Länderspiel: Koller-Pflänzchen wächst langsam - 3:2

01.06.2012 | 22:44 |  von Wolfgang Wiederstein (Die Presse)

Österreich gewann gegen Euro-Gastgeber Ukraine in Innsbruck dank starker Leistung nach der Pause 3:2. Marko Arnautovic erzielte zwei Treffer.

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[INNSBRUCK] Die eine Woche Vorbereitung in Seefeld hat Österreichs Nationalteam gut getan, Teamchef Marcel Koller konnte im Training so einiges ausprobieren, die Spieler näher kennenlernen. Aber es wäre zu viel verlangt gewesen, wenn man von Rot-weiß-rot gleich Wunderdinge verlangt hätte. Koller steht erst am Anfang, auch wenn die WM-Qualifikation für die Endrunde in Brasilien 2014 bereits im September mit dem Schlager gegen Deutschland beginnt. Der Teamchef nützte daher die Gelegenheit, um gegen die Ukraine einige Kandidaten auf den Prüfstand zu stellen. Mit Erfolg, denn letztlich gab es einen 3:2-Sieg zu bejubeln.

Marcel Koller setzte im Tor auf Austrias jungen Keeper Lindner, in der Innenverteidigung bekamen Prödl und Scharner, der sich nach seinem England-Engagement auf Vereinssuche befindet, eine Chance. Zu mehr Überraschungen rang sich der Teamchef nicht durch. Das hat auch damit zu tun, weil es im Vorfeld einige Absagen gehagelt hat. Fuchs, Harnik, Jantscher, Maierhofer, Almer etc. standen nicht zur Verfügung, dennoch mussten beispielsweise die Legionäre Dragovic und Garics von Beginn an auf die Bank.

Das „Hinspiel“ hatte Österreich Mitte November in der Ukraine mit 1:2 verloren, beim Koller-Debüt allerdings eine ansehnliche Leistung gezeigt. In Innsbruck begann die Partie nach Wunsch. Die Österreicher starteten wie aus der Pistole geschossen, machten Druck, suchten den Weg nach vorne. Diese Bemühungen führten dazu, dass es bereits in der dritten Minute einen Pfiff für die Koller-Elf gab. Junuzovic und Arnautovic tummelten sich um den ruhenden Ball, nach 150 Sekunden zappelte dieser dann im Netz. Der ukrainische Torhüter war beim Junuzovic-Schuss etwas überrascht, er reagierte nicht einmal richtig und der Werder-Legionär durfte sich nach seinem zweiten ÖFB-Treffer feiern lassen.

Führungstreffer beflügelte nicht

Die 13.000 Zuschauer dachten möglicherweise an ein fußballerisches Feuerwerk, aber die Österreicher konnte die Blitzführung nicht wirklich beflügeln. Sie drosselten alsbald das Tempo, zogen sich etwas zurück, das angesagte Pressing wurde abgeblasen. Zumindest in der gegnerischen Hälfte fand es nicht mehr statt. Ein Instinkt, denn mit Führungen kann man offenbar nicht so recht umgehen.

Die Ukrainer empfanden dies durchaus als nette Geste, sie konnten sich befreien, fanden dann auch in der 21. Minute eine große Ausgleichschance vor. Aber der Ball war dann für den Euro-Co-Gastgeber doch zu schnell, die Österreicher überstanden die Situation mit Glück. Teamchef Koller hat in den vergangenen Tagen viel von österreichischer Fußball-Identität gesprochen, allzu viel war davon noch nicht zu sehen. Denn in der Offensive konnte sich seine Mannschaft nicht entfalten. Auch Marc Janko nicht, der Porto-Legionär wirkte wie ein Fremdkörper. Er fand keine einzige Tormöglichkeit vor. Für einen selbst ernannten Torjäger zu wenig. Das sah auch Teamchef Koller so, er brachte Bürger, ermöglichte damit das Debüt des Mattersburgers. Nach einem Freistoß der Ukrainer, den Prödl abfälschte, war nach einem Querpass Gusev zur Stelle (56.). Das Spiel begann erneut – beim Stand von 1:1.

Arnautovic, der Mister Effizienz

Die Österreicher ließen sich davon aber nicht einschüchtern. Es kam mehr Bewegung ins Spiel, davon profitierte auch die Koller-Elf. Als sich einmal Alaba gekonnt in eine Offensivaktion einschaltete, führte dies letztlich zur 2:1-Führung. Ein Ivanschitz-Schuss wurde in weiterer Folge abgeblock, Marko Arnautovic traf ins lange Eck (62.).

Die neuerliche Führung für Rot-weiß-rot währte aber nur drei Minuten, erneut war es Gusev, der Lindner keine Chance ließ (65.). Ein sehenswerter Treffer, aber die Ukraine bleibt bei der Euro nur Außenseiter. Denn Arnautovic setzte in der 89. Minute den Schlusspunkt. Er bewegt sich wenig, Effizienz aber kann man ihm nicht absprechen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.06.2012)

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22 Kommentare
2 0

die ukraine

hat eine ziemlich gute mannschaft.das macht den sieg noch wertvoller.sehr gut hat der junuzovic gespielt.der letzte pass vor dem entscheidenden tor war wirklich gut

Gast: viennawash
02.06.2012 17:57
3 0

JETZT ABER!!

