Ausschluss: Norweger will geschenkten Elfer nicht

04.05.2012 | 16:44 |   (DiePresse.com)

Talat Abunima stolperte im Strafraum über seine eigenen Füße. Der Schiedsrichter zeigte dennoch auf den Elfmeterpunkt. Abunima protestierte und wurde dafür des Feldes verwiesen.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Talat Abunima wurde seine Ehrlichkeit zum Verhängnis. In Norwegens fünfter Liga ging der Stürmer von Sandved im Spiel gegen Ild im gegnerischen Strafraum zu Boden. Schiedsrichter Nedzad Munjic zeigte auf den Punkt, sehr zum Missfallen von Abunima. Denn der 36-Jährige war der ehrlichen Überzeugung über seine eigenen Füße gestolpert zu sein und wollte das Geschenk nicht annehmen.

Abunima sagte nach dem Match: "Ich ging an einem Ild-Spieler vorbei und stolperte dann über meine eigenen Füße. Es war sehr ungeschickt von mir und als der Schiedsrichter dafür auch noch auf den Elfmeterpunkt zeigte, fühlte ich mich verpflichtet, ihm das mitzuteilen."

Abunima protestierte gegen die Entscheidung und sah dafür Gelb. Als er weiter auf eine Aufhebung des verhängten Elfmeters drängte wurde er schließlich mit Gelb-Rot vom Platz gestellt. Auch nach der Partie zeigte Referee Munjic kein Verständnis: "Es war ein klarer Strafstoß Der Spieler hat das vollkommen falsch gesehen - ich glaube, er kennt die Regeln nicht. Wenn ich gepfiffen habe, dann kann ich meine Entscheidung nicht mehr ändern." Der Chef der norwegischen Schiedsrichtervereinigung, Rune Pedersen, widersprach dem jedoch: "Ein Schiedsrichter kann eine Entscheidung jederzeit widerrufen, solange das Spiel noch nicht fortgesetzt wurde."

Der Elfmeter musste schließlich ausgeführt werden. Da Sandved bereits 3:1 führte, schoss Spieler-Trainer Oyving Svenning den Ball absichtlich weit über das Tor. "Ich bin der Meinung, es war die richtige Entscheidung", erklärte er. Daraufhin verließ auch ein Ild-Spieler freiwillig den Platz, um wieder gleiche Spieleranzahl zu haben.

Schlussendlich bekam Ild noch zwei späte Elfmeter zugesprochen und verwandelte diese sicher, wodurch das Match 3:3 endete. Schiedsrichter Munjic resümierte: "Man kann es niemanden recht machen. Ausgerechnet der Spieler, der zuerst den Strafstoß absichtlich verschossen hat, beschwerte sich am meisten über die andern Penaltys. Wer soll das verstehen?"

(ag, red)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

3 Kommentare
7 0

Wenns nur mehr solche Spieler geben würde...

Welch ein trauriger Sport, in dem man wegen Courage ausgeschlossen wird. Manchmal denkt man sich, auf dem Feld rennen 22 kleine, simulierende, weinerliche Kinder herum, die sich bei der kleinsten Berührung in den Gatsch Werfen.

Da kommt einem ja das Speibn...

Re: Wenns nur mehr solche Spieler geben würde...

Spätestens nach der ersten Gelben sollte er aufhören zu meckern und den Elfer verschießen (lassen). Es gibt Schiedsrichter, mit denen kann man reden und es gibt Schiedsrichter, die sind ignorante Selbstdarsteller.

Antworten Gast: baro palatinus
04.05.2012 18:02
4 0

Re: Wenns nur mehr solche Spieler geben würde...

da haben Sie recht. aber soetwas kommt eben nur in fünften ligen vor.

AnmeldenAnmelden