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An den eigenen Spielern gescheitert

22.02.2012 | 18:35 |   (Die Presse)

Champions League. Erstmals seit 1996 könnte das Viertelfinale ohne englische Beteiligung über die Bühne gehen. Chelsea-Trainer Villas-Boas muss vor seinen Stars kapitulieren.

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London/Apa/Red. 2007, 2008 und 2009 war das Halbfinale der Champions League eine fast rein englische Angelegenheit. Von den vier teilnehmenden Mannschaften kamen gleich drei aus dem Mutterland des Fußballs. 2008 standen sich Manchester United und der FC Chelsea in einem rein englischen Endspiel gegenüber. Die restlichen europäischen Topklubs hatten bestenfalls die Rolle von stillen Bewunderern.

Heuer droht England dagegen eine historische Blamage. Seit 1995/96 fand kein Viertelfinale mehr ohne einen Klub von der Insel statt. Vor 16 Jahren waren allerdings auch nur Titelträger in der Champions League vertreten. Und der überforderte englische Überraschungsmeister Blackburn Rovers musste nach der Vorrunde die Koffer packen.

Nachdem 2011/12 schon Manchester United in der Gruppenphase ausgeschieden ist, droht nun dem FC Arsenal und dem FC Chelsea im Achtelfinale das Aus.

Die Chancen der „Gunners“ sind nach dem 0:4 im Hinspiel beim AC Milan nur noch im Promillebereich zu suchen und seit Dienstag sieht es auch für die „Blues“ aus London nicht gut aus. Das 1:3 beim SSC Napoli könnte Chelsea-Trainer Andre Villas-Boas den Job kosten. Der Portugiese war wegen der durchwachsenen Saisonleistungen schon vorher angezählt. Die Londoner sind nicht nur vom Titelkampf weit entfernt, mit dem derzeitigen Platz fünf in der Liga ist auch die neuerliche Qualifikation für die Champions League in Gefahr. Zuletzt konnte man an der Stamford Bridge nicht einmal mehr das FA-Cup-Match gegen Zweitligist Birmingham gewinnen.

 

20 Millionen Euro für ein Tor

Und auch das Fernando-Torres-Problem konnte „AVB“ nicht lösen. Der rund 60 Millionen Euro teure Stürmer hat in seinen 13 Monaten bei Chelsea gerade einmal drei Ligatore erzielt. Umgerechnet kostete jeder Treffer 20 Millionen Euro. Das ist auch für Chelsea-Verhältnisse kein annehmbares Preis-Leistungs-Verhältnis.

Zudem sorgt der junge Portugiese, der im Vorsommer vom FC Porto gekommen ist, mit seinen Personalentscheidungen für Diskussionen. In Neapel ließ er neben Fernando Torres und Michael Essien etwa auch Ashley Cole und Frank Lampard auf der Bank. Englische Medien wollen erfahren haben, dass der Grund dafür in einer völlig gescheiterten Aussprache lag. „AVB“ soll seine Führungsspieler vor der Reise nach Italien nach ihrer Begründung für die Chelsea-Krise gebeten haben. Dass die Stars aber frei von der Leber weg erzählten, dass sie die taktische Kompetenz des Portugiesen für gelinde gesagt ausbaufähig halten, das soll Villas-Boas gar nicht geschmeckt haben.

Cole kam in der 12. Minute für den verletzten José Bosingwa aufs Feld, Lampard und Essien erst beim Stand von 1:3 in der Schlussphase. Villas-Boas verteidigte seine Entscheidungen. „Für mich war es das bestmögliche Team“, betonte der Portugiese. „Wir werden analysieren, was falsch gelaufen ist. Einige Dinge müssen wir besser machen, aber es ist nicht unmöglich, ein 1:3 aufzuholen.“

Das Rückspiel findet am 14. März statt. Ob Villas-Boas dann noch im Amt ist, steht in den Sternen. Der Jungtrainer hat es nie geschafft, aus dem großen Schatten seines Mentors und Vorgängers José Mourinho zu treten.

 

Später Ausgleich in Moskau

Der aktuelle Trainer von Real Madrid war nach dem 1:1 bei ZSKA Moskau „ein wenig frustriert“. Der Treffer von Cristiano Ronaldo reichte den „Königlichen“ aber nicht zum Sieg. Pontus Wernbloom, der im Herbst noch bei AZ Alkmaar spielte und in der Europa League zweimal gegen die Austria traf, glich in der 93. Minute noch aus. „Aber ein 1:1 ist kein Drama, wir können zu Hause gewinnen“, meinte Mourinho.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.02.2012)

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