Moniz nach Charkiw-Debakel: "Das ist keine Schande"

24.02.2012 | 10:30 |   (DiePresse.com)

In den 0:4- und 1:4-Lehrstunden gegen Metalist Charkiw sah der Salzburg-Trainer einen übermächtigen Gegner. Moniz bemängelte bei seinem Team, dass selbst Basissachen nicht funktionieren.

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Salzburg hat am Donnerstag eine weitere Lektion auf der internationalen Fußball-Bühne erhalten. Die Salzburger waren auch im Europa-League-Rückspiel der Runde der letzten 32 gegen Metalist Charkiw (1:4) ohne Chance. Mit einem blamablen Gesamtscore von 1:8 verabschiedete sich auch der letzte heimische Vertreter aus dem Europacup. Für Salzburg-Trainer Ricardo Moniz blieb nur die traurige Erkenntnis, dass seiner Mannschaft zur europäischen Klasse noch mehr als ein Schritt fehlt.

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"Wir wollen unser wahres Gesicht zeigen", hatte Moniz nach dem 0:4-Debakel im Heimspiel angekündigt. Es war kein furchteinflößendes, zumindest nicht für Metalist Charkiw. Die Ukrainer dominierten auch zu Hause. Selbst beim zwischenzeitlichen Ausgleich war klar, dass ihre Südamerika-Auswahl das stärkere Team sei. "Es ist keine Schande, gegen so einen Gegner zu verlieren", meinte Moniz. Die Art und Weise der Niederlagen dürfte aber zu denken geben.

"Das darf nicht passieren"

Ersatzkapitän Martin Hinteregger, der die Pleite mit einem Eigentor eingeleitet hatte, vermisste den Kampfgeist. "Dass wir ab der 60. Minute so auseinanderbrechen, darf einfach nicht passieren", betonte der 19-Jährige. "Da müsste man fighten bis zum Schluss, das haben wir heute wieder nicht getan." Vor allem die Offensivakteure Gonzalo Zarate oder Leonardo wirkten einmal mehr nicht gewillt, sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen.

"Für uns waren das die wichtigsten Spiele der Saison. Da solche Debakel zu kassieren, ist schon schwierig", gestand Hinteregger. Der Verteidiger war in den ersten drei Frühjahrs-Spielen noch einer der besten Salzburger. Beim 0:0 zum Ligastart gegen Meister Sturm Graz hatte er erstmals anstelle des verletzten Christoph Leitgeb die Kapitänsbinde getragen. Nun sehnt man in Salzburg die Rückkehr des Mittelfeldregisseurs herbei, der wegen eines Knochenödems im Knie heuer noch kein Pflichtspiel bestritten hat.

Am Sonntag wartet ein Gastspiel in Ried. "Dafür müssen wir uns schnell wieder Selbstvertrauen holen", meinte Hinteregger. In Charkiw war davon nämlich nichts zu sehen. Fast phlegmatisch schleppten sich einige Salzburger über den Platz. "Passivität ist nicht gefragt", betonte Moniz. "Man muss immer hellwach sein." Zumindest sei sein Team wie vor zwei Jahren in die K.o.-Phase eingezogen. Dort hatte es freilich überhaupt nichts zu bestellen.

"Es war eine Lektion für uns", gestand Moniz. Vor allem in der Defensive ließen die Bullen jegliche Ordnung vermissen. "Es sind Basissachen, die nicht funktionieren", meinte der Niederländer, der vor allem seine Legionäre in die Pflicht nahm. "Wenn du aus dem Ausland kommst, musst du dafür sorgen, dass du einen Mehrwert hast", sagte Moniz. "Als Verteidiger musst du eine Mannschaft besser machen, das können sie noch nicht. Vorne musst du den Unterschied ausmachen." Das sei zumindest zu Saisonbeginn passiert.

(APA)

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7 Kommentare
Gast: Hubert Klagenfurt
27.02.2012 22:11
0

Moniz muss weg!

Also, wenn RB mit einem 1:8 zufrieden ist, dann ist das Projekt Salzburg wohl tot. In wenigen Monaten starteten die Qualifikationen für die Champions League. Salzburg wird wohl Meister werden, National reichen 2-3 Einzelaktionen pro Match, aber International wartet wieder ein ähnliches Kalieber wir Metalist in der CL Quali. Als Österreichischer Verein kann man nur mit starker defensive und über Konter (wie früher unter Baric), zum Erfolg kommen. Ein holländisches offensivesystem ist für unsere Klubs der internationale Tod. Also, bitte keine offensivtrainer, Kulovats von Ried wär's...

