David Alaba: Alles begann am Biberhaufenweg

28.04.2012 | 18:04 |  von Wolfgang Wiederstein (Die Presse)

Der 19-jährige Wiener David Alaba hat nicht nur die Herzen der heimischen Fußballfans erobert, sondern ist auch einer der Bayern-Lieblinge. Er hofft auf weitere Chancen zum Gewinn eines Europacup-Finales.

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Ein anderer Spieler wäre vielleicht längst wieder in den Niederungen des Wiener Fußball-Unterhauses verschwunden. Oder er wäre nicht einmal in Österreich ein Bundesliga-Profi geworden. Nicht aber David Alaba, der 19-jährige Wiener, der in den vergangenen Monaten die Herzen der rot-weiß-roten Fußballfans erobert hat. „Ich finde das wirklich unglaublich und toll“, sagt sein Vater George, ein gebürtiger Nigerianer, „dass David die ganze Nation, die ganze Republik die Daumen drückt.“ Geholfen hat es dann doch nicht ganz, weil der so vielseitige Youngster von Bayern München ausgerechnet im größten Spiel des Jahres nicht einsatzberechtigt ist. Alaba hat im Semifinal-Rückspiel bei Real Madrid die dritte Gelbe Karte kassiert, ist somit für das Endspiel der Champions League am 19.Mai gesperrt. Ausgerechnet das Finale bedeutet für ihn eine Unvollendete.

David Alaba hat darum keine Tränen vergossen, der gebürtige Wiener sieht seine Situation ganz anders. „Ich bin noch so jung, ich kann noch viel erreichen.“ Er hofft also insgeheim, dass sich in seiner weiteren Karriere noch genug Chancen auf den Gewinn eines Europacup-Finales ergeben. „Ich weiß, ich hätte der erste Österreicher sein können, der zum Einsatz gekommen wäre. Aber viel wichtiger ist, dass wir es als Mannschaft geschafft haben.“ Auch dank Alabas Laufarbeit, Einsatz – und Abgebrühtheit. Denn der erste Elfer beim Penaltyschießen hat gesessen. „Und dafür danke ich Gott. Er hat mir die Kraft und die Energie gegeben.“

Vater George, der ehemalige Sänger und Musiker, seit einigen Jahren DJ, ist einer der treuen Begleiter von David. Das zweite Duell mit Real Madrid hat er allerdings nur im Fernsehen verfolgen können. „Die Zeiten sind sehr hektisch geworden“, sagt er. „Ununterbrochen läutet das Telefon, jeder will etwas über unseren David wissen.“ Der Vater ist immer noch ein wenig aufgeregt, die große Nervosität aber hat sich mittlerweile gelegt. „Die Art und Weise, wie wir akzeptiert werden, die ist schon großartig. Aber der Hype ist ein Wahnsinn. Jeder ist stolz auf David.“

Die Eltern haben ihren Sohn gut vorbereitet auf das, was jetzt auf einmal alles über ihn hereinbricht. „Er hat die richtige Mentalität“, sagt der Vater. „Natürlich haben wir ihm auch moralische Dinge auf den Weg mitgegeben, aber wichtig ist, dass man an Gott glaubt. Und David lebt das so – Gott hilft ihm. Er hat den Grundstein gelegt.“

Der Frühreife. Mitgefiebert wird regelmäßig auch beim SV Aspern. Im 22.Wiener Gemeindebezirk am Biberhaufenweg hat David Alaba erstmals auf Vereinsebene trainiert. Als Achtjähriger fragte er, ob er mitkicken darf – noch heute ist sein damaliger Betreuer und Trainer Emanuel Dahner ein wenig fassungslos. „Ich habe zwar immer gewusst, dass es David wirklich schaffen kann, aber wenn es eben wirklich passiert, dann glaubst du, du träumst.“ In Dahners Händen blühte das Talent auf, Alaba schoss Tore wie am Fließband, der Trainer erkannte, dass Aspern eine Nummer zu klein wird. Emanuel Dahner stellte daher den Kontakt zur Wiener Austria her – der Anfang war gemacht. Und rasch gemacht. Auch dank Herbert Gager, dem ehemaligen Rapid- und Austria-Spieler, der sich in Favoriten um den Nachwuchs kümmert.

