis von Forensikern bekannt. Die Informatiker stellten ihre Erkenntnisse auf der Konferenz Where 2.0 in San Francisco einem größeren Publikum vor. Allan und Warden nahmen nach eigenen Angaben Kontakt zur Abteilung für Produktsicherheit bei Apple auf, erhielten jedoch keine Antwort. Der Hersteller bietet selbst eine Anwendung namens "Find my iPhone" an, mit der Nutzer ihre Geräte finden können. Aber auch diese arbeitet erst, nachdem man ihr die Erlaubnis dazu erteilt hat.

GPS-Daten nicht überwacht

Allan und Warden haben ebenfalls einen iPhone-Tracker programmiert. Damit kann jeder die Ortsaufzeichnungen seines iPhone abrufen, um sich selbst von der Sache zu überzeugen. Ars Technica hat sich die Software näher angesehen und die Erkenntnisse der Forscher nachvollziehen können. Interessanterweise werden lediglich Daten, die über 3G-Netze gewonnen werden, aufgezeichnet. Eine Reise nach Hongkong, wo der Autor GPS aktiviert hatte, scheint in den gespeicherten Daten nicht auf.

Derzeit gibt es keine Möglichkeit, die Datensammlung abzustellen. Die Informationen werden in einer Datei namens "consolidated.db" gespeichert. Dieser wird über iTunes auch auf dem heimischen PC gespeichert. Während die Informationen im iPhone immer unverschlüsselt bleiben, lassen sich zumindest die iTunes-Backups verschlüsseln. Dazu muss man das entsprechende Häkchen in dem Synchronisierungs-Dialogfeld setzen. Das verschlüsselte Backup wird mit einem Passwort gesichert.

(Ag./Red.)

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39 Kommentare
 
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Gast: einfach
22.04.2011 13:05
0 0


0 0

Unglaubliche News!!

Mein Bäcker weiss, welches Brot ich esse!!!


Fouzie
21.04.2011 21:26
0 0

Herzlich

willkommen im neuen Zeitalter!

Wrdlbrmpft
21.04.2011 20:25
1 0

"consolidated.db"

Es gibt bereits einen Patch zur dauerhaften Behebung des Problems.
iPhone oder iPad flach auf eine glatte Unterlage legen, und mit einem Schlosserhammer 300g einige Male nicht zu sanft auf das Gehäuse und den Bildschirm schlagen. Patch, pätsch, patsch.
An apple a day, keeps the good times away!

Gast: Bärenfalle...
21.04.2011 16:15
1 3

Wieso die Aufregung ?

Es dürfte wohl ziemlich klar sein, in allen gängigen Betriebssystemen sind Backdoors und Logs integriert, nicht weil die Hersteller böse sind sondern weil "unsere" Geheimdienste dies als Anforderung stellen.
Wer kompiliert sich sein OS schon wirklich komplett selber ?

Das ist auch kein Geheimnis, Protokolle und Schnittstellen sind sogar länderübergreifend genormt und definiert (s. ETSI)

Jetzt hat Apple die gespeicherten Daten sozusagen "schlecht" versteckt.

Guter Apfel ? Böser Apfel ?

Antworten Gast: sdfsd
21.04.2011 18:57
0 1

Re: Wieso die Aufregung ?

Ehrfürchtig erstarre ich vor deiner Expertise.

Gast: gast_
21.04.2011 15:58
0 0

DAS FASSTS GUT ZUSAMMEN ;-))))

http://www.youtube.com/watch?v=EaHUpWuqNHY

Anwalt
21.04.2011 14:51
2 0

Die Ortung...

...läuft nicht über GPS, sondern über Telefonmasten. Das Gerät zeichnet hier also Daten auf, die euer Mobilfunkbetreiber sowieso auch hat. Das Problem liegt hier ja nicht in der Aufzeichnung, sondern in der lokalen (unverschlüsselten) Speicherung am Gerät!

Antworten Wrdlbrmpft
21.04.2011 20:03
0 1

"...Telefonmasten..."?

Das sind doch die aus Holz mit den Trägern und weißen Isolatoren und den Freileitungen. Darüber erfolgt die Ortung? Toll, was der Anwalt alles weiß!
Bisher dachte man die Detektion erfolge durch das Einloggen in den nächstgelegenen Sendemast.

Gast: Cool Gate
21.04.2011 14:40
0 0

wieso berichten alle Zeitungen erst heute darüber?

Diese Info ist schon längst ein alter Hut! Tarifagent hat im Juli 2010 (!) bereits darüber berichtet!!!??? Neu ist dass man nun selbst die Daten herauslesen kann...

