Fußball: Stöger soll es wiedergutmachen

30.05.2012 | 18:06 |  SASCHA BUNDA (Die Presse)

Die Austria hat ihre Trainersuche beendet: Heimkehrer Peter Stöger soll die Rückkehr nach Europa schaffen, obgleich es offiziell keine konkreten Ziele gibt.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Wien. Aller guten Dinge sind zwei: Nachdem Wunschkandidat Franco Foda vergangene Woche der Austria abgesagt hatte, klappte es am Mittwoch mit „Wunschtrainer Nummer zwei“. So nannte Sportvorstand Thomas Parits seinen neuen Coach Peter Stöger, der von Wiener Neustadt an den Verteilerkreis zurückkehrt.

Mehr zum Thema:

Der 46-Jährige war am bislang letzten Meistertitel der „Veilchen“ 2006 federführend beteiligt, bildete mit Frenkie Schinkels eine Doppelspitze. Mit dem Heimkehrer will die Austria zurück ins internationale Geschäft.

„Dass wir nun ein Jahr ohne Europacup auskommen müssen, das tut uns sehr weh“, meinte Parits. Stöger soll diesen Betriebsunfall korrigieren, auch wenn es offiziell kein klar definiertes Ziel gibt. Als Zeichen des „großen Vertrauens“ brach die Austria sogar mit der Tradition kurzfristiger Verträge und legte Stöger einen Kontrakt über zwei Jahre vor – „ohne Wenn und Aber“, präzisierte Parits: „Es gibt keinen Druck, Stöger muss keinen bestimmten Platz erreichen.“

Der neue Trainer wusste aber auch so bereits bei seiner Antrittsrede, was von ihm erwartet wird. „Die Zielsetzung muss ein klarer Schritt nach oben sein“, meinte Stöger, der sich gut gerüstet für diese Aufgabe sieht: „In Wiener Neustadt habe ich ein sehr lehrreiches Jahr verbracht.“

Seine Bundesligaerfahrung und sein österreichischer Pass überzeugten Parits von Stöger. Der Sportvorstand gestand klar ein, dass das Projekt mit dem in der Bundesliga unerfahrenen Ivica Vastić ein Fehlschlag war.

Zudem legte Wiener Neustadt seinem scheidenden Trainer keine großen Steine mehr in den Weg. Stöger hatte eigenen Angaben zufolge für den Fall einer Austria-Anfrage eine Ausstiegsklausel. Ein kleines Schmerzensgeld dürfte zusätzlich nach Niederösterreich geflossen sein, die von Wiener Neustadt ursprünglich verlangte sechsstellige Summe wird es aber nicht geworden sein. Die Wechsel von Dario Tadic und Christoph Freitag zu Wiener Neustadt seien jedenfalls nicht als Gegengeschäft zu verstehen, meinte Parits: „Das stand schon vorher fest.“ Auch einen neuen Trainer haben die Niederösterreicher bereits gefunden: Heimo Pfeifenberger kommt aus Grödig.

 

Erste Aufgabe: Ursachenforschung

Ob sich noch weitere Wiener Neustädter, wie etwa Torwarttalent Jörg Siebenhandl, beruflich nach Wien verändern, dazu wollte Stöger noch nichts sagen. Erst werde er mit Ko-Trainer Manfred Schmid, der in seinem Amt bleiben wird, den Kader analysieren. Zudem stehen Gesprächsrunden mit den Spielen an: „Ich werde sie fragen, wie sie die letzte Saison gesehen haben, wie sie ihre aktuelle Situation sehen, wo sie sich in Zukunft sehen.“

Dabei wird Stöger schnell auch auf den Namen Roland Linz stoßen. Der Stürmer war schon mit seinen Vorgängern Karl Daxbacher und Vastić aneinandergeraten. Stöger will dem Torjäger auf jeden Fall eine faire Chance geben: „Wenn er der Mannschaft hilft und kein Störfaktor ist, dann wird er weiter Teil der Mannschaft sein“, meinte der Coach.

Zu großen Teilen dürfte Stöger, der seine Rückkehr zur Austria als „Traum, der in Erfüllung geht“ bezeichnete, mit dem vorhandenen Personal recht zufrieden sein: „Es kann keine Diskussion darüber geben, dass man mit diesem Kader in den Europacup kommen muss“, ließ der 46-Jährige leise Kritik an Vorgänger Vastić anklingen. Womöglich habe es bei der Stimmung im Team und im zwischenmenschlichen Bereich nicht gepasst, analysierte Stöger.

Auf einen Blick

Peter Stöger ist zur Wiener Austria zurückgekehrt. Der Trainer, 46, erhielt einen Zweijahresvertrag.
Für Stöger ist es sein zweites Engagement als Betreuer am Verteilerkreis. Als Sportdirektor gewann er mit den Favoritnern 2006 das Double.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.05.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

  • Peter Stöger ist neuer Austria-Trainer

    Bild: rca Die Wiener Austria ist bei der Trainersuche bei einem alten Bekannten fündig geworden. einen neuen Trainer: Peter Stöger. Der 46-jährige soll die Violetten in der nächsten Saison wieder nach oben bringen

  • Logisch, weil so bequem

    Die Austria beschreitet lieber einfache Wege. Mit Peter Stöger als Trainer.