Gast: Besser wissender Besserwisser
24.02.2012 17:47
0

Spott und Hohn

Die Häme die jetzt auf die Bullen niederprasselt ist wirklich lächerlich. Alle haben es immer schon besser gewusst, der Trainer kann sowieso nichts und außer peinlich ist das Alles gar nichts. Geht's noch?

Ein Blick auf die nackte Europacup-Statistik der letzten 5 Jahre spricht eine eindeutige Sprache und zeigt, dass Salzburg im internationalen Vergleich die mit Abstand beste Mannschaft Österreichs ist. seit dem Red Bull als Eigentümer fungiert. Aber wie machen es die Kritiker: Erfolg klein reden, Misserfolg überdimensional aufblähen. Jegliche sachliche Diskussion über Red Bull Salzburg ist in den diversen Internetforen somit sinnfrei. Abschließend kann ich nur einen aus England importierten Schlachtgesang der Salzburg Fans zitieren: Wir san Soizbuaga, koana mog uns, schei* egal!

SO kann man keine Mannschaft motivieren!

Wenn man permanente Arbeitsverweigerung auf dem Feld auch noch schöh zu reden versucht und der Mannschaft zu verstehen gibt, daß "diese Niederlage keine Schande ist", dann darf man sicher keine grundlegende Wende im nächsten Match von ihr erwarten! Den Spielern endlich einmal klar zu machen, daß sie die Höchstverdiener in der Liga sind (auch Moniz verdient am meisten im Vergleich zu den anderen neun Kollegen) und für ihr Geld zumindest 90 Minuten lang bis zur totalen Erschöpfung rennen müssen; das wäre in meinen Augen eigentlich das Naheliegendste.

Doch offenbar hat er inzwischen resignierend eingesehen, daß die Salzburger nur fußballerischen und vor allem charakterlichen SCHROTT eingekauft haben! Eines freilich verstehe ich nicht: WARUM hat man eigentlich dem oberfaulen Leonardo ausgerechnet jetzt einen längerfristigen Vertrag gegeben? Ist das etwa kein "Signal" an seine Kollagen, daß man mit dauerhafter Minderleistung in Salzburg am meisten erreicht? Wenigstens für sich selbst?

Mit dem Kunstkonstrukt "Red Bull Salzburg" hatte ich nie wirklich etwas emotional anfangen können. Als Pragmatiker hoffte ich jedoch, daß der neu gebildete Verein zumindest auf dem internationale Parkett Österreichs Klubfußball anständig vertreten würde. Aber nicht einmal dazu waren die Vereinsverantwortlichen imstande. Der Kader wurde zum personellen Durchhaus degradiert; die Trainer, Systeme und Sportdirektoren wechselten nach jeder Saison; eine kontinuierliche Aufbauarbeit blieb Utopie...

Gast: Das ist wie bei einem Elektriker, der hinkommt und nur einen Wackelkontakt beheben muß, weil eigentlich alles vorhanden ist. Er fügt die richtigen Stecker zusammen und plötzlich ist alles wieder unter Höchstspannung!
24.02.2012 15:45
0

Moniz nach Charkiw-Debakel: "Das ist keine Schande"???

.....das ist eh klar, dass Verlieren keine Schande ist...man muss auch ein guter Verlierer sein, aber mit dieser Aussage wird das Verlieren der Salzburger "amtlich" gemacht und das ist SCHLECHT für einen Trainer......da muss jetzt in Ried schon ein Wunder geschehen, dass Salzburg nächste Woche NICHT auf Trainersuche geht......

Gast: Fussballer
24.02.2012 11:47
1

Schande

.... was ihr verdient ist eine Schande !!
der Moniz gehört sowieso in die Wüste geschickt.
Versteh den Mateschitz nicht, dass der sowas finanziert - ist ja Rufschädigung für Red-Bull !!

Schon mal gehört, dass es auch so was wie Taktik gibt, Herr Moniz?

Wenn Spieler wie aufgescheuchte Hühner herumlaufen, dann sollte man sich auch einmal als Trainer in Frage stellen und nicht so dumme Kommentare machen, wie dass man sich vor die Mannschaft stellt. Sie brauchen eher jemanden, der sich vor Sie stellt, weil Ihre Mannschaft komplett konzeptlos agiert und ausschließlich auf Einzelaktionen aufbaut.

Gast: Gast842
24.02.2012 11:17
1

Wann wird der Moniz endlich gefeuert?


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