So werden wir Weltmeister!
Wer gegen die Mannschaft 3 Tore schießt, gegen die die Deutschen fast verloren und dazu noch gewinnt,- ist eigentlich schon Weltmeister.
Jetzt sind wir endlich unter den Besten, im September schießen wir dann die Deutschen aus dem Stadion.

ja

aber in die verkehrte richtung

Re: ja

stimmt, ein gutes pflänzchen braucht ja auch feste wurzeln 👍

Gast: Immer wieder
02.06.2012 12:38
8 0

dddddd

Bei allen anderen Trainern ist viel geredet worden und nichts passiert, deshalb freuen wir uns natürlich das sich mal ein Trainer mit Fußball-Sachverstand sich auf die österreichische Trainerbank verirrt hat. Wie Koller vor seinem Amtsantritt schon kritisiert wurde, und jetzt fängt er schon allen es uns zu zeigen, das er was weiter bringt. Alle die jetzt behaupten das dieses Spiel eine Eintagsfliege war muss bedenken, das Harnik, Schiemer, Dragovic, Jürgen Macho, Fuchs und viele weitere Spieler gefehlt haben.

am Boden bleiben...

Ich kann mich an Siege gegen Frankreich und die Schweiz erinnern, auf die dann wieder Flautenserien folgten...

Der Sieg war o.k., jedoch müssen wir uns jetzt anschauen wie es weiter geht, bevor man schon wieder von der erfolgreichen Qualifikation spricht!

Auch die Österreicher selbst (wir!) müssen sich (uns!) ändern!
Nicht zuerst nach einem Sieg totale Euphorie und dann wieder nach der nächsten Niederlage mit "Wir sind einfach keine Fussballnation"-Aussagen glänzen!
Nicht zuerst "WIR haben gewonnen" und dann wieder "DIE ÖSTERREICHISCHE NATIONALMANNSCHAFT hat verloren"!!

8 0

sehr gut, herr koller!

der mann bringt uns noch zur wm!

Vielleicht schafft es Koller!

Zu wünschen wäre es, obwohl :-) er Schweizer ist. Im Ernst: Wer an die Spitze will, muss unösterreichische Methoden anwenden.

Antworten Gast: RAFF
02.06.2012 12:10
0 1

Re: Vielleicht schafft es Koller!

Was deinen letzten Satz betrifft: Das funktioniert auf Dauer nicht. Du kannst Mentalitäten nicht von heute auf morgen ändern, dazu bedarf es mindestens 2-3 Generationenwechsel. Eine Möglichkeit wäre allerdings, lauter Ausländer zu nehmen, wie im Fußball ja eh üblich und erfolgreich.

5 1

Sachlichkeit kann sympatisch sein

Koller ist das Gegenteil seines Vorgängers, der seine persönlichen Animositäten in den Vordergrund stellte.

Gast: Fussballgott
02.06.2012 08:30
2 1

Arnautovic und Maierhofer zu Real Madrid

Arnautovic und Maierhofer würden bei Real Madrid spielen, wenn ihre Eigenschaften in einer Person vereint wären, nämlich Arnautovic's Einstellung und Maierhofers Talent... ähh - umgekehrt natürlich

0 17

Da spielte der Lahme gegen den Siechen

Weit werden wir mit so einem Herumgestocher leider nicht kommen. Mit viel Glück werden wir nicht Letzter.

Gast: so viele kluge menschen hier
02.06.2012 06:16
11 0

professionelle Arbeit

Es macht nach dem "Schilehrer" Freude zu erleben, dass der Trainer professionelle Arbeit leistet. Endlich stehen nicht mehr persönliche Animositäten im Vordergrund - sondern der Fußball.

warum

hat der dragovic zuschauen müssen? doch eine Bestrafung Herr Koller?

Re: warum

wird dem "rotzbuben" nicht geschadet haben .... !

vielleicht hat er ja seinen freunden auf der bank den hinterkopf getätschelt! ;-)

eventuell hat er es sich jetzt gemerkt, was man auf der tribüne macht und was man unterlassen sollte?!

Re: warum

in Freundschaftsspielen probiert man

Gast: Alpenrepublikaner
02.06.2012 00:22
12 0

Österreich

Dieses Spiel sollte allen zeigen das Koller mit dieser Mannschaft echt was erreichen kann. Die Ukraine hat gegen Deutschland ein 3:3 geschafft.
Wir haben heute mit etwas Glück eine respektable Mannschaft besiegt. Echt Geil, endlich mal ein Trainer für den man sich nicht schämen muss, der wirklich einen Plan hat. Schönen Gruß an unsere Schweizer Nachbarn !!!!!

Gast: weldi
02.06.2012 00:17
8 0

Gute Leistung

Ich bin zwar beinharter Realist, aber dieses Mal muss ich wirklich zugeben, dass für den Sieg gekämpft und noch dazu attraktiv gespielt wurde (siehe 2. Tor durch Arnautovic)!

Gast: globetrotterneu
01.06.2012 23:53
0 11

Lächerlich wie immer

Ist immer das selbe wenn es um nichts geht gewinnen wir jetzt Glauben wir die besten zu sein.

18 0

Bravo Österreich! hab ich nicht gedacht!

hoffentlich hauts in arnautovic nach den beiden Toren nicht den Vögel raus!?!?! wenn der ofb an Koller fest hält kann die quali für 2014 ganz interessant werden war in der Vergangenheit vom Team nicht sehr begeistert aber das könnte sich bei konstanter Leistung ändern! ps heute hat mich das Team echt überrascht weiter so Marcel.

Gast: Immer wieder...
01.06.2012 22:57
11 0

Weiter so!

Marko Arnautovic hat offenbar beschlossen sich endlich auch wie ein erwachsener Mann zu verhalten, der Fußballgott erhalte uns und ihm diesen Zustand - Respect!!!

Re: Weiter so!

naja, hatte eher Polster und luca toni als Vorbild - nicht bewegen, aber treffen

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