Mehr aus dem Web

16 Kommentare
Gast: ps
31.05.2012 11:38
0

grauslich

es ist grauslich wie sich hier manche über das aussehen eines anderen lustig machen.

schauts euch selbst mal in den spiegel!

Re: grauslich

wuff

nur nicht meckern

wenn er teamgeist in diese mannschaft bringt, kann die austria nur besser werden, das ist das ziel. ein großer trainer am zenit seiner laufbahn wird in österreich niemals landen, gebt peter stöger einfach die zeit um aus diesem intrigantenstadl am verteilerkreis das beste zu machen.

Gesetz der Serie

Nach Schöttel zu Rapid, Stöger zur Austria müsste Pfeiffenberger in ein, zwei Jahren zu Red Bull oder zu den dann wiederaufgestiegenen Salzburgern, damit die Inzestkette nicht reisst oder gar das Niveau gehoben wird...

Gast: gilgrissom
30.05.2012 17:15
2

naja!

Habe mir was besseres erwartet aber so ist das nun mal bei der Austria amateurhaft wie der ganze österreichische fußball !!!!!

Re: naja!

Und was "Besseres" haben Sie sich als neuen Austria-Trainer erwartet? Mourinho, Klopp, Ferguson, Wenger oder Gladiola? Einen Coach der einen großen Namen hat und teuer ist, kommt garantiert nicht in die heimische Bundesliga! Sogar die Suche des ÖFB nach einem Hickersberger-Nachfolger für die Nationalmannschaft in halb Europa anno 2008 ist völlig im Sand verlaufen. Nur der Fast-Pensionist Brückner hat sich dann des ÖFB erbarmt. Die meiste Zeit saß er dann daheim in Tschechien und studierte den österreichischen Fußball am DVD-Player. Das war alles...

Das ist es doch noch immer besser, man fischt im heimischen Pool und angelt einen Mann, der mit den Violetten schon einmal das Double gewann! Vielleicht gelingt ihm die Wiederholung; oder zumindest die Quali für die internationale Bühne...

Gast: SinusP
30.05.2012 16:46
2

Peter Stöger

Als Veilchen hat man die vergangene Saison schon leiden müssen, das gebe ich zu *gg*

Ich selbst konnte dem uncharismatischen Vastic nichts abgewinnen, aber ob Stöger die Wende bringt.

Bin schon sehr gespannt, jetzt heißt es vor allem personell aufzustocken, um wieder Qualität in die Mannschaft zu bringen!!

Gast: möge diese FREUDE erhalten bleiben...
30.05.2012 14:55
0

...wünsche ich peter stöger viel ERFOLG und jede MENGE Motivation!!


der pferdeflüsterer

ist zurück .forza

es ist das fest der Pferde

und der stöger ist dabei!

Gast: heinzPrueller
30.05.2012 12:34
4

erster

um der erste zu sein der das schreit: stöger raus! ;-)

Re: erster

seh ich genauso. Komplett ungeeignet. Hat er auch schon bewiesen .

Antworten Antworten Gast: W.R.
30.05.2012 17:08
3

Re: Re: erster

Durch einen Meistertitel und einen Cupsieg?

Gast: Austriaman´s Friend
30.05.2012 12:23
4

Man hat sich für einen Ja-Sager entschieden...

Die Austria braucht endlich wieder einen Meistermacher. Wenn auch belächelt: Schachner, Hickersberger oder sogar Pacult tragen als Trainer das "Killer-Gen" in sich, sind der 12te Mann an der Außenlinie, reden Klartext mit den Schiedsrichtern, den Spielern UND dem eigenen Klub-Präsidium. Aber der Austria-Vorstand bevorzugt wie immer einen Ja-Sager, frei nach dem Motto: Ist der Trainer zu stark, ist das Präsidium zu schwach.

Re: Man hat sich für einen Ja-Sager entschieden...

Ich hätte mir ein Comeback von Walter Schachner bei der Austria erhofft (aber eigentlich nicht wirklich daran geglaubt). Mir ist es bis heute ein Rätsel, warum man ihn damals nach so kurzer Zeit, trotz sichtbarer Erfolge, über Nacht rausgeworfen hat. Das war eines der vielen unwürdigen "Spektakel" mit Austria-Trainern in den letzten Jahren/Jahrzehnten.

Re: Man hat sich für einen Ja-Sager entschieden...

Von welchem "Killer-Gen" soll denn hier die Rede sein? Die drei Genannten sind gute Trainer, aber keine "Killer". Teilweise hatten sie mit ihren Vereinen Erfolg; teilweise aber auch wieder nicht! Peter Stöger wurde als Coach der Violetten schon einmal Meister und dann auch noch Cupsieger dazu! Für mich als alter Austria-Fan jedenfalls ein gutes Omen! Ich wünsche ihm jedenfalls viel Glück - und noch ein paar wirklich gute neue Spieler!

AnmeldenAnmelden