Austria macht mit Sieg Werbung für Trainer Vastic

28.04.2012 | 20:13 |   (DiePresse.com)

Die Wiener Austria bezwingt Wacker Innsbruck mit 3:0 und tut Ivica Vastic damit einen großen Gefallen. Der Austria-Trainer wehrt sich gegen die Attacken der Fans.

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Ivica Vastic musste schon über seinen eigenen Schatten springen.  Nach dem jüngsten, offensiven Totalausfall beim 0:1 in Kapfenberg änderte der Trainer der Wiener Austria sein Spielsystem, ließ die Mannschaft im Heimspiel gegen Wacker Innsbruck im 4-4-2-System, also mit zwei Angreifern, auflaufen. Neben Roman Kienast durfte auch Roland Linz, unter Vastic bislang im besten Fall Teilzeitarbeiter, sein Glück versuchen.


Das „Projekt Doppelspitze“ war jedoch keines von langer Dauer. Schon in der siebenten Spielminute krachte Linz per Kopf mit dem Innsbrucker Alexander Hauser zusammen. Sichtlich benommen musste der Austria-Stürmer in seinem 200. Bundesliga-Spiel den Platz verlassen. Eine Gehirnerschütterung machte eine Fortsetzung unmöglich, Vastic stellte wieder auf das alte, sich oftmals nicht bewährende 4-2-3-1-System um. Und dennoch gelang es den Wienern, die so wichtigen drei Punkte gegen die Tiroler einzufahren. Gorgon (52.), Kienast (68.) und Simkovic (91.) trafen, behaupteten damit Rang drei und verschafften Vastic Luft.

Dieser wurde vor und während des Spiels mit „Vastic raus“-Rufen und -Plakaten konfrontiert, zeigte sich im Anschluss an das Spiel erbost. „Die Reaktion der Fans ist für mich nicht verständlich. Die Mannschaft hat die richtige Antwort gegeben.“

Im Kampf um den Meistertitel wird die Austria voraussichtlich dennoch nicht mehr eingreifen können. Salzburg stellte in Mattersburg erneut Anspruch auf den Titel und blieb beim 1:0 zum zehnten Mal in Folge in der Bundesliga ungeschlagen. Den einzigen Treffer erzielte Jakob Jantscher, der als Führender der Torschützenliste nun bei 14 Treffern hält. Der Vorsprung auf Verfolger Rapid beträgt sechs Punkte.
 
Rapid unter Siegzwang. Die Hütteldorfer sind durch die Salzburger Vorlage zum Siegen verdammt, um die Hoffnung auf Platz eins am Leben zu erhalten. Heute gastieren die Hütteldorfer in Ried (16 Uhr, live ORF eins und Sky). Ein voller Erfolg würde auch dem Selbstvertrauen gut tun. Denn schon kommende Woche könnte am Sonntag im Hanappi-Stadion eine Vorentscheidung um den Titel fallen, sollte Salzburg eben dort bestehen. Zunächst liegt die Konzentration auf Ried. „Wir wollen beim Cupsieger unbedingt drei Punkte holen und somit den Anschluss an Salzburg wahren“, erklärte Trainer Peter Schöttel vor dem Duell mit den Oberösterreichern.

Zuletzt gab es für die seit vier Runden ungeschlagenen Grün-Weißen im Innviertel allerdings nur selten etwas zu holen – von den vergangenen neun Bewerbsspielen in Ried wurde nur eines (3:1 am 9. April 2010) gewonnen, verloren wurden gleich sechs.

Gerhard Schweitzer, Interimsnachfolger von Paul Gludovatz, rechnet in der Keine-Sorgen-Arena mit einer engen Partie. „Zu Hause sind wir mit Rapid auf Augenhöhe. Wir wollen auf jeden Fall Fußball-Österreich etwas bieten, dazu müssen wir aber offensiv besser auftreten und mit Leidenschaft spielen“, forderte Schweitzer.

Die besondere Drucksituation bei Rapid lässt den Ried-Betreuer kalt. „Auch für uns geht es noch um etwas. Es ist aber auch schön, dass wir in dieser Phase der Saison noch um den Cup und einen Europacup-Platz in der Meisterschaft spielen können“, betonte Schweitzer, dessen Team in den letzten fünf Spielen nur einen Sieg feiern konnte.

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