Kroatien geht mit großer Zuversicht in das EM-Auftaktspiel gegen Österreich am Sonntag (18.00 Uhr/live ORF1) im Wiener Happel-Stadion. "Wir sind bereit. Der Fußball ist nicht immer vorhersehbar, aber wir werden besser sein als der Gastgeber", kündigte Kroatien-Trainer Slaven Bilic am Samstagvormittag bei einer Pressekonferenz im Teamcamp in Bad Tatzmannsdorf an. "Wir werden das Spiel kontrollieren und dominieren", fügte er hinzu. Kapitän Niko Kovac betont: "Wir sind bestens vorbereitet". Niko Kranjcar sieht sein Team zwar als Favorit, warnte aber vor dem "sehr gefährlichen" Gastgeber Österreich.
Im Gegensatz zu ÖFB-Teamchef Josef Hickersberger präsentierte Bilic einen Tag vor dem ersten Spiel der Gruppe B die erwartete Aufstellung gegen Österreich: 1 Pletikosa - 5 Corluka, 4 R. Kovac, 3 Simunic, 22 Pranjic - 11 Srna, 10 N. Kovac, 14 Modric, 19 Kranjcar - 21 Petric, 18 Olic. Jegliche Abweichung von dieser Startelf wäre eine Überraschung gewesen. Zu Spekulationen über eine Verletzung von Corluka meinte Bilic, dass der Verteidiger schon länger Probleme mit der Achillesferse habe. Deshalb habe er das gestrige Training wegen des tiefen Bodens nicht voll mitgemacht. Es handle sich aber nicht um einer ernsthafte Verletzung, versicherte Bilic.
"Der Start ist wie bei der Formel 1 sehr wichtig"
Der 39-jährige Coach betonte, wie jeder andere Trainer des Turniers, die Bedeutung des ersten Spiels: "Der Start ist wie bei der Formel 1 sehr wichtig." Die Anspannung sei "in einem positiven Sinn" groß. Wenn morgen um 18.00 Uhr das Spiel angepfiffen wird und sich Elf gegen Elf gegenüberstehen, werde alles, was bisher geredet und geschrieben worden sei, vergessen. "Und dann beginnt das Schönste auf der Welt - bei allem Respekt für die Frauen", sagte Bilic mit einem Schmunzeln.
Das Team sei nie besser vorbereitet gewesen. Auch in läuferischer Hinsicht, fügte Bilic in Anspielung darauf hinzu, dass die große Stärke der Österreich im läuferischen Bereich liege. "Und außerdem geht es nicht nur ums Laufen. Fußball ist ja nicht Leichtathletik."
"Zwei Jahre warten wir auf diesen Augenblick"
Kapitän Niko Kovac, den Bilic als "meinen wichtigsten Spieler und meine rechte Hand" bezeichnete, gab sich bei der Pressekonferenz ebenfalls ungeduldig und zuversichtlich: "Zwei Jahre warten wir auf diesen Augenblick. Jetzt ist es endlich soweit. Wir haben sehr gut gearbeitet und sind bestens vorbereitet". Österreich habe man sehr genau beobachtet. "Der Trainer wusste zu 95 Prozent alles. Zu den restlichen fünf Prozent konnte ich vielleicht etwas beitragen", sagte der bei Red Bull Salzburg tätige Kovac. "Aber es gibt heute im modernen Fußball ohnehin keine Geheimnisse mehr", fügte er hinzu.
Niko Kranjcar erklärte gegenüber deutschsprachigen Journalisten, dass Österreich zwar Außenseiter, aber als Gastgeber "sehr gefährlich" sei. "Wir glauben an unsere Qualitäten. Aber es hilft nichts, wenn wir unsere Leistung nicht abrufen. Im Fußball kann jeder jeden schlagen. Wir wissen, dass es nicht leicht wird. Österreich ist sehr diszipliniert. Ihre große Stärke sind Geschlossenheit, Disziplin und die Kreativität des Ivanschitz", sagte Kranjcar, der sich gerne an seine Zeit in Wien erinnert, als sein Vater Zlatko Kranjcar bei Rapid spielte.
"In Wien habe ich mich immer wohlgefühlt. Das letzte mal haben wir im Mai 2006 in Wien auch 4:1 gewonnen. Ich hoffe, morgen kommt ein Sieg dazu." Über die Schwächen seiner eigenen Mannschaft dürfe er nichts sagen. "Ich hoffe, wir werden unsere Stärken zeigen." Natürlich gebe es bei großen Spielen und Turnieren immer Druck. "Aber wir haben sehr große Hoffnungen, ins Viertelfinale zu kommen", betonte Kranjcar, der neben der kroatischen auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt.
(APA)

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