Fußballnationalteam: Auf der Suche nach einer Identität

31.05.2012 | 16:42 |  Von Wolfgang Wiederstein (Die Presse)

Österreichs Teamchef Marcel Koller will im Länderspiel am Freitag in Innsbruck gegen Euro-Ko-Gastgeber Ukraine typisch österreichische Spielmerkmale sehen. Und das Ergebnis sollte auch stimmen.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Wien. Österreichs Teamchef Marcel Koller hat die ungewöhnlich lange Vorbereitungszeit vor dem  Länderspiel am Freitag in Innsbruck (20.30 Uhr, live ORF eins) gegen Euro-Ko-Gastgeber Ukraine genossen. Endlich hatte der Schweizer Gelegenheit, seine Teamkandidaten näher kennenzulernen, genauer beobachten zu können. Eine Woche lang konnte er sich umgeben mit den besten Spielern dieses Landes, ihm ging es vor allem darum, der zu bildenden Mannschaft eine Identität zu zu verpassen.

Marcel Koller ist kein Trainer, der über Verletzungspech oder Unglück jammert, kein Wort hat er in Seefeld darüber verloren, dass er gegen die Ukraine doch auf einige Schlüsselspieler verzichten muss. Martin Harnik, Christian Fuchs, Emanuel Pogatetz und Jakob Jantscher fehlen, so richtig aufgefallen ist das im Training allerdings nicht. Auch ein Maierhofer oder Schiemer waren zuletzt nicht dabei. „Die Spieler sind topmotiviert. man hat jedenfalls nicht den Eindruck, dass es sich um einen Saisonkehraus handelt.“

Die Österreicher brauchen vor der Anfang September beginnenden WM-Qualifikation Spiele wie einen Bissen Brot. Und Marcel Koller sieht sich als Mann der Praxis. „Wir wollen dem Team unsere Ideen weiter vermitteln. Das geht nicht im Hotelzimmer. Oder auf der Playstation. Dafür musst du auf dem Platz stehen. Du musst den Ball, den Rasen, den Mitspieler und den Gegner sehen und spüren. Wir wollen, dass sich die Sachen in den Köpfen festsetzen, nur so können sie dann auch umgesetzt werden.“

Was der österreichische Teamchef heute in Innsbruck sehen will, das hat er in den vergangenen Tagen mehrmals klar definiert. „Es ist wichtig, dass wir unsere Identität kriegen. Wir wollen unsere Spielweise weiter festigen. Ich hoffe, dass man in den zwei Partien gegen die Ukraine und Rumänien (Anm.: Dienstag) sehen kann, wie wir spielen wollen. Wir wollen sagen: Okay, das ist unser Spiel, das ist ein Merkmal von uns.“ Neben dem Pressing sollen laut Koller auch das schnelle Umschalten von Defensive auf Offensive, das Nützen der Räume und das Suchen von Abschlüssen zu den künftigen Eigenschaften zählen.

„Wir haben uns im Training viel erarbeitet, vor allem im Defensivverhalten“, sagt Koller. „Aber das Wichtigste ist natürlich immer das Spiel. Es wäre schön, wenn dann auch das Ergebnis stimmen würde, das wäre natürlich von Vorteil.“ Der Schweizer hofft auf eine ähnlich gute Vorstellung wie bei seinem Debüt Mitte November – damals handelte man sich in der Ukraine allerdings eine 1:2-Niederlage ein.

Diesmal soll sich die Leistung auch in einem entsprechenden Ergebnis niederschlagen. „Wir versuchen, durch unser Auftreten, aber auch durch das Ergebnis eine positive Stimmung zu kreieren. Nur gut spielen und verlieren, davon hat der Fan nichts. Und wir auch nicht, denn gute Resultate geben das meiste Selbstvertrauen“, sagt Koller.

Dass die Ukrainer vor ihrer Heim-EM natürlich „voll im Saft“ stehen, davon darf man ausgehen. Dass die Osteuropäer schon gut in Form sind, konnte man zuletzt beim 4:0 in Kufstein gegen Estland erkennen. „Die Ukraine ist stark. Das ist eine gute Truppe, keine Frage, speziell in der Offensive“, warnt Koller.