Auch den Trainern des Österreichischen Fußballbundes blieb das Talent nicht verborgen. Auch Paul Gludovatz, einst Ried, nunmehr Sturm-Manager, erinnert sich gerne an Alabas Frühzeit. „Er war einer der wenigen Spieler, die ich in der nächsthöheren Altersklasse eingesetzt habe.“ Wegen seiner Cleverness und wegen seines Spielwitzes.“ Andreas Herzog sollte Alaba später in der „Presse“ als Schlitzohr und Schlawiner bezeichnen. „Der braucht keinen Trainer mehr, der kann eh schon alles“, war eine der Gludovatz-Aussagen.

Aber David Alaba ist kein Duckmäuser, auch darum hat er seinen Weg gemacht. Er gehört zu jenen Talenten, die es faustdick hinter den Ohren haben. Wer sich bei den Bayern behauptet, der muss auch über andere Qualitäten verfügen. Sonst wird er womöglich wild durchgebeutelt von einem Mitspieler. So wie einst Herzog von Oliver Kahn. Der Wiener hat sich längst Respekt verschafft, er strotzt vor Kraft, er frisst Kilometer wie kaum ein Zweiter, er sprintet, flankt – und spielt oft ideal ab. Auch darum schätzt ihn Superstar Franck Ribéry so sehr. Aus gegenseitigem Respekt ist längst eine engere Geschichte entstanden, eine echte Freundschaft. Das ist beim FC Hollywood keine Selbstverständlichkeit.

Den Braten gerochen hat auch Österreichs Ex-Teamchef Dietmar Constantini. Der Tiroler hatte Alaba bereits im April 2008 als Austria-Trainer im Auswärtsspiel in Altach mit im Gepäck und Kader. Als ÖFB-Trainer holte er den Wiener ins Team, Alaba gab im Oktober 2009 sein Debüt. Constantini wurde seinerzeit auch von dieser Zeitung Populismus vorgeworfen, weil er den Bayern-Legionär zum jüngsten ÖFB-Teamspieler (17Jahre, 112Tage) aller Zeiten machte. Dabei wollte der Tiroler nur anderen Verbänden (DFB, Nigeria, Philippinen) zuvorkommen, ein Abwerben verhindern. Dass der offensiv orientierte Allrounder jetzt als Linksverteidiger glänzt, das überrascht nicht einmal mehr. Weil man einem Alaba eben alles zutrauen muss.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.04.2012)

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21 Kommentare
Gast: Jose Mario Branca
29.04.2012 19:52
1 0

Viel Glück

wünsche ich einen sehr guten Fußballer und seiner außergewöhnlichen Familie

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Das Thema Alaba

wird von den Medien jetzt ausgiebig breitgewalzt, der österreichische Fußballfan braucht das offenbar dringend, um sein auf dem Boden liegendes Selbstbewusstsein aufzurichten. Alaba ist ein in jeder Hinsicht hoch begabter Spieler, aber ein Star ist er noch nicht und er muss sich noch weiter entwickeln. Man soll ihm die Ruhe und die Zeit dafür lassen und ihn nicht durch einen peinlich anmutenden Medienhype stören.

1 0

Re: Das Thema Alaba

der hype ist ja schon länger da, nur jetzt schwappt das ganze bald über wenns so weitergeht

man kann aktuell keine zeitung lesen ohne dass man was über alaba lest

man kanns auch übertreiben

Antworten Antworten Gast: Michael17123
01.05.2012 13:15
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Re: Re: Das Thema Alaba

er spielt bei Bayern, da muss er sowas locker aushalten

Gast: gastschreiber
29.04.2012 09:09
3 1

ich finde alaba super

der erste in einem championsleague finale war aber der feiersinger, oder irre ich mich da?
der hat zwar auch nicht gespielt aber der ordnung halber soll das in dem ganzen hype auch erwähnt werden.

Re: ich finde alaba super

Feiersinger war im Team aber nicht im Kader (Verletzung?).

Antworten Antworten Gast: RE
29.04.2012 18:42
1 0

Re: Re: ich finde alaba super

Von Hitzfeld auf die Tribüne verbannt worden, weil ein gewisser Mathias Sammer gerade rechtzeitig fürs Finale fit geworden ist

Ein bisserl weniger Gott

dann ist er perfekt.

