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Stenzel: „Viele sagen mir, dass sie wegfahren“

01.06.2008 | 18:38 |  RAINER NOWAK (Die Presse)

Warum Ursula Stenzel während der Euro „natürlich“ in ihrem ersten Bezirk bleibt? Weil sie alles beobachten will, keine Angst hat und 2010 Bezirkschefin bleiben will.

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Die Presse: Frau Bezirksvorsteher, Sie spazieren gerade durch Ihren ersten Bezirks: Gefallen Ihnen die Veränderungen durch die Euro?

Ursula Stenzel: Es sieht anders aus.

Bleiben Sie während der Euro in der Stadt? Und kennen Sie viele, die für die drei Wochen flüchten?

Stenzel: Ob es viele sind? Ja, viele sagen mir, dass sie wegfahren.

Aber Sie bleiben?

Stenzel: Natürlich bleibe ich da. Ich werde rund um die Uhr da sein.

Werden Sie in die Fanzone gehen?

Stenzel: Ich werde mir das anschauen, um die Stimmung mitzuerleben, weil ich wissen will, ob sich die Leute wohl fühlen. Aber ich verfolge ein spannendes Match lieber im Kreis meiner Freunde, also gemütlich.

Aber Sie beobachten alles?

Stenzel: Ich beobachte rund um die Uhr. Ich muss einfach da sein, wenn es ein Problem gibt, das den 1. Bezirk berührt.

Wie gut ist die Innenstadt denn auf die Euro vorbereitet?

Stenzel: Die Innenstadt muss sich nicht vorbereiten, die ist einfach so schön. Ich hoffe, dass jeder den Charme dieser Stadt wahrnehmen kann und will. Gestern wurden Wasserbehälter auch außerhalb der Fanmeile aufgestellt. Das war meine Idee, als Service für die vielen Fußballfans, wenn es heiß ist.

Besteht nicht die Gefahr, dass die Wiener ein wenig unfreundlich auf den Ansturm reagieren könnten?

Stenzel: Die Wiener sind ein gastfreundliches Volk. Wenn die Gäste lieb sind, freuen wir uns alle.

Haben Sie denn Angst, dass sie nicht lieb werden?

Stenzel: Ich habe keine Angst. Die Polizei hat gute Vorbereitungen getroffen. Ich kenne keinen Wiener, der nicht gastfreundlich wäre.

Ich schon. Wurden die Innenstadt-Anrainer genügend über die Fan-Zone informiert?

Stenzel: Nicht wirklich. Es gab eine Informationsveranstaltung im Rathaus, bei der die Veranstalter über die Vorzüge der EM, über die Anzahl der Public Viewing-Plätze und die Wiederverwertbarkeit der Bier-Becher erzählt haben. Die Bewohner wollten aber wissen, wo sie parken und aus der Inneren Stadt heraus können.

Sie sind Bezirksvorsteherin, das könnten Sie übernehmen.

Stenzel: Ich habe auch einen Brief an alle Innenstadt-Bewohner geschrieben, wo ich Service angeboten habe: die wichtigsten Nummern von Garagen, wo man günstig die Autos abstellen kann. Ich habe auf Angebote verschiedener Versicherungen bezüglich Vandalismusversicherung hingewiesen und Notrufnummern angeführt.

Sind Sie informiert worden, mit wie vielen Besuchern in der Innenstadt zu rechnen ist?

Stenzel: Nein, wurde ich nicht. Das ist jedenfalls ein einmaliger Ansturm, der hier bevorsteht und der organisatorisch – das liegt nicht in meiner Verantwortung – bewältigt werden muss. Aber ich bin überzeugt, dass die Vorbereitungen getroffen werden.

Kann man Sie als Bürger während der Euro anrufen?

Stenzel: Natürlich.

Auch wenn man im Achten wohnt?

Stenzel: Es rufen oft Bürger aus anderen Bezirken bei mir an. Ich empfinde es als meine Verantwortung, für die Menschen da zu sein. Und zwar für die, die hier in der Stadt leben, arbeiten und wohnen.

Wollen Sie noch einmal Bezirksvorsteherin werden?

Stenzel: Ja, eigentlich würde ich das gerne machen.

Aber als Bürgermeisterin stehen Sie nicht zu Verfügung?

Stenzel: Ich habe diesen Job.

Sie könnten auch als Bürgermeister-Kandidatin antreten.

Stenzel: Das ist völlig hypothetisch. Wir haben einen wunderbaren Spitzenkandidaten in Wien.

Der ist doch Minister.

Stenzel: Nein, er ist der nächste Wiener Spitzenkandidat. Das ist ein völlig irrwitzige Frage, da lasse ich mich überhaupt nicht darauf ein.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.06.2008)

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3 Kommentare
Steininger
02.06.2008 11:59
0 0

Also Obacht!

Rund-um-die-Uhr-Uschi beobachtet uns!

Fanzone

Schuld ist aber schon der Wampo, nicht die Ursula!

Gast: tc_c
02.06.2008 00:37
0 0

welche auf dem photo ist jetzt diese stenzl ?