[Salzburg/Wien] Eigentlich schien es schon recht sicher, dass Ralf Rangnick, der erfahrene deutsche Bundesliga-Coach neuer Trainer bei Österreichs Fußball-Doublesieger Salzburg werden würde. Doch heute um 12.30 Uhr wird ein Überraschungsmann als neuer Coach vorgestellt: Roger Schmidt, bisher Trainer beim deutschen Zweitligisten SC Paderborn, wird bei den Salzburgern Nachfolger des zurückgetretenen Erfolgstrainers Ricardo Moniz.
Der 45-Jährige gilt außerhalb Deutschlands, ja sogar außerhalb Ostwestfalens als ein relativ unbeschriebenes Blatt. Was für ihn spricht: Schmidt legte 2011/12 eine sensationelle Saison mit dem SCP hin. Bis zum Schluss mischte der krasse Außenseiter aus der 145.000-Einwohner-Stadt Paderborn im Aufstiegsrennen mit. Erst am letzten Spieltag verspielte man mit einem 0:5 beim FC St. Pauli die erstmalige Teilnahme an der Bundesliga.
Paderborn traf die Entscheidung Salzburgs für Schmidt unvorbereitet, dennoch erteilte man dem früheren Ingenieur die Freigabe. In Paderborn hatte der 45-Jährige stets mit dem knappen Budget zu kämpfen. Diese Tage sind vorbei. Der 1,88 Meter große Schmidt gilt zudem als Trainer, der viel auf Eigenverantwortung seiner Spieler setzt.
Rangnick wird Sportdirektor
Doch auch Rangnick, der bis zum Herbst noch Trainer beim FC Schalke war und sich dann wegen eines Burn-outs eine Auszeit nahm, kommt auf der Salzburger Gehaltsliste unter. Der 53-Jährige, der schon in der Nähe der Red-Bull-Zentrale in Fuschl gesehen worden ist, wird neuer Sportdirektor - nicht nur für Salzburg, sondern auch für die Leipziger Filiale.
Rangnick, der über 200 Bundesligaspiele als Trainer bei Stuttgart, Hannover, Schalke und Hoffenheim vorweisen kann, war ein gefragter Mann, seit er öffentlich bekannt gab, wieder in den Profifußball zurückkehren zu wollen. Besiktas, RSC Anderlecht, West Bromwich und auch Tottenham holten sich Körbe von Rangnick. Der Posten des Sportdirektors bei Salzburg könnte ein passender Zwischenschritt auf dem Weg zurück auf einen Trainersessel sein.
Red Bull korrigiert zugleich auch den Fehler, den der Konzern 2009 mit Dietmar Beiersdorfer gemacht hat. Das viel zu umfangreiche Amt des Sportlichen Leiters für das Gesamtprojekt Fußball ist endgültig Geschichte. Um die übrigen Filialen, zum Beispiel die in New York, soll sich künftig der international erfahrene Gérard Houllier kümmern. Der 64-jährige Franzose, der im Firmensprech „Global Sports Director Red Bull Soccer" wird, trainierte bereits das französische Nationalteam, Olympique Lyon, Liverpool und zuletzt Aston Villa. Im Juni 2011 musste Houllier den Trainerjob wegen Herzprobleme an den Nagel hängen, im Frühjahr arbeitete er bereits an einem Konzept für den Red-Bull-Fußball.
(Red.)