Österreich will den Ukrainern mit Pressing und Aggressivität die Schneid abkaufen, von einer defensiven Abwartetaktik hält Koller nichts: „Zuschauen und auf den Fehler des Gegners warten, das ist nicht meine Grundidee vom Fußball. Wir wollen agieren, aktiv dabei sein und immer Richtung Ball marschieren.“ Jungstar David Alaba denkt ähnlich. „Wir wollen ein gutes Spiel liefern und das umsetzen, was wir trainiert haben. Und das Ergebnis sollte auch passen.“

Punkto Aufstellung ließ sich Koller nicht in die Karten blicken. Experimente mit Neulingen dürfte sich der Teamchef für die Partie am Dienstag aufheben.

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

9 Kommentare

Wir sind am Weg in das nächste Jahrhundert?

„Nach der unglücklichen 1:2-Niederlage der Österreicher in der Ukraine machte der berühmte Domino-Effekt der rot-weiß-roten Mannschaft zu schaffen.“

Aber habe ich nicht schon diese Worte nur in anderer Form und Art größtenteils seit 50 Jahren vernommen?

Oder ist das nur Training für das nächste Jahrhundert. Ich denke Österreich beginnt sich auf das nächste Jahrhundert vorzubereiten. Nichts wird mehr dem Zufall überlassen.

Wäre es nicht besser bei Betrachtung der letzten 30 Jahre schlicht und einfach den Stellenwert dem österreichischen Fußball zu geben den er tatsächlich besitzt? Ein Blinder und Tauber haben festgestellt das uns die Motivation und der innere Drang zum Gewinnen fehlt. Der Grund warum uns nach der Grenzöffnung nahezu alle ehemaligen „kleinen Fußballländer“ schlicht und einfach überholt haben.

Unser dümmliches und trottelhaftes Motto ist seit 50 Jahren „immer dabei gewesen zu sein“ ist wichtig. Zeitweise zeigen uns trotzdem Sportler das sie sich nicht an diesen Spruch halten wollen, sonder das nur der Sieg für sie zählt.

Das eigentliche Problem heißt Marko Arnautovic!

Ob heute Gratzei, Königshofer oder Lindner im Tor steht, das macht für mich kaum einen Unterschied. Aber warum der stets gelangweilt wirkende und keinen Schritt zuviel machende Marko Arnautovic noch immer ins Teim einberufen wird, das werde ich nie verstehen. Für mich ist er wie ein fauler Apfel in einem Korb mit gesundem Obst. Früher oder später steckt er auch die anderen mit seiner Arbeitsverweigerungs-Einstellung an. Mag sein, daß er mehr Talent besitzt, als viele andere seiner Teamkameraden. Aber wenn er es nicht zeigen WILL, ist er nur eine glatte Vorgabe an den Gegner. Mit einem Typen wie ihm im Team werden wir die WM-Quali sicherlich nie schaffen!

0 0

Re: Das eigentliche Problem heißt Marko Arnautovic!

er kann sie gerne anstecken, wenn sie dann auch immer 2 Tore schießen, warum nicht

Gast: Pips
01.06.2012 09:38
0 0

Jodl,dodl,heissasa

typisch österr. Merkmale. Alle stehen am Platz herum und schauen dan anderen beim tor- schießen zu.

Gast: sid
01.06.2012 08:45
2 0

"typisch österreichische Spielmerkmale"

- Leiberl raus
- Hände in den Hosentaschen
- Frisuren wie die großen Stars
- alle 3 Min. Schubänder neu binden
- frustriertes gestikulieren nach jedem Foul (wichtig: auch bei eigenem Foul)
- nach dem Abpfiff fest klatschen

eine Show, unsere Elf.

lol

wer gspurnig und özcan als potentielle teamtorhüter nennt, disqualifiziert sich fachlich selbst.

Re: lol

Wie es Gspurnig derzeit in Griechenland geht, das weiß ich nicht. Wohl aber, daß Öczan heuer im Frühjahr im Tor von Ingolstadt großartige Leistungen bot und seinen Anteil daran hatte, daß der Verein in der 2. deutschen Bundesliga bleiben konnte...

Re: Re: lol

In seiner besten Phase hat er mit Hoffenheim um den Aufstieg gespielt. Da hat er auch im Team die Chance bekommen. Und wie er sich da angestellt hat, sollte noch in Erinnerung sein, oder?

Er ag keins chlechter Torhüter sein, aber von Teamtorhüter sehe ich in weit entfernt, auch wenn es hier derzeit sicher keinen Übertormann gibt.

Antworten Gast: nikolausius
01.06.2012 09:57
0 0

Re: lol

almer und königshofer finde ich auch nicht besser, aber wir haben im moment halt nicht die übertorhüter

AnmeldenAnmelden