Hier der Link übrigens, hab ihn noch rausgesucht:

http://www.tarifagent.com/de/mobile_world/news/artikel/produktvorstellung/hersteller/apple/iPhone_update_bringt_verfolgung.php

zypresse
21.04.2011 14:10
3 0

elektronische "Fussfessel"

Die einen (z.B. Herr Elsner) hätten gerne eine. Die anderen (z.B. Konsumenten) bezahlen dafür.

Warum Menschen immer erreichbar, auffindbar (z.B. GPS) und nur mehr selten anonym sein wollen (z.B. Facebook), wird wohl ein Rätsel bleiben. Die Industrie freut es und die Konsumenten auch - so sind alle glücklich mit Ihrer "Fussfessel" ...äh also natürlich ihrem Handy :-)

Frohe Ostern!

Gast: gast_
21.04.2011 12:10
5 1

steve jobs weiß wo du letzen freitag gewesen bist!!

voll verdient ihr apple lemminge ;-)

Antworten Abaddon
21.04.2011 14:25
2 0

Re: steve jobs weiß wo du letzen freitag gewesen bist!!

Und die Datenkrake Google? ;-)

0 0

Re: Re: steve jobs weiß wo du letzen freitag gewesen bist!!

der Krake...

Antworten Anwalt
21.04.2011 14:12
1 0

Re: steve jobs weiß wo du letzen freitag gewesen bist!!

Daten bleiben auf dem Gerät und werden nicht an Apple gesendet. Trotzdem finde ich es beunruhigend.

Gast: Novalis
21.04.2011 11:37
9 0

Verblödung

Es ist unfassbar, wie die Konsumenten eine Schweinegeld für Geräte ausgeben, deren Hersteller sie zunehmend wie Leibeigene und Untergebene behandelt. Wie verblödet muss man eigentlich sein, die eigene lückenlose Überwachung auch noch selbst anzuschaffen ? Dazugehören ist alles - auch wenn's um die Zugehörigkeit zu einer unkritischen Konsumenten-Schafherde gehört ...

Antworten Fussal93
21.04.2011 13:07
1 0

Re: Verblödung

Amen.
xDDDD

Antworten Gast: EU-Informationsministerium für iOS 4
21.04.2011 12:06
1 1

Re: Verblödung Wie verblödet muss man eigentlich sein, die eigene lückenlose Überwachung auch noch selbst anzuschaffen ?

Fragen sie Parlamentarier ihres Vertrauens oder den lokalen Nacktbarbesitzer.

:-)

Rorschach
21.04.2011 11:17
5 0

Kann es sein, dass ....

... in der Presse-Redaktion ebenfalls ein Überhang an Apple-Fans herrscht? Oder warum werden Kommentare einfach wahllos ausgefiltert?

Gast: Nudelauge
21.04.2011 11:08
3 1

Und, wer braucht diesen Dreck?

Alle sind soooo wichtig und müssen immer ereichbar sein - armselige Würstel.

Die wahre Freiheit ist nur erreichbar zu sein wenn ich das will!


Antworten Gast: dsfsdf
21.04.2011 12:12
2 0

Re: Und, wer braucht diesen Dreck?

Ich wusste nicht, dass man ein iPhone nicht ausschalten kann.

Antworten Antworten Gast: Nudelauge
21.04.2011 15:09
2 1

Re: Re: Und, wer braucht diesen Dreck?

Sie glauben wenn das Fensterl schwarz ist, ist das Kasterl ausgeschaltet?

Und wenn ich Sie anrufe wird das Fensterl hell, also...?

Das Kasterl pollt immer, ausser Sie nehmen den Akku heraus, dann ist das Kasterl wirklich ausgeschaltet.

Bei den uralt-Handys war bei aus wirklich aus, beim neuen Glumpert wird dauernd überwacht, weil die Technikfreaks das nicht wissen.

Frohe Ostern allseits.


Antworten Antworten Antworten pauly
21.04.2011 15:41
0 1

Re: Re: Re: Und, wer braucht diesen Dreck?

was für ein dreck man kann das iPhone sehrwohl ausschalten wie jedes Handy
erst mal nAchdenken bitte

Gast: findit
21.04.2011 10:50
2 0

Interpretationsproblem

auf ihrer Website räumen die beiden "researcher" ein, dass sie nicht wissen, warum auch Koordinaten von Lokationen gespeichert werden, an welchen die User nie waren.

Heutzutage ist es üblich, korrekte Daten falsch oder schlampig zu interpretieren. Dies ist eine weitaus grössere Gefahr als die Speicherung der Daten selber.

Kantig
21.04.2011 10:39
0 0

Quo vadis ist damit beantwortet.


Gast: exit
21.04.2011 10:39
0 0

exit strategy

"There is no exit strategy" hahaha

Quelle? einfach in der youtube-suchmaske 'irack' eingeben

 
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