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Re: Ein bisserl weniger Gott

Sie halten sich wohl für besonders aufgeklärt, modern und liberal. Dass Sie dabei Herrn Alaba zwei Grundlagen einer freien, moderen Gesellschaft, sprich 2 Menschenrechte, absprechen fällt Ihnen dabei gar nicht auf. Ich gestehe Herrn Alaba sehr wohl sein Recht auf Religionsfreiheit zu und auch jenes auf Meinungsfreiheit darüber zu reden.

Was Sie hier in wenigen Zeilen zeigen ist Intolleranz pur!

Offenbar kommen aktuell zu den fundamentalistischen Katholiken, Moselems, Juden ... auch immer mehr fundamentalistische Atheisten!

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Re: Re: Ein bisserl weniger Gott

kann Ihre argumentation nicht nachvollziehen

kein mensch ist perfekt, sogesehen war das nur die subjektive meinung des vorposters was er für perfekt hält

er hat alaba in keiner weise kritisiert, wo ist hier die intoleranz?

Tja, Gott sitzt offenbar tief.

Es hat ihn zwar noch nie jemand jemals erfahren (wenn, dann muss man von einem Krankheitsbild sprechen), aber furchtbar viele behaupten es. Oder halten sich an der Vorstellung fest, aus Angst, es könnte ja vielleicht und wenn ich ihn verleugne, dann könnte ich eventuell nicht in den Himmel kommen usw. Der ganze Schmarrn halt mit Schuldgefühlen und so, den sie uns eingeimpft haben.

Sorry für Dich. Aber es gibt keinen Gott.

Du kannst im besten Fall Deinen eigenen für dich selbst konstruieren, wenn es dir damit besser geht, aber "Den" Gott, den gibt es nicht.

So nebenbei: es ist viel einfacher zu sagen, dass man an Gott glaubt als zu sagen, man glaubt nicht daran.

Niemand muss den Gottesbeweis antreten, aber von Atheisten wir der Nichtgottesbeweis verlangt.

So nebenbei: ich bin ziemlich bibelfest!

Re: Ein bisserl weniger Gott

stört es sie auch, wenn ribery vor spielbeginn immer sein muslimisches gebet vollzieht?

solange Ribery nicht mit Suren um sich wirft

ist das völlig egal

Aber in jedem Artikel dieses deppert pubertäre: Ohne Gott wäre das nicht gegangen.

Das nervt.

Es gibt keinen Gott. Oder eben nur für eher einfache Leute im Geiste.

Der Rest hat sich der Aufklärung verpflichtet.

1 7

Re: Re: Ein bisserl weniger Gott

ja

14 6

Re: Ein bisserl weniger Gott

ein bisserl weniger von Ihrem aggressiven Atheismus, oder behalten Sie das überhaupt für sich!

Re: Re: Ein bisserl weniger Gott

na, hab ich Sie in ihrem Weltbild erschüttert?

Das geht aber leicht bei ihnen!

18 3

Danke David Alaba

Ein Bursche über den man nur gutes schreiben kann, ein echtes Vorbild für uns alle.
Danke auch an Familie Alaba!

Antworten Gast: asdawbedi
29.04.2012 08:59
3 8

Re: Danke David Alaba

weil sie sich entschlossen haben sex zu haben?

Re: Danke David Alaba

ich dachte damals auch, constantini hat n Vogel, da alaba mies spielte.

heute sieht man, dass Österreichs 8 Millionen Nationaltrainer keine Ahnung haben...

danke constantini

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Re: Re: Danke David Alaba

vielleicht spielte er ja wegen constantini so schlecht?

ausserdem haben viele andere im nationalteam nicht überzeugen können, obwohl sie topleistungen in der liga bringen, zb fuchs

Gast: GertB
28.04.2012 23:10
8 0

na schlecht ist er nicht

nach dem elfer im spiel gegen real hat er sich ja kurz danach den ball relativ weit vorgelegt, dachte ich zuerst, weil welcher Österreicher könnte schon was anderes aus so einer situation machen, dann hat er aber glatt den realspieler überlaufen, rennt links das halbe spielfeld runter und flankt auch noch in den strafraum zu dem niederländer der diese 100%ige glatt versemmelt hat

das hat er schon gut gemacht

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